„Der Seele Nahrung geben“

wS/si  –  Apollo Theater  –  25.02.2013  —  Zwei interessante Künstlerinnen spielen große Cello-/Klavier-Sonaten  —  Der Komponist Peteris Vasks sagte einst: „Ich will der Seele Nahrung geben. Das predige ich in meinen Werken.“ Zwei Sätze aus seiner Komposition „Das Buch“ für Violoncello Solo, 1978 entstanden, sind beim „Best of NRW“-Programm der Cellistin Simone Drescher und der Pianistin Olga Gollej zu erleben.

Vasks, 1946 in Lettland als Sohn eines baptistischen Pastors geboren und deshalb vom Sowjetregime lange drangsaliert, gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten der aktuellen Musikszene. Seine Kompositionen greifen archaisch-folkloristische Elemente der lettischen Musik auf und setzen sie in eine spannungsreiche Beziehung zur zeitgenössischen Musiksprache. In den letzten Jahren wurde er auch im Westen „entdeckt“, seine Werke werden inzwischen weltweit von den prominentesten Interpreten aufgeführt.

Die beiden Musikerinnen haben bei ihrem Konzert am Freitag, 22. März, ab 20 Uhr im Siegener Theater an der Morleystraße 1 auch Beethovens berühmteste Cellosonate – die dritte – im Programm. Der damals schon fast taube Meister hatte sie dem Freiherrn Ignaz von Gleichenstein gewidmet, aber der Widmung die Worte „inter lacrymas et luctus“ hinzugefügt, also „Unter Tränen und Kummer“: Er und Gleichenstein hatten sich zur selben Zeit um die Schwestern Anna und Therese Malfatti bemüht. Als der Freiherr die Jüngere der beiden heiratete, kündigte Beethoven ihm die Freundschaft.

César Francks Cellosonate A-Dur gilt vielen Musikern „in ihrer Kombination von Schönheit, Perfektion und emotionalem Reichtum als ein Werk vollendeter Meisterschaft“. So formuliert es der berühmte niederländische Cellist Pieter Wispelwey. Auch dieses höchst anspruchsvolle Werk des belgischen Meisters spielen Drescher und Gollej im Apollo.

Simone Drescher (*1990 in Herdecke) begann als Siebenjährige mit dem Cellospiel. 2002 wurde sie als Jungstudentin an der Musikhochschule Dortmund aufgenommen und wechselte 2003 als Jungstudentin an die Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf in die Klasse von Prof. Gotthard Popp. 2009 nahm sie ihr reguläres Studium bei Prof. Wolfgang Emanuel Schmidt an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar auf.

Sie besuchte Workshops und Meisterkurse unter anderen bei Helen Brunner, Prof. Michael Sanderling, Johannes Moser, Maria Kliegel und Wolfgang Emanuel Schmidt. Sie errang auf Regional- und Landesebene beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ zahlreiche Preise – übrigens nicht nur als Cellistin, sondern auch mit Querflöte und Akkordeon.

2004 gewann sie einen 1. Bundespreis bei „Jugend musiziert“ in der Wertung „Violoncello solo“. Im Februar 2005 gewann sie den 3. Preis beim Internationalen Dotzauer-Wettbewerb für junge Cellisten in Dresden und im Oktober 2007 erspielte sich den 1. Preis des J.U.S.T.-Wettbewerbs der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf.

Inzwischen hat sie als Solistin mit verschiedenen Orchstern gespielt – und ist außerdem Mitglied im Bundesjugendorchester. Simone Drescher spielt ein Violoncello aus der Schule des berühmten französischen Geigenbaumeisters Jacques Boquay, der im frühen 18. Jahrhundert lebte. Das kostbare Instrument wurde ihr – große Ehre! – von der Deutschen Stiftung Musikleben zur Verfügung gestellt.

Olga Gollej wurde 1983 in Kasachstan geboren. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie bereits im fünften Lebensjahr. Schon bald wurde ihre außerordentliche Begabung für das Klavierspiel erkannt und gefördert, so war sie bereits neben dem Abitur Gaststudentin an den Leipziger und Würzburger Musikhochschulen. Von 2002 bis 2007 studierte sie am Salzburger „Mozarteum“, 2008 wurde sie in die Meisterklasse von Peter Waas in Weimar aufgenommen.

Seit 2010 ist Gollej Stipendiatin bei Yehudi Menuhin Live Music Now. Gemeinsam mit Matthias Wilde (Mitglied der Staatskapelle Dresden) gründete sie die Anhaltischen Kammermusiktage im Gartenreich Dessau-Wörlitz, die jährlich im Herbst internationale Musikgrößen nach Wörlitz locken.

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