Ü65-Team zum vierten Mal in Folge Deutscher Fußballmeister

(wS/red) Siegen-Wittgenstein/Wattenscheid 21.08.2017 | Ohne Gegentor und klar überlegen holten die heimischen Ü65-Fußballer nach einem 5:0 gegen die Auswahl aus Bielefeld und einem 4:0 gegen Bochum die Trophäe des Deutschen Meisters dieser Altersklasse auf dem Großfeld zum vierten Mal in Folge ins Siegerland und nach Wittgenstein. „Ihr ward so überlegen, überlegener geht nicht“, meinte Gundi Busch, der Organisator des Wattenscheider Turniers, bei der Pokalüberreichung an Mannschaftskapitän Wolfgang Freund.

Das war zwar höflich, aber nicht nur übertrieben, denn die Abwehr um den defensiveren Burkhard Holzhauer und den offensiveren Rolf Woicik stand so sicher, dass der Ruhe aussstrahlende und immer aufmerksame Torwart Rudi Scheffler während beider Spiele nur vier Ballkontakte hatte, wovon zwei Rückgaben waren. Die eingespielte Abwehr ließ während beider Spiele von zweimal zwanzig Minuten Dauer nicht einen einzigen Torschuss zu.

Hinten von links: Trainer Helmut Halberstadt, Burkhard Holzhauer, Bernd Halbach, Manfred Hannebauer, Manfred Neumann, Klaus Milian, Uli Künkler, Rolf Woicik, Leo Kölsch und Betreuer Rüdiger Schewior
Vorne von links: Rudolf Scheffler, Udo Diek, Werner Krönert, Wolfgang Freund, Karl-Helmut Meiser, Joachim Ruhrmann, Gösta Schild-Reinhardt, Ferdi Heimel und liegend Detlef Hoss (Foto: privat)

Umso heftiger schossen die Offensivspieler. In die Torschützenliste trugen sich diesmal ein Bernd Halbach (3), Wolfgang Freund (2), Leo Kölsch (2), Detlef Hoss und Burkhard Holzhauer durch einen an Karl-Helmut Meiser verursachten Foulelfmeter. Die Chancen freilich hätten auch für 30 Tore gereicht. Vereitelt wurden sie von den ausgezeichneten gegnerischen Torhütern, von Latte oder Pfosten oder von den Beinen der jeweils dichtgestaffelten Abwehr aus Bochum und Bielefeld.

Rüdiger Schewior, selbst noch ein spielstarker Stürmer des Meisterteams und diesmal wegen Rekonvaleszenz als Betreuer mitgereist, urteilte aus der Beobachterperspektive mit größtem Lob: „Wir waren, alle 17 Spieler eingerechnet, auf jeder Position stärker besetzt als beide Gegner.“ Und Trainer Helmut Halberstadt meinte: „Wir haben nur umgesetzt, was wir im Kopf hatten. Und wir sind nach Wattenscheid gefahren mit einem klaren Turniersieg im Kopf.“

Angereist waren die heimischen Kicker neben Helmut Halberstadt und Rüdiger Schewior mit siebzehn Aktiven. Obwohl nach DFB-Regeln nur dreimal eingewechselt werden durfte, kamen alle Spieler mindestens eine Halbzeit zum Einsatz. Die Kreisauswahlen aus Bielefeld und Bochum konnten nur jeweils zwölf Aktive aufbieten. Nachdem zwei seiner Spieler mit Muskelzerrungen ausfielen, war der sonst stärkere ewige Rivale und abonnierte Deutsche Vizemeister aus Bochum nach einem 4:0 Sieg gegen Bielefeld im letzten Spiel gegen Siegen-Wittgenstein daher chancenlos und musste die letzten zehn Minuten gar mit neun Feldspielern auskommen.

Ein nicht nur zahlenmäßig stärkerer Kader erweist sich seit Jahren als Schlüssel zum Erfolg. Nirgendwo in Deutschland finden sich in einer so kleinen Region so viele Aktive in der höchsten Altersgruppe. Gundi Busch hatte nach eigener Aussage über 50 Teams schriftlich eingeladen. Nur drei konnten diesmal seiner Einladung folgen. Offenbar mangelt es an Männern über 60, die bereit oder in der Lage sind, den Mannschaftskampfsport Fußball auf Großfeld auszuüben. Anders sieht die Sache im Siegerland aus. Gleichzeitig mit dem Kader für Wattenscheid trat eine vierzehnköpfige Gruppe zum Ü60-Kleinfeldturnier in Wildbergerhütte an. Hier reichte es mit einigem Pech nach zwei Unentschieden und zwei Niederlagen allerdings nicht zu einem vorderen Platz.

Unabhängig vom Ausgang beider Turniere und im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der Bundesliga müssen sich Heinz-Bernd Freund und Rolf Bleck, beide zur Zeit auf Reisen, keine Sorgen um ihre Ämter als Manager und als Trainer machen, denn sie gehören zu den anerkannten Vätern des Erfolgs. Und dieser Erfolg ruht auf den Säulen von gemeinschaftlichem Miteinander, von aktiver Integration eines Jeden als Spieler, unabhängig von meist altersbedingten Erkrankungen, und von durch fleißiges Training begründeter sportlicher Qualität.
Auf seinem Sommerfest in Niederfischbach kommenden Freitag feiert der 87köpfige Kader ähnlich wie in den vergangenen Jahren folgende aktuelle Titel: Deutscher Meister Ü60 Kleinfeld und Großfeld, Deutscher Meister Ü65 Kleinfeld und Großfeld, Westdeutscher Vizemeister und Westfalenmeister. Am 2. September wollen die Oldies in Duisburg den bereits mehrfach errungenen Titel des Westdeutschen Meisters wieder erobern. Die Chancen stehen gut.

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