Anonyme Spurensicherung: Einfacheres Verfahren nach Sexualstraftaten

(wS/red) Siegen-Wittgenstein 18.09.2016 | Opfer von Sexualstraftaten (z.B. Vergewaltigungen) sollten sich unbedingt sofort in ärztliche Behandlung begeben. Nur so können frühzeitig Infektionen vorgebeugt und eventuell notwendige Behandlungen eingeleitet werden. Anschießend stellt sich für die Betroffene die Frage, ob sie den Täter anzeigen sollen. Eine sofortige Anzeige bietet die größten Erfolgsaussichten.

siegen-wittgenstein_si-wi_siwi_logoOft ist es den Opfern in der Ausnahmesituation nicht möglich, sich sofort für eine Anzeige zu entscheiden. In diesen Fällen kann ihnen ab sofort im Kreisgebiet angeboten werden, im Rahmen der ärztlichen Untersuchung in der Klinik zumindest das für eine Anzeige notwendiges Probenmaterial sicherzustellen, ohne das eine eventuell später doch gewünschte Anzeige wenig Erfolgsaussichten hat.

Dadurch erhalten Betroffene mehr Zeit, sich den belastenden Schritt einer Anzeigenerstattung nach einer Sexualstraftat in Ruhe zu überlegen, denn die Beweise sind erst einmal gesichert und werden zehn Jahre unter einer Chiffrenummer gelagert.

Weibliche Opfer einer Sexualstraftat können sich im Diakonie Klinikum Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen, dem St. Marien-Krankenhaus Siegen, der HELIOS Klinik Bad Berleburg oder in der DRK-Kinderklinik Siegen untersuchen lassen. Mögliche Tatspuren werden dann anonym im Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Köln gelagert. Bis zu zehn Jahre ist es möglich, diese Spuren nach dann erfolgter Anzeige in einem Gerichtsverfahren verwerten zu lassen. Damit stehen wichtige Beweismittel zur Verfügung, die dem Opfer das Verfahren erleichtern und die Strafverfolgung verbessern, ohne die Belange der Opfer zu vernachlässigen. Die Krankenhäuser beraten auch und geben weitere Infos zum Verfahren der Anonymen Spurensicherung.

Das Verfahren wurde von der Frauenberatungsstelle / Fachstelle „Sexualisierte Gewalt“ des Vereins „Frauen helfen Frauen“ aus Siegen in Kooperation mit dem Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein eingeführt. Finanziell gefördert wird das Konzept von Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

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