Tennisspielerin Romy Kölzer weiter auf Erfolgsspur

wS/tw Clemson/South Carolina (USA)/Neunkirchen. Weiterhin auf einem erfolgreichen sportlichen und universitären Weg befindet sich die dem TV Eiserfeld angehörige Tennisspielerin Romy Kölzer.

Die 22-jährige Kölzer, die seit Januar 2012 an der Clemson University (zwei Autostunden von Atlanta entfernt) im US-Bundesstaat South Carolina Communication Studies mit den Schwerpunkten Fernsehen und Radio studiert, verbrachte über die Weihnachtsfeiertage einen gemeinsamen Urlaub mit ihren Eltern in Obereggen (Südtirol). Anschließend nahm die Betzdorferin wieder das Tennistraining – unter anderem in Neunkirchen – auf und flog am 7. Januar zurück in die Staaten, da am 18. Januar bereits der erste Doppel-Spieltag in 2014 ihrer Clemson Tigers in der obersten US-amerikanischen Liga, der First Division, gegen die Troy University (Alabama), und wenige Stunden später gegen die Charleston Southern University (South Carolina) ansteht. Bis dahin wird auf dem Campus eine Woche intensiv bis zu fünf Stunden täglich trainiert, damit die ersten Siege des Jahres eingefahren werden können.

Richtig gut lief es für die U21-REWE-Cup-Siegerin von 2012 im November als sie ein Turnier an der University of Tuscaloosa (Alabama) gewinnen konnte. In der aktuellen ITA (Intercollegiate Tennis Association)-Rangliste steht Kölzer auf dem 51. Rang im Einzel und auf 49 im Doppel mit Partnerin Jessy Rompies. Ihre bisherige Bilanz der Saison 2013/14 steht bei 20 Einzelsiegen und acht Niederlagen, im Doppel waren es elf Siege und 15 Niederlagen. Ihr Team ist im aktuellen Ranking auf einem ordentlichen 13. Platz geführt, „Ziel ist ein Platz unter den Top Ten“, so Kölzer. Im letzten halben Jahr standen vor allem hartes Konditions- und Krafttraining auf dem Programm der Truppe, die aus Spielerinnen aus Russland, Indonesien, Italien, Taiwan und den USA besteht. „Das ist schon ein ziemlicher Stress mit der Schule. Wenn man was durch Turniere und Mannschaftsspiele verpasst hat, muss man sich selbst darum kümmern, den verpassten Stoff aufzuholen. Dabei werde ich allerdings gut von Kommilitonen und Dozenten unterstützt“, so Kölzer. Zeit für’s Ausgehen oder Partys bleibt da kaum. „Bis Ende Mai habe ich nur zwei freie Wochenenden“, hat Kölzer, die 2011 ihr Abitur am Gymnasium an der Morgenröthe baute, ihren Terminkalender nahezu komplett mit Tennisevents und Lernphasen ausgefüllt.

Dennoch reißt der Kontakt in die Heimat nicht ab. „Natürlich vermissen wir Romy, aber wir Skypen sehr oft“, so die Eltern, die sichtlich stolz auf ihre ehrgeizige Tochter sind. „Den Einser-Schnitt beibehalten und fit bleiben“, lautet ihre Devise. Für ihre hervorragenden Uni-Leistungen, die sie trotz des zeitaufwendigen Trainings erbrachte, erhielt Kölzer sogar eine Auszeichnung. Mit großem Spaß erstellt sie mit der Videokamera eigene Kurzfilme und beschäftigt sich in Seminaren zum Beispiel ausgiebig mit der Thematik „Wie Medien Menschen beeinflussen“. Noch anderthalb Jahre dauert es, bis sie ihren Bachelor-Abschluss in der Tasche hat. „Nach dem Studium möchte ich schon gerne nach Deutschland zurück. Sportreporter wäre ein reizvoller Beruf.“ In den USA hat Kölzer, die während der Semesterferien in Deutschland von Andreas Bardi trainiert wird, viele verschiedene Kulturen kennengelernt und dadurch sei eine „andere Weltanschauung“ bei ihr entstanden. Natürlich verfolgt sie auch den Weg der deutschen Top-Spielerinnen. In der Academy von Robert Orlik in Kerpen, wo sie während den Semesterferien regelmäßig  anzutreffen ist, trainiert sie unter anderem mit der aktuellen Weltranglisten-53. Annika Beck. Die machte ihr Mut für ihren weiteren Karriere-Weg.

Wroben1

Momentan belegt Romy Kölzer Platz 62 in der Deutschen (B)-Rangliste. „Eine noch höhere Platzierung wäre möglich gewesen, doch durch das Engagement in der First Division gibt es gewisse Beschränkungen, was Turnierteilnahmen in Deutschland betrifft.“ Sofort nach ihrer Ankunft in Deutschland, hatte die 22-Jährige Mitte Dezember Dunlop Südwest Circuit in Saarbrücken Halbfinale erreicht, nachdem sie zuvor (Achtelfinale) gegen das saarländische Nachwuchstalent Leonie Defflan einen Achtungserfolg gefeiert hatte. Im Halbfinale erreichte sie ein respektables 6:7 und 3:6 gegen Profi-Akteurin Rosalie Willy. In der Sommersaison will die „Tigerin“ zumindest in zwei Partien wieder für den Zweitligisten RTHC Bayer Leverkusen aufschlagen und den Aufstieg anpeilen. In der heimischen Region werden die Fans Kölzer wieder beim Molzberg-Cup in Kirchen vom 31. Juli bis 3. August bewundern dürfen. Und auch beim REWE-Cup (11.-17.8.) ihres Heimatvereins TV Eiserfeld möchte die Studentin möglichst weit vordringen.

Wroben2

Wroben3

Wroben4

Bericht & Fotos: Thorsten Wroben

284 Gesamtansichten 1 Aufrufe heute