Ein Buch im Blickpunkt

Ein Semester lang hat sich die Universität Siegen intensiv mit dem Grundgesetz beschäftigt. Die Auseinandersetzung mit den Grundrechten geht auch nach der Abschlussveranstaltung der Aktion „Eine Uni – ein Buch | Die Uni Siegen – das Grundgesetz“ weiter.

„Alle Veranstaltungen haben die Einsicht vertieft, dass wir froh sein können, dass wir dieses Grundgesetz haben“, resümierte Prof. Dr. Michael Bongardt. Der Prorektor für Studium, Lehre und Lehrerbildung begrüßte Universitäts-Angehörige, SchülerInnen und Interessierte zur Abschlussveranstaltung des Projekts „Eine Uni – ein Buch | Die Uni Siegen – das Grundgesetz“ auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße. Während des Sommersemesters 2017 hatte sich die Universität Siegen im Rahmen von zahlreichen Veranstaltungen an der Universität und in der Stadt mit dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland sowie den darin verankerten Rechten auseinandergesetzt. Jetzt präsentierte die Hochschule Ergebnisse und zeichnete Teilnehmende aus.

Beispielhaft nannte Prof. Bongardt zwei Projekte: In einem Seminar entwarfen Studierende der Medienwissenschaften Plakate und Postkarten zu einzelnen Artikeln des Grundgesetzes. Außerdem entstand gemeinschaftlich eine Handschrift des Grundgesetzes, die auch während der Abschlussveranstaltung weitergeführt wurde. „Das wird das erste Manuskript, die erste handschriftliche Schrift in unserer Universitätsbibliothek“, erklärte Prof. Bongardt.

Während der Abschlussveranstaltung zur Aktion „Eine Uni – ein Buch | Die Uni Siegen – das Grundgesetz“ wurden die Teilnehmer des Schreibwettbewerbs für SchülerInnen ausgezeichnet. (Fotos: Uni)

Landrat Andreas Müller verglich in seinem Grußwort das Grundgesetz mit der Bibel: „Ein Buch, das eigentlich jeder kennt, aber das man nicht jeden Tag zur Hand nimmt und über das man eher ein gesundes Halbwissen hat.“ Für uns in der Bundesrepublik seien die dort verankerten Rechte „absolut selbstverständlich“, so Müller, global gesehen seien sie aber die Ausnahme: „Selbst dort, wo es sie gibt, sind sie mittlerweile immer öfter bedroht.“ Angelika Flohren, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Siegen, erinnerte: „Diese Grundrechte leben davon, was wir aus ihnen machen.“

Landrat Müller und Bürgermeister Steffen Mues waren Schirmherren des Schreibwettbewerbs für SchülerInnen, der im Rahmen der Aktion „Eine Uni – ein Buch“ stattgefunden hat. Gemeinsam mit Prof. Bongardt zeichneten Andreas Müller und Angelika Flohren die eingereichten Beiträge aus: Cassandra Kinsler, David Wolf, Ben Ivacic und Robert Wolf von der Realschule der Gemeinde Wilnsdorf für ihren Text „Ein aufschlussreicher Fund – Das Grundgesetz entsteht…“, Alina Wolf und Fabienne Hühn vom Albert-Schweitzer-Gymnasium Plettenberg für den Beitrag „Die Sache mit der Menschenwürde“, Patrick Kinzle vom Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung des Kreises Siegen-Wittgenstein für „Eine kritische Auseinandersetzung mit den ‚Notstandsgesetzen‘“ und den Kurs Sozialwissenschaften/Politik 3 der zehnten Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Neunkirchen für „Was war, was ist, was sein soll: Ein Rap an die Generationen der Republik“. Die SchülerInnen erhielten neben einer Urkunde auch jeweils ein Preisgeld für die Klassenkasse.

Im Rahmen der Aktion „Eine Uni – ein Buch | Die Uni Siegen – das Grundgesetz“ gab es auch einen Fotowettbewerb für Angehörige der Universität. Die besten Beiträge wurden bei einer Abschlussveranstaltung ausgezeichnet.

Zusätzlich zum Schreibwettbewerb für Schulen gab es für alle Angehörigen der Universität Siegen einen Fotowettbewerb zu Artikel 3 des Grundgesetzes. Dieser Artikel legt fest, dass niemand aufgrund seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen und politischen Anschauungen oder wegen seiner Behinderung benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Hier wurden vier Fotos ausgezeichnet: Majdi Bido und Christian Gerhus in der Kategorie „Interkulturalität und Internationalität“ für ihr Foto aus dem Projekt „Geflüchtete helfen Geflüchteten“, Anne Ploch und Tatjana Rädcher aus dem Gleichstellungs- und Familienservicebüro in der Kategorie „Intersektionalität“ und Romy Langenberg sowie Sebastian Mack in der Kategorie „Sexuelle Ortientierung bzw. Identität“.

Dass die Aktion „Eine Uni – ein Buch | Die Uni Siegen – das Grundgesetz“ mit der Abschlussveranstaltung nicht zu Ende geht, betonte Alexander Schnücker aus der Hochschuldidaktik der Universität: „Wir haben Erkenntnisse, Ergebnisse und Eindrücke der Veranstaltungen gesammelt und stellen sie als offene Lehr- und Lernmaterialien zur Verfügung.“ Zum Beispiel können Schulen, Jugendeinrichtungen oder Vereine die Materialien kostenlos nutzen und auch verändern. „Eine langfristige und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Grundgesetz muss stattfinden können“, so Schnücker. Die Materialien sind unter www.uni-siegen.de/grundgesetz zu finden.

Auch eine handschriftliche Version des Grundgesetzes war Teil der Aktion „Eine Uni – ein Buch | Die Uni Siegen – das Grundgesetz“. Sie wurde bei der Abschlussveranstaltung ausgestellt und weitergeführt.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung wurde außerdem ein Video des Tags der Religionsfreiheit präsentiert, der am 3. Juli 2017 auch an der Universität Siegen mit der Eröffnung des Raums der Stille gewürdigt wurde. Besonderer Dank für die Durchführung der Aktion „Eine Uni – ein Buch“ galt den Mitarbeiterinnen von Prof. Bongardt, Dr. Inga Schmalenbach und Nadine Heuckmann.

 

Hintergrund:

„Eine Uni – ein Buch“ ist ein Wettbewerb des Stifterverbands und der Klaus Tschira Stiftung, die damit anregten, dass eine Universität ein Semester lang gemeinsam ein Buch liest. Die Universität Siegen hatte sich mit ihrer Idee, das Grundgesetz zum Thema zu machen, am Wettbewerb beteiligt, wurde ausgezeichnet und finanziell unterstützt.

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