Bürgerinitiative "Erhaltet die Kalteiche e.V." fordert Bürgerentscheid

(wS/red) Wilnsdorf – Der Regionalplan der Bezirksregierung Arnsberg und die Windkraftplanungen der Gemeinde Wilnsdorf weckten in den vergangenen Wochen das Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wilnsdorf. Viele nutzten die für die Bürgerbeteiligung laufende Frist dafür, ihre Bedenken hinsichtlich des Ausbaus der Windenergie zu bekunden. Von der Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche e.V.“ wurden mehr als 3.000 Unterschriften gegen den weiteren Ausbau der Windenergie gesammelt. Zudem wiesen insbesondere die folgenden niedergelassenen Ärzte und Apotheker der Gemeinden Wilnsdorf und Burbach auf die erheblichen gesundheitlichen Risiken des von den Windrädern ausgehenden Infraschalls hin und verlangten, die Vorrangzonen mit einem Abstand von 3.000 Metern zur Wohnbebauung zu planen:

2015-02-05_Wilnsdorf_Bürgerinitiative_Windkraft_mit_Abstand_Foto_InitiativeMiroslav Jan Bator, Dr. med. Jörg Baumann, Dr. med. Doris Ecker-Lueg, Dr. med. Katharina Girod, Dr. med. Hildegard Greiten, Michael Grünig, Britta Hulvershorn, Dr. med. G. M. Hagemeyer, Dr. med. Anna James, Dr. med. Rojin James, Dr. med. Karl-Hermann Klein, Melanie Krämer, Dr. med. Hamid Kermani, Prof. Dr. Hans-Martin Klein, Prof. Dr. med. Eugen Musch, Dr. med. Matthias Neef, Dr. med. Gerhard Riehl, Konstantin Schorkops, Marion Vitt, Dr. med. Dietmar Werner, Fud Yu, Thomas Ziebold, Herr Klindert (Adler-Apotheke und Hickengrundapotheke), Herr Krumm (Schwanenapotheke), Sebastian Loth ( Wielandapotheke ), Hermann Josef Schuh (Laurentiusapotheke) sowie Andreas Willmann (Rathausapotheke ).

Die große Mehrzahl der Vertrauenspersonen im Bereich Gesundheit wendet sich laut der Wilnsdorfer Bürgerinitiative somit entschieden gegen die Windenergieplanungen und fordert, das optische Bild der schönen Landschaft, den Freizeitwert des Naherholungsgebietes Wald sowie die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Bürger langfristig zu erhalten.

In juristischer Hinsicht äußerten die in Wilnsdorf lebenden Richter am Landgericht Siegen Dr. Jur. Sandra Al-Deb’i-Mießner und Dr. Jur. Fadi Al-Deb’i sowie die Rechtsanwälte Ulrich Kegel und Ottfried Mießner höchste Bedenken hinsichtlich der Planung der Gemeinde Wilnsdorf an.

Die Bedenken und die gesammelten Unterschriften waren in der Ratssitzung vom 11.12.2014 für die Ratsmitglieder des Rates der Gemeinde Wilnsdorf kein Hinderungsgrund, so die Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche e.V.“. Sie stimmten dafür, die Planungen für den Ausbau der Windenergie nicht zurückzustellen, sondern weiter voran zu treiben. Die Gemeinde Wilnsdorf ist laut Bürgerinitiative insoweit der Auffassung, trotz der bereits als Vorrangzonen ausgewiesenen Flächen und zur Vermeidung einer Überplanung durch die Bezirksregierung Arnsberg weiteren substantiellen Raum für die Windenergie schaffen zu müssen. Im Rat der Gemeinde Wilnsdorf sind allerdings weder Ärzte noch Richter oder Rechtsanwälte vertreten. Es stellt sich daher für die Initiative die Frage, warum die Ratsmitglieder, die in medizinischen und juristischen Fragen Laien sind, die von Windrädern in Studien nachgewiesenen und von den vorgenannten Ärzten mitgeteilten Gesundheitsgefahren herunterspielen. „Sind es finanzielle Vorteile, die der Vielzahl der befangenen Ratsmitglieder, die vor der Abstimmung den Sitzungssaal verlassen mussten, und der Firma Volkswind, der ein großes Gebiet in der angedachten Vorrangzone bereits gehört, durch die Ausweisung von weiteren Vorrangzonen zu Teil werden?“ fragt sich die Bürgerinitiative und ist der Auffassung „es könne kein finanzieller Vorteil die von den Windrädern ausgehenden Gesundheitsgefahren aufwiegen“. Es wird gefordert, dass die Ratsmitglieder der Gemeinde Wilnsdorf die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Rat vertreten sollen. Die Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche e.V.“ ist der Meinung, dass alle Wilnsdorfer im Rahmen eines Bürgerentscheids selber entscheiden sollten, welchen Abstand Windkraftanlagen von der Wohnbebauung einhalten muss. „Ein Abstand von 2.000 Metern ist das mindeste zur Vorsorge der Gesundheit. Wir denken auch dabei an die Belange des Tier-, Landschafts- und Naturschutzes. Schließlich sollte damit auch unser Ortsbild und nicht zuletzt der Wert unserer Häuser und Grundstücke geschützt werden.“, so die Initiative.

Die Bürgerinitiative bittet die Bürger der Gemeinde Wilnsdorf mit Ihrer Unterschrift dafür zu sorgen, dass die Wilnsdorfer in Form eines Bürgerentscheids die Frage selber beantowrten dürfen, ob die geplanten Windkraftanlagen einen Mindestabstand von 2.000 Metern zu Wohngebieten einhalten müssen. Hierfür sollten ca. 1700 Unterschriften, beispielsweise durch Abgabe des Unterschriftenzettels bei allen oben genannten Ärzten und Apothekern, gesammelt werden.

Foto: privat

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