worldmusic am 23. September erstmals im Museum für Gegenwartskunst!

wS/si/tbs  Siegen  –  KulturSiegen ist mit seiner beliebten Konzertreihe „worldmusic“ – anspruchsvolle Musik aus aller Welt –­ im September diesen Jahres erstmals im Museum für Gegenwartskunst zu Gast. Der Leiter von KulturSiegen, Fritz Hiller, und Dr. Eva Schmidt, künstlerische Leiterin des Museums für Gegenwartskunst, freuen sich, zum Auftakt der Herbstspielzeit am Freitag, 23. September 2011, um 18.00 Uhr die Gruppe Zuf de Zur mit Partisanen-Liedern aus dem Friaul begrüßen zu können.

Für die Stadt Siegen“, so Fritz Hiller, sei dieses Premieren-Gastspiel von „worldmusic“ außerhalb des gewohnten Veranstaltungsortes KrönchenCenter bzw. Fißmer-Anlage, „eine prima Möglichkeit, die gute Zusammenarbeit mit dem Museum für Gegenwartskunst weiter auszubauen.“ Der vielseitige Veranstaltungskalender des Museums für Gegenwartskunst bekomme auf diese Weise eine neue Klangfarbe dazu. Und Dr. Eva Schmidt ergänzt: „Die Auswahl des Konzertes mit Zuf de Zur und den Liedern aus dem Friaul, dieser Region mit seiner wechselvollen Geschichte in Italien, könnte nicht besser sein. Das Konzert passt zur aktuellen Ausstellung mit Arbeiten von Cy Twombly und seinen Fotografien voll mediterraner Atmosphäre. Der Künstler selbst lebte seit den 50er Jahren hauptsächlich in Italien.“

Zuf de Zur, Partisanen-Lieder aus dem Friaul, Italien

Zuf de Zur gründete sich 1994 in Gorizia, einer Kleinstadt im Friaul, gelegen zwischen Venetien, Kärnten, Slowenien und der italienischen Adria. Dort mischen sich seit Jahrhunderten vielfältige Sprachen Musiken und Kulturen. Zuf de Zur beschäftigen sich mit der einzigartigen, facettenreichen musikalischen Tradition dieser Region, die geprägt ist von zahlreichen kulturellen Einflüssen einer Grenzregion mit wechselhafter Geschichte zwischen Balkan, Bergen und Küste.

Die Gruppe kommt in Vierer-Besetzung nach Siegen: Gabriella Babrielli, Gesang, Mauro Punteri, Gitarre, Gesang, Federico Magris, Cello und Francesca Magris, Geige. Die zwei Musikerinnen und zwei Musiker haben eine eigene musikalische Sprache entwickelt, um lustige wie traurige Geschichten fein zu verweben mit melancholischen und beschwingten Klängen, die sich aus vielen Quellen speisen. Die Texte werden in slowenischer Sprache, auf Istro Veneto, Friaul, Jiddisch und Deutsch gesungen – alles Sprachen, die in Gorizia gesprochen werden bzw. wurden.

Die besondere Rolle des Friaul während des Faschismus ist ein besonderer Teilaspekt der musikalischen Forschung von Zuf de Zur. In Erinnerung an die Toten des antifaschistischen Widerstandes präsentiert die Gruppe eigene Kompositionen und neue Arrangements von damals verfassten Liedern aus Konzentrationslagern und Ghettos.

Zuf de Zur gehört zum Kern der Ethno-Folk-Szene Italien und wird heute – gerade in politisch schwierigen Zeiten – wahrgenommen und geschätzt.

Ziele von worldmusic: Bildung und Kultur als hautnahes Erlebnis

Mit der „worldmusic“-Reihe verfolgt KulturSiegen von Anfang an, also seit nunmehr fünf Jahren, die Zielsetzung, Bildung und Kultur eng zu verzahnen und Musikkulturen aus aller Welt hautnah und authentisch zu vermitteln. Die kleine, aber feine Reihe erfreut sich eines zunehmend begeisterten Publikums. Ein weiteres Merkmal dieser Reihe ist die immer wieder gelungene Vernetzung verschiedener Akteure in Siegen, die an vielfältigen Themen zur Globalisierung und Integration arbeiten. Und da Lernen bekanntlich (auch) eine sinnliche Angelegenheit ist, gehören gelegentlich kulinarische Entdeckungsreisen mit zum Programm.

Für diesen Ansatz steht sinnbildlich das Programm am Samstag, 15. Oktober 2011. Von 15.00 bis 20.00 Uhr gibt es im KrönchenCenter einen großen Afrikatag rund um das „worldmusic“-Konzert mit Patrick Bebey, der seine Wurzeln in Kamerun hat und in Paris lebt. Patrick Bebey ist ein Grenzgänger im besten Sinne. Er studierte klassische Musik am Pariser Conservatoire und verbindet lebendige afrikanische Musik mit Jazz-Elementen.

Das umfassende Programm, das verschiedene Akteure zum 35-jährigen Jubiläum des Siegener Weltladens und zum 15-jährigen Bestehen des Eine-Welt-Forums Siegen-Wittgenstein anbieten, wird zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich vorgestellt.

Finanzierung aus der Region sichert die Reihe worldmusic

Keinesfalls möglich wäre „worldmusic“ ohne die Unterstützung der örtlichen Sponsoren; an erster Stelle die Volksbank Siegerland eG sowie die IG Metall Siegen und die DGB Region. „Das Engagement aus der Region hat bisher zur finanziellen Absicherung dieser Reihe beigetragen. Allein aus dem vergleichsweise kleinen Budget aus dem Haushalt der Stadt Siegen und der ergänzenden Förderung des Landes NRW wäre diese anspruchsvolle Konzertreihe nicht möglich; zumal das Angebot bislang ohne Eintrittsgelder realisiert worden ist“, stellt Fritz Hiller klar.

Das Prinzip des freien Eintritts – wobei gleichwohl Spenden stets willkommen sind – soll auch in Zukunft möglichst beibehalten bleiben. Wie Helga Dellori, die für „worldmusic“ zuständige Mitarbeiterin bei KulturSiegen, erläutert, werde die Stadt Siegen in der Spielzeit 2012 versuchen, trotz veränderter Förderstruktur seitens des Kultursekretariats, durch eine Mischung verschiedener Angebote und wie bisher mit Unterstützung der Kölner Agentur alba-Kultur ein weiterhin attraktives und für die Stadt Siegen finanzierbares Programm zu gestalten.

Informationen:

KulturSiegen, Helga Dellori, Tel.: (0271) 404-3057, h_dellori@siegen.de

www.siegen.de (Bildung & Kultur)

www.buehnen-suedwestfalen.de

www.klangkosmos-nrw.de

Bildunterschrift: Laden erstmals zu einem worldmusic-Konzert ins Museum ein: Dr. Eva Schmidt (Museum für Gegenwartskunst Siegen) und Fritz Hiller (KulturSiegen). 

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