Günter Wallraff liest im Biennale-Zelt

Menschen bei Maischberger - G¸nter Wallraff

Günter Wallraff liest im Biennale-Zelt vor dem Apollotheater aus seinem neuen Buch. Foto:Apollotheater.

(wS/si) Siegen –  Unter falscher Identität zu recherchieren, heißt in Schweden „wallraffa“. Günter Wallraff stand für das Wort Pate, der mit seinen Büchern „Der Aufmacher“ und „Ganz unten“ international Furore machte. Im Biennale-Zelt vor dem Apollo-Theater an der Morleystraße 1 ist der prominente Autor am Dienstag, 13. Mai, ab 20.15 Uhr live zu erleben.

Kaum jemand im Journalismus und im Literaturbetrieb hat so viel bewegt wie Wallraff“, schrieb Hans Leyendecker vor zwei Jahren, als der Enthüllungsjournalist Wallraff 70 wurde, in der Süddeutschen. „Seit er Erfolg hat, begleiten ihn die Feinde wie Schatten.“ Wallraff war als Türke Ali Leiharbeiter, als Alkoholiker in der Psychiatrie, als Fabrikant bei Geistlichen, um zu erfahren, ob Napalm-Herstellung mit dem katholischen Gewissen vereinbar sei, als Paketdienstfahrer mit Minilohn unter ausbeuterischsten Bedingungen unterwegs.

Wallraff war „Hans Esser“ in Bild-Redaktion Hannover

Vor allem aber war er „Hans Esser“ in der Bild-Redaktion Hannover und entlarvte als Redakteur eine extrem zynische Variante von Boulevard-Journalismus. Dabei hatte Wallraff, der 1942 in der Nähe von Köln geboren wurde, in den 1950er-Jahren zunächst Gedichte geschrieben und als Buchhändler gearbeitet. Erst seine zurückgewiesene Wehrdienstverweigerung machte ihn zum politischen Kämpfer, der bis heute in verschiedene Rollen schlüpft, um Missstände anzuprangern.

Heinrich Böll charakterisierte Wallraffs Arbeitsmethode so: „Er dringt in die Situation, über die er schreiben möchte, ein, unterwirft sich ihr und teilt seine Erfahrungen und Ermittlungen in einer Sprache mit, die jede ‚Überhöhung‘ vermeidet.“

Autor liest aus seinem aktuellen Buch im Biennale-Zelt

Wallraff liest bei der Biennale aus seinem aktuellen Buch „Aus der schönen neuen Arbeitswelt“. Nach der Lesung gibt es eine Diskussion, die von Prof. Ralf Schnell, dem früheren Rektor der Siegener Universität, moderiert wird. Karten (8 Euro) gibt es an der Apollo-Theaterkasse (Di-Fr. 13-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr sowie eine Stunde vor der Vorstellung), an den Vorverkaufsstellen oder online: www.apollosiegen.de. Telefonische Kartenbestellung sind während der Theaterkasse-Öffnungszeiten möglich: 02 71 / 77 02 77-2.

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