Christian Heide: "Erster Auslandseinsatz aufregend"

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Vom Einsatz auf den Philippinen zurück: Rotkreuzler Christian Heide (Mitte) schilderte in der Pressekonferenz am Mittag seine Eindrücke. (links)DRK-Kreisgeschäftsführer Ralf  Henze  und  Landrat Paul Breuer (rechts). Foto: Rita Lehmann

(wS/rile) Siegen – „Ich war schon aufgeregt, denn es war ja mein erster Auslandseinsatz“, gesteht Rotkreuzler Christian Heide am Vormittag in der Pressekonferenz. Mit vielen Eindrücken kam der 33-jährige Rettungsassistent und Rettungsdienstmitarbeiter von einem vierwöchigen Einsatz auf den Philippinen zurück. Mitte Januar war der Siegerländer zusammen mit weiteren Auslands-Delegierten des Deutschen und Österreichischen Roten Kreuzes in den Einsatz geflogen.

Großteil der Angst genommen

„Meine Teamkollegen haben mir unterwegs allerdings schon einen Großteil Angst genommen“, erzählt er. „Als wir vor Ort ankamen, sah man immer noch viel von der Zerstörung, die der Tayfun Hayan angerichtet hatte. Kaum ein Haus stand noch. Andererseits aber war auch bereits der Wiederaufbau zu erkennen. Überall waren Menschen mit der Aufbauarbeit beschäftigt.“

Die Helfer aus dem fernen Deutschland und Österreich wurden von den Einheimischen im Einsatzort Dulag an der Ostküste der Insel Leyte sehr offen und nett empfangen, weiß Heide zu berichten. Die Einsatzkräfte haben sich um die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse gekümmert. Insbesondere ging es darum, den betroffenen Menschen auf den Philippinen den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen zu ermöglichen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, die durch schmutziges Wasser oder Fliegen und Moskitos übertragen werden.

Eine Toilette für 15 Menchen

Hygiene- und Trinkwasseraufbereitung sind Christian Heides Fachgebiet. Bereits 2009 hatte der Rotkreuzler begonnen, sich im Bereich Trinkwasseraufbereitung, Toilettenbau und Hygiene-Aufklärung ehrenamtlich fortzubilden. Hinzu kamen Lehrgänge zum technischen Support und Sicherheitstrainings für DRK-Auslandsdelegierte.

Unvorstellbar die Situation vor Ort: 15 Menschen teilten sich 1 Toilette, so berichtet Heide. „Das größte Problem war der Müll auf den Straßen“, so der Siegener. „Dadurch waren die hygienischen Bedingungen bei weitem noch nicht optimal. Die Kollegen der beiden vorherigen Einsätze hatten allerdings schon gute Vorarbeit geleistet. Wir waren in Dulag das dritte DRK-Team, das seit dem Wirbelsturm Hygiene-Aufklärung leistete. Ich war erleichtert, dass wir nicht bei  Null anfangen mussten. Letztlich haben wir nur Lücken geschlossen, indem wir weitere Zugänge zu Waschräumen und Toiletten gebaut haben.“

 165 sanitäre Einrichtungen für 15 000 Menchen

Seit dem Wirbelsturm konnte das Deutsche Rote Kreuz in Dulag für rund 15 000 betroffene Menschen insgesamt 165 sanitäre Einrichtungen zur Verfügung stellen und 90 Reparaturen und Materiallieferungen durchführen. Darüber hinaus wurden rund 50 000 Menschen rund um das Thema Hygiene aufgeklärt, berichtet Heide. „Alle Arbeiten, die wir mit anderen internationalen Rotkreuzlern durchgeführt haben, wurden stets von dem philippinischen Roten Kreuz begleitet. Dazu wurden 170 freiwillige Helfer des philippinischen Roten Kreuzes als Multiplikatoren geschult.

 Ein Viertel der Arbeitszeit für Organisation

„Man fliegt ja eigentlich mit der Absicht zu solchen Einsätzen, um die ‚Welt zu retten‘ “, philosophiert der 33-Jährige. Jedoch gab es für ihn neben der handwerklichen Arbeit auch noch Organisatorisches zu tun und auch an der Bürokratie kam der nicht vorbei. „Das war manchmal schwierig, wenn man zum Beispiel Quittungen benötigte. Ich habe rund ein Viertel meiner Arbeitszeit auf solche Dinge verwenden müssen. Aber das gehört eben auch dazu“, verriet er. Gewöhnen musste sich der Siegerländer auch daran, dass die meiste Zeit im Team verbracht wurde und es kaum Zeit für persönliche Belange gab. „Es gab kaum Zeit für eine Privatsphäre. Höchstens einmal zehn Minuten unter der Dusche!“, erinnert er sich lächelnd.

Die vielen Eindrücke erst verarbeiten

Eine Woche ist der DRK- Rettungsassistent nun wieder in heimischen Gefilden. Die gesammelten Eindrücke muss er allerdings erst einmal verarbeiten. Er hat Vieles mitgebracht von seinem Einsatz. Unter anderem auch dieses, dass die Kinder dort einen Multiplikator darstellen. Will heißen, dass sie die Dinge leichter aufsaugen und es an die Eltern weiter geben. Ebenso er hat mitgebracht, dass die Menschen dort trotz der Situation fröhlich und aufgeschlossen sind und gut mitarbeiten.

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Als „Willkommen zurück in der Heimat“ gab es für Christian Heide ein kleines „süßes“ Präsent.

 



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