Unangekündigte Ernstfallübung: Horrorszenario am Seelbacher Weiher

Das Übungsziel wurde voll umfänglich erreicht.

(wS/red) Siegen 25.06.2016 | Update  Was hatte sich der Übungsleiter Karl-Heinz Richter für ein Scenario ausgedacht und was sollte mit dieser Alarmübung erreicht werden?

Die Jugendfeuerwehren aus dem Bergneustadt, Morsbach und Reichshof (Oberbergischer Kreis) hatten sich außerhalb der normalen Öffnungszeiten des Naturfreibades Seelbacher Weiher zu einem Treffen mit 33 Personen zur Vorbereitung auf einen Bundesweiten Wettkampf verabredet.

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Während einer Besprechung der Betreuer in einen Besprechungsraum, begaben sich 3 Jugendliche im Alter von 12-15 Jahren unbeaufsichtigt in einem Boot auf den Weiher und  paddelten nah an der dortigen Wasserrutsche vorbei. Auf dieser stand ein übermütiger 16jähriger Jugendlicher und wollte unbedingt noch mit in das Boot. Bei dem Versuch in das Boot zu springen kenterte dieses und alle jugendlichen wurden unter Wasser gedrückt. 2 der Insassen des Bootes konnten sich an das Ufer retten. 2 weitere unter ihnen ein vermeintliches Mädchen 12 Jahre und der Übermütige 16jährige tauchten nicht mehr auf. (hierfür wurden 3 Stunden vor Übungsbeginn 2 in der Feuerwehrübung übliche Übungspuppen versenkt). Sofort wurden die Betreuer auf dieses Ereignis aufmerksam und mehrere Notrufe wurden teils durch die Jugendlichen und durch einen der Betreuer an die Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst des Kreises Siegen-Wittgenstein abgesetzt. Im weiteren Verlauf der Übung sollten sich die 2 Jugendlichen die sich aus dem Wasser retten konnten, unbemerkt vom Gelände entfernen um im nahegelegenen Wald eine Suchaktion der Hundestaffel auszulösen.

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Übungsziel war es, neben der Überprüfung des aktuellen Alarmierungsstichwortes und der dazu gehörigen Einsatzkräfte, Einsatzbereiche mit einzubinden, die bei den normalen Übungen eher nur im Hintergrund stehen.

Hier ging es dem Übungsleiter Karl-Heinz Richter und dem Leiter der Feuerwehr Siegen Matthias um die Schwerpunkte:

  1. Psychosoziale Notfallversorgung Mit dem Team PSU (Psychosoziale Notfallversorgung) und der NFS (Notfallseelsorge Siegen), sowie

  2. das Einbinden der Siegener Hundestaffel.

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Für die alarmierten Einsatzkräfte bedeutete diese unvorbereitete Alarmierung mit dem Alarmstichwort: 2 Kinder im Seelbacher Weiher“ eine große psychische und im weiteren Verlauf auch physische Belastung.

Da alle in die Übung eingeweihten Übungsteilnehmer und Beobachter bis zur Rettung der ersten Übungspuppe dicht hielten und die Einsatzkräfte bis zu diesem Auffinden von einem realen Einsatz ausgingen.

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Das Übungsziel wurde erreicht und die eingesetzten Einsatzkräfte führten ihre Einsatzmaßnahmen unter Einsatzleitung von Brandamtsrätin Susanne Kaphammel, zügig aber zu jeder Zeit ruhig und besonnen durch. Als erstes Rettungsmittel war der  Rettungshubschrauber Christoph 25 vor Ort und Suchte das Gewässer zunächst aus der Luft ab bevor er auf dem hinteren Gelände des Naturfreibades zur Landung ging.

