Hoch allergene Ambrosia fühlt sich in Siegen wohl

wS/si   Siegen  –  Nachdem im vergangenen Jahr bereits in 20 Siegener Gärten Vorkommen der Beifuß-Ambrosie festgestellt wurden, ruft die städtische Umweltabteilung auch in diesem Jahr zu erhöhter Aufmerksamkeit auf.

„In allen uns bekannt gewordenen Fällen des vergangenen Jahres handelte es sich um Einzelpflanzen, die sich unter oder in der Nähe von Vogelfutterplätzen entwickelt hatten. Dies ist als Beleg dafür zu sehen, dass die Pflanze über verunreinigtes Vogelfutter in die Gärten eingeschleppt wurde“, erklärt der Leiter der Umweltabteilung, Dr. Bernhard Kraft, und ergänzt, dass die Pflanzen vollständig beseitigt und über den Hausmüll entsorgt worden seien.

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisifolia) ist eine stark Allergie auslösende Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Sie hat sich bereits in mehreren europäischen Ländern stark ausgebreitet und ist nun auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Gefahr, die von dieser eher unscheinbaren Pflanze ausgeht, liegt in dem hohen Reizpotenzial ihrer Pollen. Diese lösen allergische Reaktionen der Augen und Atemwege aus und führen nicht selten zu Asthmaanfällen. Der späte Blütezeitpunkt der Beifuß-Ambrosie im August und September bedeutet eine zusätzliche Belastung der Pollenallergiker durch die Verlängerung der Pollensaison, wenn die Gräserpollen nur noch in geringen Mengen fliegen.

Konsequent bekämpfen – aber mit Köpfchen (und Plastiktüte)

Dr. Bernhard Kraft: „Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten Gartenbesitzer bereits jetzt einen kritischen Blick in ihren Garten werfen und bisher unbekannte Pflanzen im Bereich von Vogelfutterplätzen vorsorglich ausreißen. Hierbei hilft eine Broschüre des Landesumweltamtes, in der die Beifuß-Ambrosie anhand von Fotos vorgestellt wird und bestimmt werden kann. Wenn sich bereits Blüten entwickelt haben, sollten Allergiker den Umgang mit der Pflanze meiden. Aber auch Nicht-Allergiker sollten vor dem Ausreißen die Pflanze vorsichtig mit einer Plastiktüte umhüllen und nach dem Ausreißen im Restmüll entsorgen.“

Das Informationsblatt kann bei der Umweltabteilung (Tel. 0271/404 – 3282) angefordert werden. Gartenbesitzer, die festgestellt haben, dass eine Beifuß-Ambrosie in ihrem Garten steht, sollten dies ebenfalls bei der Umweltabteilung unter Telefon 0271/404-3448 melden, damit die Ausbreitung der Pflanze im Stadtgebiet dokumentiert werden kann.

Bildunterschrift: Auffallend unauffällig: die Beifuß-Ambrosie, die schwere Allergien auslösen kann.