(wS/bu) Burbach 19.09.2026 | Seit bald vier Jahrzehnten hilft der Verein Helfende Hände Burbach Menschen mit
Unterstützungsbedarf dabei, so lange wie möglich in ihrem Zuhause leben zu können. Erreicht wird
dieses Ziel durch die Erledigung haushaltswirtschaftlicher Tätigkeiten, die Übernahme des Einkaufs,
Fahrdienste, das Begleiten zu Ärzten und Therapeuten, Gespräche, Bewegungsförderung und
einiges mehr. Auch die Entlastung von (pflegenden) Angehörigen gehört zum Portfolio des Vereins.
Jetzt besuchte Bürgermeister Jonas Becker die Einrichtung an der Nassauischen Straße, um mit dem
Vorstand und den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle über aktuelle Entwicklungen und
Herausforderungen zu sprechen.
Seit Anfang des Jahres dürfen dazu aus- und weitergebildete Mitarbeitende offiziell die gesetzlich
vorgeschriebenen Pflegeberatungsbesuche für Menschen mit Pflegegraden anbieten. In der
Vergangenheit wurde das immer wieder angefragt, nun seien die entsprechenden
Rahmenbedingungen erfüllt und die Berechtigung liege vor. Welcher Unterstützungsbedarf liegt
vor? Wie wird ein Pflegegrad festgestellt? Welche Sach- und Geldleistungen können
Pflegebedürftige und ihre Angehörigen beantragen? Diese und viele weitere Fragen können und
dürfen nun erörtert und beantwortet werden. Der Bedarf sei hoch, berichtete Christine Sahm,
Vorstandsassistentin und Vertretung der Einsatzleitung und Verwaltung. Sie und Christiane Buck
koordinieren die Termine und Einsätze der rund 90 Mitarbeitenden bei den ca. 250 Kunden.
„Der Umfang unserer Arbeit geht im Grunde deutlich über das Engagement eines ehrenamtlichen
Vereins hinaus. Wir agieren eher wie ein kleines mittelständisches Unternehmen“, beschrieb der
Vorsitzende Frank Podehl die erreichte Dimension. Zwar sei der Verein nicht auf eine möglichst hohe
Gewinnerzielung ausgerichtet, aber dennoch ist ein wirtschaftliches Handeln die Grundlage dafür,
den Vereinszweck zu erfüllen: „Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen, die Unterstützung
benötigen, so lange in ihren eigenen vier Wänden wohnen und gut leben können wie nur möglich“,
betonten Podehl, Sahm sowie die stellvertretende Vorsitzende Cornelia Frings und der Beisitzer der
Gemeinde, Jochen Becker.
Der Name des Vereins ist somit Programm – suggeriert aber vielleicht zu stark eine Hilfe in allen
Lebenslagen. „Es kommen fast täglich Menschen in unsere Geschäftsstelle mit Anliegen, die wir
nicht bedienen. Häufig sind es Fragen zu Angelegenheiten und (Sozial-)Leistungen der öffentlichen
Hand. Dann vermitteln wir an das Bürgerbüro im Rathaus oder an das Familienbüro in der
Römerpassage. Zudem müssen wir immer wieder erklären, dass wir kein Pflegedienst sind.
Fachpflegerische Leistungen dürfen und können wir nicht anbieten“, grenzte Christine Sahm den
Tätigkeitsbereich des Vereins ab. Aus den Nachbarkommunen kämen ebenfallszahlreiche Anfragen.
Doch auch hier müsse eine klare Grenze gezogen werden: „Von Burbach für Burbach – das war von Anfang an das Motto des Vereins, als er 1988 gegründet wurde. Und das gilt heute noch. Auch weil
uns für eine flächenmäßige Ausdehnung unserer Arbeit schlicht die finanziellen und personellen
Ressourcen fehlen“, schloss Frank Podehl eine Expansion des Einsatzgebietes aus.
„Die Helfenden Hände schließen die Lücke zwischen Unterstützungsbedarfen, die aus Alters- oder
Krankheitsgründen oder nach einem Unfall bestehen, aber noch nicht in den Bereich der Fachpflege
gehören. Die alltägliche Hilfe im Haushalt, die Pflege sozialer Kontakte, die Motivation zur Aktivität,
die Begleitung pflegender Angehöriger – all das trägt dazu bei, Lebensqualität zu erhalten oder
wieder herzustellen. „Das etablierte und nachhaltige Engagement des Vereins ist ein Glücksfall für
Burbach“, sagte Bürgermeister Jonas Becker. Die Gemeinde Burbach wolle die Arbeit auch in
Zukunft, allerdings abhängig von der jeweiligen Haushaltslage der Kommune, so gut wie möglich
unterstützen.

Trafen sich jetzt zu einem vertrauensvollen Austausch in der Geschäftsstelle der Helfenden Hände (v.l.n.r.): Bürgermeister Jonas Becker, die stellv. Vereinsvorsitzende Cornelia Frings, Vereinsvorsitzender Frank Podehl, Vorstandsassistentin Christine Sahm und Jochen Becker, Beisitzer für die Gemeinde Burbach. Foto: Gemeinde Burbach
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