Das ersteintreffende Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Siegen, Löschzug Aalchetal mit einer Besatzung von 3 Einsatzkräften unter Führung von Brandoberinspektor Steffan Bieder begab sich sofort mit 2 Einsatzkräften in das Gewässer um dieses an der angegebenen Stelle abzusuchen. Durch die Einsatzleitung wurde eine ungewöhnliche aber sehr effektive Einsatzmaßnahme getroffen. Sie gab den Befehl an die weiteren Einsatzkräfte die Mittlerweile eingetroffen waren, sich mit Atemschutzgeräten und auszustatten und an der angegebenen Stelle in dem Gewässer mit diesen Geräten zu tauchen. Was auch letztendlich zum Ziel geführt hatte, so konnte die erste der 2 Puppen gefunden und gerettet werden. Die 2. Puppe wurde dann zum Übungsende nach gut 1,5 Stunden durch die DLRG Rettungstaucher Siegen geborgen.

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Was unterscheidet einen Pressluftatmer der Feuerwehr von einem Tauchgerät.

  1. Es gebt unterschiedliche Zulassungen.

  2. Die Feuerwehr verwendet Vollgesichtsmasken an der der Atemanschluss sitzt.

  3. Mit dieser Vollgesichtsmaske ist der Druckausgleich für die Ohren nicht möglich, das spielt aber erst ab einer Tiefe von ca. 3 m eine Rolle. (Die Übungstiefe lag bei 2m.)

  4. Die Feuerwehr hat keine Bleigewichte die das Abtauchen leichter ermöglichen, daher muss man immer gegen den Auftrieb kämpfen.

  5. Der Einsatz von Atemschutzgeräten zum Tauchen ist nur als absolute Notmaßnahme zur Menschenrettung angezeigt.

Wenn ungefähr bekannt ist, an welcher Stelle die Person untergegangen ist, besteht eine realistische Chance zur Reanimation nur dann, wenn die Rettungsmaßnahmen sofort einsetzen und die Wassertemperatur entsprechend niedrig ist.

Da es sich um eine unangekündigte Alarmübung handelte, die möglichst lange geheim bleiben sollte, kam es zu verschiedenen Beeinträchtigungen.

Die Feuerwehr bittet daher vor allem das am Seelbacher Weiher gelegene Restaurant „Lago Da Vinci – Seelbacher Weiher“  und ihre Gäste für die Unannehmlichkeiten um Entschuldigung.

Ein ganz besonderer Dank, gilt vor allem auch der Schwimmvereinigung Neptun Siegerland e.V. 1913 mit ihrem Betriebsleiter Stephan Kertscher und dem Förderverein zur Erhaltung des Naturfreibades Seelbacher Weiher e.V., für die Bereitschaft und Unterstützung Durchführung dieser Übung.

Eingesetzte Einsatzkräfte:

Feuerwehr Siegen Hauptamtliche Wache Einsatzführungsdienst

Feuerwehr Siegen Hauptamtliche Wache (LZ1)

Freiwillige Feuerwehr Siegen Aalchetal (LZ7)

Freiwillige Feuerwehr Siegen Gosenbach/Oberschelden (LZ9)

Feuerwehr Siegen Rettungsdienst, 1 Rettungswagen

Rot Kreuz Siegen Wittgenstein, 1 Rettungswagen, 2 Notärzte

Rettungshubschrauber Christoph 25

Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (ORGL) und Leitender Notarzt (LNA) Kreis Siegen-Wittgenstein

PSU-Team Siegen-Wittgenstein (Psychosoziale Notfallversorgung)

NFS Siegen (Psychosoziale Notfallversorgung)

Deutsche Lebens Rettungsgesellschaft Siegen (DLRG Taucher)

Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst (Kreis Siegen-Wittgenstein

 

(wS/red) Siegen 24.06.2016 | Erstmeldung. Am Freitagabend wurde die Feuerwehr und der Rettungsdienst zu einem Einsatz alarmiert, den keine Feuerwehrfrau bzw. kein Feuerwehrmann gerne erlebt. Der Einsatzbefehl lautete 2 vermisste Kinder im Wasser.

Allen Einsatzkräften stand die Sorge ins Gesicht geschrieben. Wie die Ernstfallübung ausging und was der genaue Sinn dieser Übung war, diese Infos gibt es am Samstag, den 25.06, auf www.wirSiegen.de.

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2016-06-24_Siegen_Seelbacher_Weiher_Übung_(c)_Mg_ (1)Fotos: M.Groß / wirSiegen.de

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