Nasse Straßen! – Vier junge Fahranfänger innerhalb einer Woche verunglückt

wS/ots  –  Siegen  –  19.10.2012  —  Polizei rät zu achtsamer und vorausschauender Fahrweise  —  Feuchtes Laub auf der Fahrbahn, die erste tückische Reifglätte, schlechte Sichtverhältnisse durch Dämmerung oder Nebel und erhöhte Wildwechselgefahr. Bei Autofahrten in Herbst und Winter ist besondere Vorsicht geboten. Daher appelliert die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein, entsprechend achtsam zu fahren und die Geschwindigkeit den jetzigen Gegebenheiten und Straßenverhältnissen anzupassen. Dies gilt in besonderem Maße für die Gruppe der sogenannten „Jungen Fahrer“ (18-24 Jahre), die naturgemäß noch keine ausreichende Fahrpraxis haben (können) und von daher beispielsweise von den Tücken einer  glatten Fahrbahn mehr als unangenehm überrascht werden können.

Leidvoll mussten dies in dieser Woche gleich mehrere junge Autofahrer in unserem Kreisgebiet erfahren: Am 15.10. kam eine 21-jährige Frau aus dem Kreis Olpe mit ihrem Pkw auf der regennassen HTS auf Grund nicht angepasster Geschwindigkeit in einem Kurvenbereich von der Fahrbahn ab und prallte gegen die Mittelleitplanke. Obwohl der PKW der jungen Frau insgesamt sieben Mittelleitplankensegmente beschädigt hatte die Olperin noch Glück im Unglück: Sie überstand das Unfallgeschehen nämlich glücklicherweise unverletzt.

Weitaus weniger Glück hatte hingegen am selben Tag eine 19-jährige Erndtebrückerin. Sie war auf der B 508 aus Richtung Kronprinzeneiche in Fahrtrichtung Hilchenbach unterwegs. Nach Durchfahren einer Kurve geriet sie vermutlich aufgrund unangepasster Geschwindigkeit in Verbindung mit einer Verunreinigung der dortigen Fahrbahn ins Schleudern. In der nachfolgenden Kurve schleuderte sie auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal mit einem entgegenkommenden Pkw zusammen. An beiden Pkw entstand Totalschaden. Die 19-Jährige und auch der andere PKW-Fahrer wurden schwer verletzt und mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Gesamtschadensbilanz: rund  40000 Euro.

Nur einen Tag später – am 16.10.2012 – kam es auf der L 531 zu dem nächsten folgenschweren Unfall. Wiederum mit Beteiligung einer jungen Fahranfängerin. In diesem Fall betroffen eine 19-Jährige aus Neunkirchen. Auch diese junge Frau verlor auf der regennassen Fahrbahn aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Auch sie geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort frontal mit einem entgegenkommenden Pkw. Unfallbilanz: Drei Verletzte und über 22.000 Euro Sachschaden.

Last but not least, am 18.10.2012 ereignete sich dann der vierte Unfall unter Beteiligung eines Fahranfängers auf der zum Unfallzeitpunkt regennassen B 508. Ein 20-Jähriger kam aufgrund seiner den Straßen- und Witterungsverhältnissen nicht angepassten Geschwindigkeit mit seinem Kleinwagen von der Fahrbahn ab und knallte in die Leitplanke.

Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein appelliert vor dem Hintergrund dieser Verkehrsunfälle noch einmal mit aller Dringlichkeit an die so genannten Jungen Fahrer zu langsamer und vorausschauender Fahrweise.

Achim Hagelauer, Polizeihauptkommissar und Leiter des Siegen-Wittgensteiner Verkehrsdienstes mahnt aufgrund der Unfallsituation noch einmal deutlich: “ Die jungen Fahrer müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie noch keine ausreichende Fahrpraxis haben können, um alle im Straßenverkehr auftretenden Situationen zu meistern . Deshalb ist es zu dieser Jahreszeit umso wichtiger, dass diese jungen Menschen Ihre Fahrgeschwindigkeit den Witterungs- und
Straßenbedingungen anpassen.  Besondere Vorsicht ist bei Temperaturen unter 4 Grad /um den Gefrierpunkt geboten, da sich nasse Fahrbahnen
innerhalb weniger Minuten in regelrechte „Rutschbahnen“ verwandeln können.

Auch plötzlich auftretender Nebel ist in den Herbstmonaten nichts Ungewöhnliches. Nebel-Fahrten erfordern ebenfalls höchste Konzentration! Bei Nebel sollte der Sicherheitsabstand in jedem Fall vergrößert werden. Schon bei ersten Nebelschwaden sollte man das Fahrlicht einschalten, um besser zu sehen und gesehen zu werden! Die Nebelschlussleuchte darf nur dann eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite unter 50 Metern liegt!

Zum Schluss noch einmal der Siegener Verkehrsexperte: „Man kann den jungen Fahrerinnen und Fahrern wirklich nur immer wieder ans Herz legen, dass sie nur ein einziges, kostbares Leben haben. Im Straßenverkehr können aber selbst kleinste Fehler mitunter folgenschwere, ja tragische Konsequenzen nach sich ziehen. So ist überhöhte, unangepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor der Killer Nummer 1 auf unseren Straßen. Das Anlegen des Sicherheitsgurtes vor der Fahrt und die Einhaltung der geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen sind nach wie vor die beste Lebensversicherung!“

Im übrigen weist  die Kreispolizeibehörde bereits seit Jahren darauf hin, dass Fahrsicherheitstrainings – wie sie beispielsweise der ADAC oder die Verkehrswacht Siegerland-Wittgenstein anbieten – für junge Fahrer nur wärmstens empfohlen werden können. Achim Hagelauer: “ In diesen Trainings erfahren die jungen Menschen dann, was es heißt, die Grenzen der Fahrphysik einmal am eigenen Leib bzw. im eigenen Auto zu erleben. Das beeindruckt – und prägt mehr als positiv für die Zukunft.“

 

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