„Route 57“ soll Siegerland und Wittgenstein besser verbinden

wS/po/wf.  Erndtebrück     – „Was kürzlich mit etwa 11.000 Unterschriften in sechs Wochen begann, soll nun einen weiteren Schub bekommen. Die mehr als 10.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen Kreuztal und Bad Berleburg haben eindrucksvoll unterstrichen, wie die sog. „schweigende Mehrheit“ in unserer Region wirklich denkt“. Mit diesen Worten unterstrich Christian Kocherscheidt, Sprecher des Initiativkreises für eine bessere Verkehrserschließung des Wittgensteiner Raumes, die gestärkte Motivation von Unternehmen und Gewerkschaften, den einmal eingeschlagenen Weg mit aller Entschiedenheit und langfristigen Beharrlichkeit fortzusetzen. „Diese Kampagne soll sich durch ein sinnfälliges Logo und eine verbindende positive Aussage präsentieren. Beides haben wir gefunden. Wir werden künftig von der Route 57 sprechen, wenn wir die Verkehrsachse zwischen Kreuztal und Wittgenstein meinen. Diese Route 57, diese Verkehrserschließung, ausgehend von Kreuztal über Hilchenbach bis nach Erndtebrück und Bad Berleburg, verbindet Kommunen, die die 57 in ihrer Postleitzahl führen. Der dynamische Pfeil, der diese Route 57 um einen symbolischen Punkt herum führt, soll unsere Forderung nach zügigen Ortsumgehungen um die 57er Kommunen unterstreichen“, interpretierte Christian Kocherscheidt das Logo.

„Und ein Weiteres wollen wir unterstreichen: Wir werden in den nächsten Jahren diejenigen sein, die eine positive Botschaft aussenden, indem wir in unserem Slogan formulieren: ‚Ich bin dafür! Siegerland und Wittgenstein besser verbinden’. Ganz bewusst setzen wir mit diesem Slogan ein Zeichen gegenüber denjenigen, die gegen Alles sind, insbesondere gegen funktionsfähige Straßen, die Unternehmen wie Arbeitnehmern, kurzum der gesamten Bevölkerung, nutzen.“

„Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in Kürze Aufkleber mit der Route 57 und dem Bekenntnis für die bessere Verkehrsverbindung in den nächsten Wochen und Monaten zwischen Kreuztal und Wittgenstein auf mehreren tausend Pkws kleben. Dieses starke Zeichen der Solidarisierung wäre somit eine logische Konsequenz aus der großen Beteiligung so vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Unterschriftenaktion“, erklärte DGB-Regionalvorsitzender Willi Brase, einer der Mitinitiatoren des Initiativkreises. „Die Gewerkschaften und insbesondere die betrieblichen Funktionäre werden nicht locker lassen und sich mit diesen Aktivitäten weiterhin solidarisch zeigen“, gab sich Willi Brase überzeugt.

„Wenn Gewerkschaften und Unternehmen, wenn Arbeitnehmerschaft und Wirtschaft einer Region derartig geschlossen an einem Strick in dieselbe Richtung ziehen, dann wird man dies auch in Düsseldorf und darüber hinaus zur Kenntnis nehmen müssen. Unsere Region hat nach jahrzehntelanger Diskussion über alle möglichen Straßenvarianten endlich einen Anspruch auf die Realisierung einer Verkehrserschließung, die die offensichtliche Benachteiligungen im Grunde für alle Bevölkerungsschichten endlich beseitigt und nicht weiter zerredet“, forderte Willi Brase.

 

Seitens der Industrie- und Handelskammer Siegen kündigte Hermann-Josef Droege, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, an, dass der Initiativkreis entsprechend den weiteren Verfahrensfortschritten auch

Sachaufklärung leisten wolle. „Erstaunlicherweise existiert in manchen Köpfen immer noch die A 4, die FELS oder eine andere Art einer Miniautobahn, die angeblich geplant wird. Diese Fehlinformationen werden von den Straßengegnern teils bewusst geschürt, etwa in Leserbriefen, deren sachliche Aussagen häufig nichts mehr mit der aktuellen Planung von Ortsumgehungen zu tun hat. Offensichtlich hat die jahrzehntelange Diskussion über politisch geforderte und dann wieder verworfene Straßenvarianten für so viel Verwirrung gesorgt, dass Aufklärung vonnöten ist“, stellte Hermann-Josef Droege fest. „Deshalb ist der Initiativkreis auch zuversichtlich, dass mit ehrlicher und den Tatsachen entsprechender Information die in den letzten Wochen und Monaten entstandene bürgerschaftliche Bewegung weiteren Schwung bekommen wird. So sind Flyer denkbar, die das gesamte Straßenprojekt verständlich erläutern, aber auch unter Umständen notwendige Informationen im Fall einzelner örtlich Betroffener. Auch Diskussionen wird der Initiativkreis nicht ausweichen“.

Als Gastgeber der Pressekonferenz hatte sich der Wittgensteiner Unternehmer Bernd Berge, Inhaber der Firma Berge-Bau, zur Verfügung gestellt. In seinem einführenden Grußwort äußerte er sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Erfolg der Unterschriftenaktion. Die Initiative für eine bessere Verbindung zwischen Siegerland und Wittgenstein werde er jedenfalls mit Nachdruck unterstützen, denn die habe er bereits seit Jahrzehnten bei jeder Gelegenheit aufgrund eigener unternehmerischer Betroffenheit wie auch mit Blick auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefordert.

Nun hätten auch Mitarbeiter wieder Hoffnung geschöpft, dass sich endlich etwas bewege. Nicht nur die Zusatzkosten für den Unternehmer durch große Entfernungen zum Kunden bedeuten Nachteile im harten Wettbewerb. „Besonders ärgerlich ist es für mich als Arbeitgeber mit anzusehen, wie überlange Fahrzeiten wegen schlechter Straßen das

eigene Bemühen konterkarieren, möglichst jeden Abend den Mitarbeiter zu seiner Familie zurückkehren zu lassen. Dieses Ziel ist für mich ein wesentliche Baustein für eine verlässliche Sozialpartnerschaft zwischen mir als Arbeitgeber und den Mitarbeitern. Vernünftige Straßenverhältnisse, die Wittgenstein mit dem überregionalen Straßennetz verbinden, haben für mich also auch eine soziale Dimension“, erläuterte Bernd Berge.