Diakonie Bethanien öffnet Tagespflegen in Siegen und Netphen ab 8. Juni 2020 wieder im Regelbetrieb

(wS/red) Siegen/Netphen 04.06.2020 | Diakonie Bethanien öffnet Tagespflegen in Siegen und Netphen ab 8. Juni 2020 wieder im Regelbetrieb

Die Diakonie Bethanien öffnet ihre Senioren-Tagespflegen in Siegen und Netphen ab dem 8. Juni 2020 wieder im Regelbetrieb. Die Einrichtungen waren seit dem 19. März 2020 aufgrund der CoronaSchutzverordnung nur für einen Teil der Gäste unter bestimmten Voraussetzungen als Notgruppenbetreuung geöffnet.

Für die Öffnung im Regelbetrieb wurde ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet, das sowohl die Schulung der Mitarbeitenden, als auch die Information und Mitwirkung der Angehörigen einschließt. So wird jeder Gast einem morgendlichen Gesundheitscheck unterzogen, bei dem unter anderem eine Abfrage von typischen Erkrankungssymptomen sowie eine Temperaturkontrolle erfolgt. Darüber hinaus müssen Gäste und Mitarbeitende bei direktem Kontakt einen Mund-Nasen-Schutz tragen auf eine penible Handhygiene und das Einhalten der Husten- und Niesetikette achten. Zudem muss auch in den Räumen der Tagespflegen die Abstandsregelung eingehalten werden.

Lutz Stähler

Hoher organisatorischer Aufwand, aber die Freude überwiegt

„Die Infektionsschutzmaßnahmen beeinträchtigen unseren gewohnten Ablauf natürlich schon“, erklärt Lutz Stähler, Leiter der Tagespflege der Diakonie Bethanien in Siegen. „Trotzdem überwiegt die Freude, dass wir wieder für mehr Senioren da sein dürfen.“

„Wir durften während der Notöffnung nur einige wenige Gäste mit besonderen Kriterien betreuen. Pflegende Angehörige fühlten sich alleine gelassen. Sie waren ohne die Entlastung der Tagespflege auf sich gestellt“, sagt Markus Stücher, Leiter der Tagespflege der Diakonie Bethanien in Netphen. „Den Gästen selbst fehlten soziale Kontakte, eine feste Tagestruktur und Aktivierungen verschiedener Art. Eine sinnvolle Beschäftigung, Anerkennung und sich wertgeschätzt fühlen, sind eben Bedürfnisse jedes Menschen – egal wie alt er ist.“

Markus Stücher

Über die Diakonie Bethanien

Die Diakonie Bethanien ist Trägerin mehrerer Seniorenzentren, Tagespflegeeinrichtungen, ambulant betreuter Wohngruppen und ambulanter Pflegedienste an den Standorten Solingen, Bochum, Dortmund, Iserlohn, Halver, Lüdenscheid, Lützeln, Siegen, Limburg, Ewersbach, Netphen und Schalksmühle. Darüber hinaus gehören das DiakonissenMutterhaus, eine Pflegeakademie, eine Lungenfachklinik, ein Bildungszentrum, ein Demenz-Zentrum, ein 3-Sterne-plus-Hotel auf Langeoog, medizinische Versorgungszentren sowie verschiedene Therapie- und Erholungseinrichtungen zur Diakonie Bethanien.

Die seit 1896 bestehende Diakonie mit Sitz in Solingen beschäftigt in 40 Einrichtungen rund 1.900 Mitarbeitende aus 52 Nationen, gehört zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und ist Mitglied der Diakonie Deutschland.

 

Senioren-Tagespflegen wieder offen – „Große Erleichterung für Senioren und pflegende Angehörige“

Ab dem 8. Juni 2020 dürfen Senioren-Tagespflegen unter strengen Infektionsschutzmaßnahmen wieder im Regelbetrieb öffnen. Die beiden Senioren-Tagespflegen der Diakonie Bethanien (ehemals Diakonisches Werk Bethanien) in Netphen und Siegen bieten bereits seit dem Beginn der Zugangsbeschränkungen am 19. März 2020 Notgruppenbetreuungen für wenige Gäste an.

Ein Interview mit den beiden Leitern der Einrichtungen, Markus Stücher und Lutz Stähler.

Warum sind Tagespflegen wichtig für die Senioren?

Markus Stücher: In unseren Tagespflegen verbringen Senioren den Tag in Gemeinschaft. Sie knüpfen neue Kontakte und nehmen Anteil am Leben anderer und ermutigen sich gegenseitig. Therapeutische Angebote stärken ihr Selbstwertgefühl und fördern ihre Selbstständigkeit. Es entstehen neue Freundschaften und Verbindungen unter den Senioren, die so weiterhin aktiv am sozialen Leben teilnehmen können.

Lutz Stähler: Aber nicht nur für die Senioren sind die Tagespflegen wichtig. Viele unserer Gäste können nur zu Hause leben, weil Angehörige oder Bekannte sie täglich dabei unterstützen. Das ist sowohl für sie selbst als auch für die Pflegenden mitunter sehr herausfordernd. Mit unserem Betreuungsangebot an sechs Tagen in der Woche ermöglichen wir beiden Seiten Pausen aus dem Pflegealltag, um neue Kraft zu schöpfen. Das Betretungsverbot für Tagespflegen war deshalb für Pflegebedürftige und die Angehörige eine enorme Belastung. Sie sind nun sehr erleichtert darüber, dass wir wieder öffnen dürfen.

Wie sieht so ein Tag üblicherweise für die Senioren in Ihren Tagespflegen aus?

Stücher: Unsere Tagespflegen stehen unter dem Motto „Alles, was einen guten Tag ausmacht“. Dazu gehören nicht nur eine abwechslungsreiche Tagesgestaltung und frisch zubereitetes Essen. Wir bieten täglich therapeutische Angebote wie Musik-und Kunsttherapie oder Seniorengymnastik und Gedächtnistraining. Manche Gäste lieben es, kreativ zu werken und viele sind sehr dankbar für unsere geistlichen Impulse wie Andachten oder Gottesdienste. In einer Atmosphäre der Wertschätzung ist es jedem möglich, die Angebote anzunehmen oder sich allein zu beschäftigen. Ein Sinnesgarten oder eine Terrasse und Ruheräume mit Betten und Sesseln ermöglichen Ruhepausen.

Lässt sich das überhaupt mit den vorgeschriebenen Infektionsschutzmaßnahmen vereinbaren?

Stähler: Die Maßnahmen beeinträchtigen unseren gewohnten Ablauf natürlich schon. So müssen wir beispielsweise jeden Gast einem morgendlichen Gesundheitscheck unterziehen, Krankheitssymptome abfragen, Temperatur messen und alles dokumentieren. Zudem müssen sowohl Gäste als auch Mitarbeitende bei direktem Kontakt einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich sowohl an die Husten- und Niesetikette als auch an die geltenden Abstandsregelungen halten. Aber wir haben uns flexibel auf die neue Situation eingestellt, haben gemeinsam nach kreativen Lösungen gesucht und halten alle Vorschriften sehr penibel ein. Trotz dieses deutlich erhöhten organisatorischen Aufwands überwiegt die Freude, dass wir wieder für unsere Gäste da sein dürfen.

Anzeige/WerbungJetzt clever werben bei wirSiegen.de – Infos hier