Viele Hummeln sterben auf der Suche nach Nahrung

wS/si     Siegen   –  Zurzeit melden sich bei der Umweltabteilung der Stadt Siegen immer wieder besorgte Bürgerinnen und Bürger, die unter Lindenbäumen im Stadtgebiet zahlreiche tote oder sterbende Hummeln entdeckt haben. „Viele Anrufer vermuten, dass die Tiere sich vergiftet haben. Das ist aber nicht der Fall“, sagt der städtische Experte Dr. Martin Wiedemann. Die Ursache ist eine ganz andere, wie der Biologe klarstellt:. „Die Hummeln sind verhungert, da das Nektarangebot nicht mehr ausreicht, um die Hummelvölker zu ernähren, jetzt, da sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung befinden.“

Zahlreiche Arbeiterinnen und die für die Gründung neuer Völker wichtigen Jungköniginnen sind geschlüpft und suchen in diesen Tagen in der näheren Umgebung ihrer Nester nach Nahrung. Diese finden sie jetzt fast nur noch in den blüten- und nektarreichen Lindenblüten. Für die große Nachfrage reicht deren Nektarproduktion jedoch nicht aus, so dass viele erschöpfte Hummeln unter den Bäumen sterben, da sie keine Energiereserven mehr haben.

Honigbienen auch betroffen

In diesem Jahr ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt. Auch ist die Blütezeit der Pflanzen etwa 14 Tage früher als sonst üblich. Der Nahrungsmangel betrifft alle Blütenbesucher, also auch Honigbienen. Dass jedoch vor allem Hummeln vom Massensterben betroffen sind, liegt daran, dass diese im Gegensatz zu Honigbienen kaum Vorräte anlegen.

Richtige Gartenbepflanzung hilft

Abhilfe kann das vermehrte Anpflanzen von Linden schaffen, der spät blühenden Silberlinde kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Wer nicht so viel Platz im Garten hat, sollte statt dessen blühende Stauden wie zum Beispiel Lavendel, Rosmarin, Salbei, Baldrian, Ehrenpreis oder verschiedene Disteln pflanzen, rät Dr. Wiedemann.

Ein weiterer Tipp: Wenn zumindest ein Teil des Rasens etwas länger stehen bleibt, kommen Weißklee, Gänseblümchen oder Braunelle zur Blüte und bieten Nahrung für Hummeln und Bienen.

Weitere Informationen können bei der Umweltabteilung der Stadt Siegen kostenlos angefordert werden (Tel. 0271/404-3214).

www.siegen.de

 

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