Trotz sinkender Kaufkraft steigende Umsätze im Einzelhandel

wS/ihk/ksw  Kreis Siegen-Wittgenstein  –  Die Bürger haben weniger Geld für den Einzelhandel in der Tasche, aber sie geben es heute gegenüber 2003 wieder mehr in den Geschäften vor Ort aus. Das zeigt eine Auswertung der jüngsten Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) jetzt vorgelegt hat.

Der Einzelhandelsumsatz hat sich im IHK-Bezirk besser entwickelt (+ 4,9 Prozent) als im Bundes- und Landesdurchschnitt (- 0,7 bzw. – 1,1 Prozent). Am meisten gewonnen hat die Stadt Freudenberg (+ 43 Prozent). Kräftig zugelegt haben auch Netphen, Kreuztal Erndtebrück und Lennestadt mit jeweils mehr als 20 Prozent gegenüber den Umsätzen im Jahre 2003. Das Oberzentrum Siegen büßte im selben Zeitraum 3,6 Prozent ein. Die Kreisstadt Olpe gewann 8,75 Prozent Umsatz hinzu. Bemerkenswert ist, dass die Umsatzzuwächse im IHK-Bezirk trotz sinkender Einwohnerzahl und nachlassender Einzelhandelskaufkraft erzielt werden konnten. Das heißt zwangsläufig, dass mehr Kunden aus den Nachbarregionen zum Einkaufen in die Städte und Gemeinden im IHK-Bezirk gekommen sind oder weniger Kunden aus dem IHK-Bezirk außerhalb einkaufen.

Diese positive Entwicklung ist an erster Stelle auf die zahlreichen Investitionen der letzten Jahre zurückzuführen“, erläutert Rudolf König gen. Kersting, zuständiger Geschäftsführer der IHK. Wir können aber noch nicht zuverlässig beurteilen, inwieweit die Neuansiedlung und die Erweiterung der Discountmärkte die Kaufkraftbindung beeinflusst haben. Das bedarf noch einer näheren Untersuchung“.

Im Bezirk der IHK Siegen werden heute 2,1 Milliarden Euro im Einzelhandel umgesetzt, davon 560 Millionen Euro im Kreis Olpe und 1,54 Millionen. Euro im Kreis Siegen-Wittgenstein. Den größten Anteil an den Umsätzen hat mit 756 Millionen Euro die Stadt Siegen, das entspricht einem Anteil von circa 36 Prozent, gefolgt von Kreuztal mit 192 Millionen Euro. Im Kreis Olpe ist die Stadt Olpe mit 152 Millionen Euro stärkster Umsatzträger, gefolgt von Lennestadt mit 133 Millionen Euro. Pro Kopf stehen im IHK Bezirk den Menschen 5280 Euro im Jahr für den Einzelhandel zur Verfügung. Das ist etwas weniger als der Bundesdurchschnitt mit 5329 Euro und deutlich weniger als der Landesdurchschnitt mit 5409 Euro. Am meisten Geld haben die Bürger Wilnsdorfs mit 5687 Euro, am wenigsten die Einwohner Lennestadts (5097 Euro). Im Kreis Olpe liegt die Stadt Olpe mit 5480 Euro vorn.

Die höchste Einzelhandelszentralität (absolut) hat mit 141,6 die Stadt Siegen, die niedrigste mit 36,2 die Gemeinde Kirchhundem. Die absolute Einzelhandelszentralität ist ein Maß für die Kaufkraftbindung und weist aus, ob eine Kommune zusätzliche Kaufkraft von außen anzieht. Dann liegt die Kennziffer über 100. Wenn per Saldo Kaufkraft abfließt, liegt sie darunter.

Grundlage der Auswertung sind die Zahlen der GfK, in die auch Schätzungen einfließen. Sie können im Einzelfall von den tatsächlichen Verhältnissen abweichen.

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