Säckeweise auf die Reise im Saftmobil

Apfeldusche

Frisch geduscht! Vor dem Zerkleinern werden die Äpfel gewaschen. Über ein Förderband gelangen sie in die Waschanlage.

wS/neu  – Neunkirchen – Der Heimatverein Struthütten hatte Elke Heide und Thomas Klein mit ihrer mobilen Obstpresse zu Gast, und alle Interessenten dazu aufgerufen, genussreife Äpfel vor Ort pressen und abfüllen zu lassen. Tausende Früchte gingen daher am vergangenen Dienstag auf die Reise: zunächst – in Kunststoff- oder Jutesäcke verpackt – aus den Neunkirchener Ortsteilen und Nachbarkommunen ins Kunstertal. Anschließend durchliefen sie einen chromglänzenden und hochtechnisierten „Maschinenpark“, um schließlich – als Saft – wieder mit nachhause genommen zu werden.

Dass dies nicht nur eine praktische Möglichkeit ist, große Mengen an Äpfeln sinnvoll zu konservieren, sondern auch eine richtig spannende Angelegenheit, wurde jedem klar, der den Weg vom Apfel zum Saft etwas genauer unter die Lupe nahm.

Zunächst werden die Äpfel – die zuvor von Faulstellen befreit worden sein sollten – in eine Vorrichtung gekippt. Von der aus geht‘s über ein Förderband in die Waschanlage. Geräuschvoll wird es, wenn dann die Äpfel zur Maische zerkleinert werden. Diese wiederum durchläuft die Bandpresse und verlässt sie entweder als Saft oder als gepresster Trester.

Um den Saft haltbar zu machen, wird er in den Pasteur weitergeleitet und auf 80 Grad erhitzt. Von dort gelangt er über ein Schlauchsystem in die Abfüllstation. In den lebensmittelechten Kunststoffschläuchen ist der Saft nach Anbruch selbst ungekühlt bis zu zwei Monate lang haltbar. Ungeöffnet hält er sich über ein Jahr.

Erinnerung an Sachgeschichten in „Sendung mit der Maus“

Die Änderung des Apfel-Aggregatzustandes dauert nicht einmal 10 Minuten. Dank Heide und Klein, die den Besuchern die einzelnen Arbeitsschritte gern erklären, erinnert der Vorgang ein wenig an die Sachgeschichten aus der „Sendung mit der Maus“.

Den beiden Geisweidern liegt der „Malus“, so der botanische Name des Apfels, nicht nur ihrer mobilen Süßmosterei wegen am Herzen. Sie sind Imker und möchten mit ihrer Saftpresse den Erhalt von Obstbäumen unterstützen. „Viele Gartenbesitzer tun sich im Umgang mit ihrem reifen Obst und Gemüse schwer. Lagern, Einfrieren, Einkochen – das ist häufig einem größeren Zeitaufwand verbunden. Oftmals verbleibt das Obst an den Bäumen oder fault darunter. Bevor die Gartenbesitzer auf den Gedanken kommen ihre Obstbäume zu fällen oder die Nutzgärten verwildern zu lassen, liefern wir ihnen eine schnelle und bequeme Lösung Äpfel, aber auch Möhren, Quitten, Birnen, entsteinte Pflaumen und anderes mehr zeitnah und bequem nach der Ernte verarbeiten zu können“, erklärt Heide.

Wenigstens 50 Kilogramm Obst pressen

Damit sich die mobile Süßmosterei auf den Weg zum Kunden macht, müssen wenigstens 50 Kilogramm Obst zu pressen sein. „Man kann sich problemlos mit mehreren Interessenten zusammenschließen“ rät Heide „unser System garantiert, dass jeder den Saft seiner eigenen Früchte bekommt“. Thomas Klein rät, die Apfelsorten zu mischen „so wird der Saft aromatischer und schmeckt einfach besser“.

Den ganzen Tag über nutzen Apfelbaumbesitzer aus der Region, die Möglichkeit, ihre Äpfel für kleines Geld pressen und den gewonnen Saft sofort abfüllen zu lassen. Die Heimatfreunde aus Wiederstein waren übrigens die ersten, die ihre Ernte durch die mobile Presse laufen ließen. Viele ihrer Äpfel stammten von der Streuobstwiese.

2175 Liter Saft kamen auf diese Weise schlussendlich zusammen – eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei etwa 8 Litern Apfelsaft und 9,5 Litern Apfelschorle liegt.

Apfelsaft

Die Heimatfreunde aus Wiederstein schauen begeistert zu, wie der Saft der ersten Äpfel in Schläuche abgefüllt wird. Diese werden anschließend in die stabilen Kartonagen verpackt. Der Saft kann über einen kleinen Zapfhahn problemlos entnommen werden. Fotos: Gemeinde Neunkirchen.

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