Gemeinsames Vorgehen von Stadt Siegen und Diakonie: Übernachtungshaus wird eingestellt…

…Weiter Zuschüsse für das Café Patchwork – Ausbau im Bereich „Geschütztes Wohnen“

(wS/red) Siegen 27.05.2016 | Die Angebote für wohnungslose Menschen in der Stadt Siegen werden teilweise umstrukturiert.

Siegen_WappenDie Stadt Siegen und die Diakonie in Südwestfalen als Träger der Wohnungslosenhilfe haben sich einvernehmlich darauf geeinigt, ihre gemeinsame Vereinbarung zum Betrieb des Übernachtungshauses für obdachlose Männer auslaufen zu lassen. Der Betrieb des Hauses im Sieghütter Hauptweg wird deshalb zum 30. Juni 2016 eingestellt. Grund sind stark gesunkene Belegungszahlen bei Kosten, die nach wie vor, trotz Einsparungen, im Verhältnis zu hoch sind. Die Diakonie plant dort ihr Angebot im Bereich „Geschütztes Wohnen“ zu erweitern. Von städtischer Seite soll die Kooperation mit der Diakonie über das „Café Patchwork“ als Tagesaufenthalt bestehen bleiben und weiterhin bezuschusst werden.

Seit einigen Jahren gehen die Übernachtungszahlen in dem für obdachlose Männer vorgehaltenen Haus im Sieghütter Hauptweg zurück. Waren es im Jahr 2004 noch mehr als 13 Übernachtungen durchschnittlich pro Nacht, wurden im Jahr 2014 noch durchschnittlich fünf Männer pro Nacht in dem Haus betreut. Das Übernachtungshaus verfügt über 15 Plätze.

Die Stadt Siegen ist gemäß dem Ordnungsbehördengesetz (OBG) verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Beseitigung von Obdachlosigkeit zu ergreifen. Dazu gehört, wohnungslose Menschen sowohl tagsüber wie auch nachts mit einem Obdach zu versorgen. Die Stadt Siegen selbst unterhält vor allem im präventiven Sinne die Fachstelle für Wohnungsnotfälle, versorgt aber auch selbst wohnungslose Einzelpersonen, Familien und Alleinerziehende. Für den weiteren Teil der Versorgung von wohnungslosen Männern und Frauen bestehen vertragliche Regelungen mit freien Trägern.

Wichtiger und verlässlicher Partner in dieser Arbeit ist die diakonische Wohnungslosenhilfe. So arbeiteten Stadt und Diakonie beim Übernachtungshaus seit 24 Jahren vertrauensvoll zusammen. Die entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen bestanden seit 1992. Im Übernachtungshaus konnten obdachlose Männer 15 Schlafplätze sowie sanitäre Anlagen nutzen. Unabhängig von der Belegung war stets eine Fachkraft vor Ort. Die Kosten wurden im Wesentlichen durch die Stadt Siegen getragen oder von anderen Kostenträgern wie dem Jobcenter erstattet.

Trotz der zurück gehenden Zahl der Obdachlosen in der Einrichtung konnten die Kosten leider nicht gesenkt werden. Insofern war die Sicherstellung des ordnungsbehördlichen Auftrags in dieser Form für die Stadt Siegen finanziell nicht mehr zu vertreten. Zugleich ist es der Diakonischen Wohnungslosenhilfe nicht möglich, den Betrieb des Übernachtungshauses bei einer Reduzierung der Kostenerstattung sicher zu stellen, weil sie an ihrem Konzept einer durchgehenden personellen Betreuung durch einen qualifizierten Mitarbeiter festhalten möche und diese Personalkosten unabhängig von der Belegung nicht zu reduzieren sind.

Das Haus wird auch weiterhin für Angebote der Wohnungslosenhilfe genutzt. Die Diakonie als Träger der Einrichtung widmet die Räume um und baut ihr Angebot für das „Geschützte Wohnen“ aus. „Geschützes Wohnen“ wird für Männer vorgehalten, die an einer langjähringe Abhängigkeit leiden und durch ihr Verhalten für jede andere Form des gemeinschaftlichen Lebens nicht tragbar sind. Von städtischer Seite soll die Kooperation mit der Diakonie über das „Café Patchwork“ als Tagesaufenthalt fortgesetzt werden. Die Verwaltung wird dem zuständigen Ratsausschuss für Soziales deshalb die weitere Bezuschussung vorschlagen.

Bereits in den Gesprächen mit der Diakonie, die zu der jetzt vorgesehenen Lösung führten, dankte die zuständige Beigeordnete der Stadt Siegen, Babette Bammann, Dr. Josef Rosenbauer als Geschäftsführer der Diakonie in Südwestfalen und dem Team der Wohnungslosenhilfe für die sehr gute Kooperation.

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