„Zunehmend schwierig“: Sicherheitsdienst jetzt auch am Rathaus Geisweid

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(wS/red) Siegen-Geisweid | 13.08.2026 | UPDATE | Die Stadt Siegen hat auf die Nachfragen von wirSiegen geantwortet. Einen einzelnen Auslöser für den Sicherheitsdienst am Rathaus Geisweid gibt es demnach nicht. Die Entscheidung sei „das Ergebnis einer längerfristigen Beobachtung der Situation vor Ort“, so die stellvertretende Pressesprecherin Claudia Scheffler. Es habe Situationen gegeben, in denen sich Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher im Umfeld des Rathauses unwohl fühlten. Die Stadt nennt verbale Belästigungen und Beeinträchtigungen im Eingangsbereich sowie im Gebäude selbst — darunter ausdrücklich „Verschmutzungen der Toiletten aufgrund von Drogenproblematiken“.

Der Sicherheitsdienst ist montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr im Einsatz, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr. Zu seinen Aufgaben gehören Präsenz, Beobachtung, Ansprache und Deeskalation sowie die Unterstützung der Mitarbeitenden am Empfang in problematischen Situationen.

Die eingesetzte Security darf auf öffentlicher Verkehrsfläche keine offiziellen Platzverweise aussprechen. Sie kann Personen ansprechen und zum Verlassen eines Bereichs auffordern oder im Rahmen des Hausrechts auf der städtischen Fläche den Zugang oder Aufenthalt untersagen. Die Anwendung unmittelbaren Zwangs obliege der Ordnungsbehörde oder der Polizei, so die Stadt.

„Der Sicherheitsdienst ersetzt weder Polizei noch Ordnungsbehörde und ist auch nicht als Ersatz für deren Aufgaben gedacht“, so Bürgermeister Tristan Vitt. Es gehe darum, im Alltag eine zusätzliche Ansprechbarkeit und Präsenz zu schaffen. Die Erfahrungen an den Rathäusern in Siegen und Weidenau, wo seit 2025 ein Sicherheitsdienst im Einsatz ist, seien aus Sicht der Stadt positiv.

Nach den sechs Monaten will die Stadt prüfen, ob und in welcher Form die Maßnahme fortgeführt werden soll. Hinweise aus dem Umfeld — auch von Anwohnern und Gewerbetreibenden — würden dabei berücksichtigt.

ERSTMELDUNG 11.08.2026

Die Stadt Siegen setzt seit Montag (10. August 2026) einen externen Sicherheitsdienst an der Pforte des Rathauses Geisweid ein. Während der regulären Öffnungszeiten ist die Sicherheitskraft im Eingangsbereich am Lindenplatz präsent.

Die Aufgaben beschränken sich dabei nicht auf den Haupteingang. Neben der sichtbaren Präsenz vor und hinter dem Eingang führt die Sicherheitskraft nach Angaben der Stadt auch regelmäßige Kontrollgänge auf der rückwärtigen Seite des Rathauses durch – auf der dem REWE-Markt zugewandten Seite. Dort sollen bei Bedarf Platzverweise erteilt werden.

Mit dem Einsatz will die Stadt nach eigener Darstellung Mitarbeitende der Verwaltung ebenso wie Besucherinnen und Besucher vor Belästigungen schützen und das Sicherheitsgefühl stärken. Vorrangige Aufgaben seien die Deeskalation bei Konflikten sowie die allgemeine Zugangskontrolle.

Bürgermeister Tristan Vitt begründet die Maßnahme so: „Mit der Präsenz des Sicherheitsdienstes schaffen wir einen weiteren Baustein für ein sichereres Umfeld, sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung.“ Die Situation vor dem Rathaus Geisweid werde „von vielen Menschen zunehmend als schwierig wahrgenommen“. Deshalb ergänze die Stadt die bereits verstärkten Kontrollen der Ordnungsbehörden um eine weitere Maßnahme, um das Sicherheitsgefühl zu stärken und die Aufenthaltsqualität vor Ort zu verbessern.

Der Sicherheitsdienst am Rathaus Geisweid ist zunächst auf sechs Monate angelegt. An den Pforten der Rathäuser in Siegen und Weidenau ist bereits seit 2025 ein Sicherheitsdienst präsent.

Die Pressemitteilung der Stadt nennt allerdings keine konkreten Vorfälle und lässt offen, was genau mit der „schwierig wahrgenommenen“ Situation gemeint ist. wirSiegen hat deshalb bei der Stadtverwaltung nachgefragt: Was war der konkrete Anlass für die Maßnahme, und wurden Mitarbeitende am Rathaus Geisweid selbst bedroht oder angegriffen? Ist die Lage vor Ort tatsächlich gefährlicher geworden? Warum haben die bereits verstärkten Kontrollen der Ordnungsbehörden nicht ausgereicht, und hat sich die Polizeipräsenz rund um das Rathaus zuletzt verändert? Und gibt es parallel Maßnahmen, die an den Ursachen ansetzen?

Sobald die Antworten der Stadt vorliegen, werden wir darüber berichten.

Archivfoto Oktober 2025: Rettungskräfte versorgen einen Verletzten vor dem Rathaus Geisweid. Der 45-Jährige erlitt bei der Auseinandersetzung eine Schnittverletzung im Gesicht.

Archivfoto vom Oktober 2025: Polizei- und Rettungseinsatz am Rathaus Geisweid nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung am Lindenplatz. Drei Männer wurden damals verletzt, zwei kamen ins Krankenhaus.

(Fotos: Andreas Trojak / wirSiegen.de)

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