Polizeiarbeit geht über Ländergrenzen hinaus

(wS/ots) Siegen-Wittgenstein – Während der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger kürzlich in Berlin anlässlich der Vorstellung der bundesweiten Kriminalitätsstatistik 2013 klar machte, dass Einbrecher und Diebe gut organisiert sind und über Ländergrenzen hinweg zusammen arbeiten, fand nahezu zeitgleich in Siegen auf Initiative und Einladung der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein eine Besprechung mit dem Ziel statt, die länderübergreifende Zusammenarbeit im „Dreiländereck“ noch weiter zu intensivieren und wirksamer zu gestalten.

Was der Innenminister in der Bundeshauptstadt deutlich gemacht hat, ist auch im Rahmen der Besprechung hier in Siegen zum Ausdruck gekommen: Strafverfolgung darf aus den eingangs genannten Gründen an Grenzen nicht halt machen und an unnötigen bürokratischen Hürden und fehlenden Zuständigkeiten scheitern. Jäger als derzeitiger Vorsitzender der Innenminister-Konferenz forderte eine noch umfassendere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden der Länder und Staaten ein und betonte, dass nicht nur der gegenseitige Informationsaustausch ausreichend sei, sondern auch Einsätze und Ermittlungen besser koordiniert werden müssten.

Länderübergreifende Zusammenarbeit am "Dreiländereck" (v.li.): Polizeidirektor Wilfried Bergmann (Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein), Polizeioberrat Skalski (Polizeiinspektion Betzdorf), Landrat Paul Breuer, Polizeihauptkommissar Udo Burmeister (Landesleitstelle, LZPD), Polizeihauptkommissar Oliver Kurth (Ständiger Stab, Polizeipräsidium Dortmund), Polizeihauptkommissar Dieter Schmidt (Polizeipräsidium Mittelhessen), Polizeidirektor Knittel. Foto: Polizei

Länderübergreifende Zusammenarbeit am „Dreiländereck“ (v.li.): Polizeidirektor Wilfried Bergmann (Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein), Polizeioberrat Skalski (Polizeiinspektion Betzdorf), Landrat Paul Breuer, Polizeihauptkommissar Udo Burmeister (Landesleitstelle, LZPD), Polizeihauptkommissar Oliver Kurth (Ständiger Stab, Polizeipräsidium Dortmund), Polizeihauptkommissar Dieter Schmidt (Polizeipräsidium Mittelhessen), Polizeidirektor Knittel. Foto: Polizei

Ganz in diesem Sinne begrüßte Landrat Paul Breuer als Chef der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein am Mittwochmorgen im Dienstgebäude an der Weidenauer Straße deshalb neben Führungskräften der eigenen Behörde insgesamt dreizehn leitende Vertreter umliegender Polizeipräsidien aus Rheinland-Pfalz (Polizeipräsidium Koblenz) und Hessen (Polizeipräsidium Mittelhessen und Polizeipräsidium Nordhessen) sowie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) und des Polizeipräsidiums Dortmund (zuständig für die Autobahn im hiesigen Bereich und für besondere Einsatzlagen).

Landrat Breuer betonte im Rahmen der Besprechung die bereits seit vielen Jahren traditionell gute Zusammenarbeit zwischen den benachbarten Polizeibehörden. Enge Verknüpfungen und daraus entwickelte persönliche Bekanntschaften existieren schon lange, insbesondere auf dem Gebiet der polizeilichen Sachbearbeitung und komplexerer Einsatzlagen. Schnelle Kommunikation und klare Führungsstrukturen sind aus Sicht des Chefs der Siegen-Wittgensteiner Kreispolizeibehörde in der heutigen Zeit unabdingbare Voraussetzungen, um beispielsweise im Rahmen von Fahndungslagen flüchtende Täter schnellstmöglich dingfest machen oder vermisste Personen wieder wohlbehalten auffinden zu können. Gemeinsame Absprachen und gegenseitiges Wissen über die in den einzelnen Bundesländern teilweise unterschiedlichen Polizeistrukturen und Polizeiorganisationen sind ebenfalls unentbehrliche Bedingungen, um möglichst effektiv arbeiten zu können.

Wie der Landrat betonte, haben sich die bereits in der Vergangenheit getroffenen Vereinbarungen zwar immer wieder gut bewährt, allerdings unterliegen auch Strukturen und Einsatzkonzeptionen der Polizei einem zeitgemäß-notwendigen Wandel. So muss sich die Polizei nicht nur auf die Weiterentwicklung der Technik (Stichwort Digitalfunk), sondern auch auf wesentliche Veränderungen im Täterverhalten (Stichwort hohe Mobilität, „Kriminalität macht vor Ländergrenzen nicht halt“, Verfolgungsfahrten etc.) und auf den demografischen Wandel in der Bevölkerung und selbst in den eigenen (Polizei-)Reihen einstellen.

Einig waren sich die Besprechungsteilnehmer, dass die geografische Lage des „Dreiländerecks“ abseits der Ballungsräume eine länderübergreifende Unterstützung in polizeilichen Sofortlagen – wie beispielsweise bei Gewaltdelikten gegen Polizeivollzugsbeamte oder bei Tumultdelikten wie etwa im Fall durchreisender Fußballfans – notwendig macht.

Auf der Basis der Besprechungsergebnisse soll die bereits seit nunmehr sieben Jahren bestehende Zusammenarbeitsvereinbarung im Dreiländereck zum Wohle der betroffenen Bürgerinnen und Bürger weiter fortgeschrieben werden. Noch offene Fragen, zum Beispiel technische Details, sollen in kleineren Facharbeitsgruppen kurzfristig geklärt werden.

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