CDU-Kreistagsfraktion besucht Feuerwehrausbildungszentrum des Kreises Lippe

(wS/red) Siegen/Lemgo 24.08.2018 | Im September 2017 hatten sich die Wehrführungen der Feuerwehr im Kreisgebiet und weitere Hilfsorganisatoren an die Politik in Siegen-Wittgenstein gewandt und ein Feuerwehr- und Katastrophenschutzzentrum mit integrierter Ausbildungseinrichtung vorgeschlagen. Der Kreistag griff in der Dezembersitzung 2017 das Anliegen auf und stellte zunächst die Finanzmittel für ein entsprechendes Gutachten als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.

„Wir nehmen die Darlegungen der Feuerwehr über notwendige Rahmenbedingungen und die Erfordernisse für die künftige Ausbildung sehr ernst, da dies einerseits für den Bevölkerungsschutz von hoher Bedeutung ist und andererseits es Anliegen sein muss, das wichtige ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich zu unterstützen“, erklärt Bernd Brandemann, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. Vize-Fraktionsvorsitzender Bernd-Dieter Ferger ergänzt: „Die Anforderungen an unsere Feuerwehren sind massiv gestiegen, das gilt für den persönlichen Einsatz, an die technische Ausstattung und ihre ständige Überprüfung sowie für Schutzausrüstung. Hier werden wir uns auf eine veränderte Lage einstellen müssen.“

Fotos: CDU

Um nicht nur ein späteres Gutachten zu bewerten, sondern Erfahrungen aus bestehenden Einrichtungen mit einzubeziehen, schauen sich die Christdemokraten derzeit in anderen Kreisen um. Ein erster Besuch galt dem Feuerwehrausbildungszentrum des Kreises Lippe in Lemgo.

Meinolf Haase, Fachdienstleiter für den dortigen Bevölkerungsschutz, stellte den Gästen aus Südwestfalen die Einrichtung vor. Seit 2003 wurde die Leitstelle unmittelbar beim Kreis angesiedelt und die Aufgaben zum Betrieb des Rettungsdienstes, des Katastrophen- und Feuerschutzes, der überörtlichen Einrichtung des Feuerschutzes, der Aus- und Fortbildung sowie die zentrale Beschaffung für die lippischen Feuerwehren zusammengeführt. Das Zentrum, zu dem auch die Leitstelle gehört, wird seitdem modular weiterentwickelt.

Markantes Wahrzeichen ist der rund 26 Meter hohe neue Schlauchturm neben der neuen Schlauchwäscherei. „Wir versorgen mittels ‚Transponder-Technik‘ die Wachen unserer Kommunen mit sauberen Schläuchen,“ erläutert Haase. Nach jedem Einsatz würden diese dort abgeholt oder angeliefert. Sofort werde aus dem Bestand in gleichen Rollwagen Ersatz geliefert. Der Kreis pflege also zentral alle Schläuche und sorge für Reparatur oder Ersatz.

Der Schlauchturm dient zugleich der Ausbildung mit Drehleitern oder dem Abseilen. Apropos Multifunktionalität: Die neue Großhalle wird kombiniert als Fahrzeug- und Ausbildungshalle genutzt.

Abgerundet wird das Ausbildungszentrum durch ein Schulungsgebäude mit einer ganzen Reihe von in der Größe flexibel zu nutzenden Unterrichtsräumen, die über moderne Präsentationstechniken verfügen, einer Atemschutzübungsstrecke und einem Gebäude als Brandsimulationsanlage sowie ein Planspielraum.

Besichtigt wurde ebenso die zentrale Atemschutzwerkstatt. Hier werden die rund 1.400 Atemschutzgeräte gereinigt, gewartet und gefüllt. Die Waschanlage bietet sogar die Möglichkeit, die Einsatzkleidung zu reinigen.

Im Bereich Rettungsdienst verfolgen die Kreise Lippe, Höxter und Paderborn eine Kooperation. Diese gilt der Vernetzung der jeweiligen Leitstellen zur Erhöhung der Betriebssicherheit wie der koordinierten Anschaffung von Notarzteinsatzfahrzeugen, was finanzielle Vorteile mit sich bringe.

Seit dem 1. Juli gehen in der Feuerschutz- und Rettungsleitstelle des Kreises dort auch die Anrufe des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117) ein, die mit den übrigen Notrufen nun für diese Region von einem Ort aus koordiniert werden.

„Es ist schon sehr beindruckend, wie hier alltägliche wie ungewöhnliche Einsatzsituationen geprobt und wie theoretische und praktische Schulungen als abgestimmtes System für eine örtlich-zentrale Ausbildung koordiniert werden können,“ zog Kreistagsmitglied Corie Hahn ein erstes Fazit. Dass die Tagungsräume den Rettungsdiensten einerseits für die Ausbildung ein „festes Zuhause“ gebe, was zur starken Identifizierung beiträgt, diese zugleich aber außerhalb solcher Schulungen kontinuierlich an andere Nutzer vermietet oder für Ausschuss-Sitzungen verwendet werden, dokumentiere eine zudem wirtschaftliche Lösung.

Im Jahr 2017 disponierte die Lemgoer Leitstelle gut 68.500 Einsätze, davon 47.500 für den Rettungsdienst und 3.600 Feuerwehreinsätze. Pro Tag gingen durchschnittlich 187 Mal am Tag ein Hilferuf in der Leitstelle ein.

„Wichtig erscheint uns, dass hier tatsächlich alle kreiseigenen Fahrzeuge für den Bevölkerungsschutz Platz finden, ebenso wie das überzeugende System der Nutzung von Abrollcontainer, die je nach Bedarf aufgesetzt und zum Einsatzort gebracht werden,“ so Bernd-Dieter Ferger.

Als Ziel fasst Bernd Brandemann zusammen: „Im engen Zusammenwirken mit dem Ehrenamt gilt es eine effiziente Infrastruktur zu planen, die die Aufgabenwahrnehmung optimiert und die Raum für eine zeitgemäße zentrale Ausbildung in Siegen-Wittgenstein für Feuerwehr, Retter und Helfer bietet.“


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