Polizei warnt russischstämmige Mitbürger vor Schockanrufen

wS/ots  –  Siegen  –  11.07.2012  —  Gestern insgesamt acht Schockanrufe – einmal erfolgreich !  —  Aus aktuellem Anlass warnt die Kreispolizeibehörde erneut vor sogenannten Schockanrufen, die am gestrigen Tag insgesamt acht russischstämmige Bürger/-innen ereilten.

In einem Fall sogar erfolgreich! Eine über 70-jährige Frau aus Weidenau fiel nämlich auf das von den hinterlistigen Anrufern skizzierte Szenario herein – und ist nun über 9.000 Euro ärmer!

In allen Fällen handelte es sich bei den Angerufenen um Deutsche mit russischen Wurzeln. In einem Fall auch um einen kasachischen Staatsangehörigen. Die Telefonate werden seitens der Anrufer fast ausschließlich in russischer Sprache geführt.

Den Angerufenen wird immer vorgegaukelt, dass ihr Sohn durch einen Unfall ein kleines Kind oder ein junge Frau schwer verletzt habe. Das angeblich verletzte Kind bzw. die angeblich verletzte junge Frau befände sich jetzt im Krankenhaus und müsse dort behandelt werden. Meistens kommt an dieser Stelle dann ein angeblicher Rechtsanwalt der Verletzten ins Spiel, an den dann seitens des Anrufers der Hörer weiter gereicht wird. Dieser „Rechtsanwalt“ gibt nun an, der sich für eine Summe von 20.000 – 30.000 Euro die Sache „auch so erledigen lasse.“ Andernfalls, ja andernfalls müsse der Sohn halt für mehrere
Jahre ins Gefängnis – das sei nun mal Gesetz so.

Die über 70-jährige Weidenauerin fiel leider auf diese perfide Schockbetrugsvariante herein und übergab einem Boten, der sich als Angehöriger des bei dem Unfall verletzten Mädchens ausgab, über 9.000 Euro.

Die anderen sieben Angerufenen reagierten hingegen genau richtig: Sie verständigten entweder sofort die Polizei oder setzten sich mit ihren leibhaftigen Angehörigen in Verbindung, so dass in diesen Fällen die hinterhältigen Betrüger leer ausgingen. Auch die von einem der Angerufenen erprobte Variante, dass man angibt, überhaupt kein Bargeld zu Hause zu haben, ist durchaus empfehlenswert, da die Betrüger dann oftmals das Gespräch schnell von sich aus beenden, weil „da ja nichts zu holen ist.“ Die Polizei rät ohnehin generell dringend dazu, Anrufern niemals am Telefon mitzuteilen, wie viel Geld man zu Hause aufbewahrt.

Das Siegener Kriminalkommissariat 2 ermittelt jetzt gegen die hinterhältigen  Schockanrufer. Weitere gleichgelagerte Anrufe können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere russischstämmigen Mitbürgern rät die Kreispolizeibehörde daher derzeit zu entsprechender Vorsicht. Sollte es zu einem Schockanruf kommen, so sollten Betroffene nicht zögern und sofort über den Notruf 110 die Polizei kontaktieren.

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