„Deutschlands Chefsatiriker“ kommt ins Apollo

Martin Sonneborn berichtet vom EU-Parlament und anderen Abgründen

(wS/ap) Siegen | Er ist Satiriker, Journalist, Filmemacher, Schriftsteller, Parteigründer, Abgeordneter im EU-Parlament: Ein listiger und lustiger Provokateur – dabei immer höflich und zugewandt. Martin Sonneborn lebt und wirkt als wandelnder Widerspruch. Warum er macht, was er macht, und wie, das wird „Deutschlands Chefsatiriker“ am Dienstag, 3. November, 20 Uhr im Siegener Apollo-Theater an der Morleystraße 1 erläutern.

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Martin Sonneborn berichtet vom EU-Parlament und anderen Abgründen. (Foto: Veranstalter)

Dieser freundlich-subversive Radikale ist ein Kreuz-und-Querdenker sondergleichen, mit seismografischem Gespür für aufdeckungswürdige Abgründe. Zum Beispiel schon vor 15 Jahren bei der FIFA: Am Abend des 5. Juli 2000, einen Tag vor der Entscheidung für die Fußball-WM 2006 in Deutschland, sandte der damalige Titanic-Chefredakteur nacheinander zwei Bestechungsfaxe an das Grand Hotel Dolder in Zürich, wo die Entscheider des Weltfußballverbandes abgestiegen waren.
Sonneborn ließ das als „hochwichtige Nachricht“ deklarierte Schreiben ausgewählten FIFA-Mitgliedern aus Südkorea, Brasilien, Saudi-Arabien, Neuseeland, USA, Botswana und Trinidad zukommen. Den Blatter-Amigos wurde ein kleines Geschenk angeboten (ein Präsentkorb mit echtem Schwarzwälder Schinken und einer Kuckucksuhr), wenn sie Deutschland ihre Stimme der Bewerbung Deutschlands gäben…

Im August 2004 gründete Soneborn die PARTEI mit dem Satzungsziel, die Mauer wieder aufzubauen. Seit 2006 ist er Leiter des Satireressorts SPAM bei Spiegel Online, seit 2009 Außenreporter der „Heute Show“ (ZDF). „Krawallsatiriker mit Profilneurose“ nannte ihn der Stern, während ihm die Bild durch Veröffentlichung seiner Telefonnummer ihre Leserschaft auf den Hals zu hetzen versuchte. Die krassesten Aufzeichnungen von seinem Anrufbeantworter veröffentlichte Sonneborn als CD.

Bei der Europawahl in Deutschland 2014 wurde er dann tatsächlich ins Europäische Parlament gewählt, wo er seither mitarbeitet. Im gleichen Jahr wurde er für die dreiteilige ZDF-Serie „Sonneborn rettet die Welt“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Stoff genug für einen spannenden Abend auf der Apollo-Bühne, der vermutlich mit dem Begriff „Lesung“ nur relativ unzureichend gekennzeichnet ist.

Pressestimmen

Ein Partisan der Parodie. Die Welt

Deutschlands Chefsatiriker. Süddeutsche Zeitung

Blicke in die deutsche Seele – Martin Sonneborn wagt sie. Freundlich, hintersinnig, mit klarer Mission. ZDF heute journal

Der Buster Keaton der deutschen Politik! taz

Er ist ein Spalter, ein subversiver Wühler, doch er weiß, was sich gehört. Der Spiegel

Deutschlands bösester Satiriker. Doch Sonneborn hat noch eine zweite Seite, die sich mit dem Brachialsatiriker aufs Trefflichste verbindet: Im Grunde seines Herzens ist er Feuilletonist. Rheinischer Merkur

Zum Heulen traurig! Bild

Karten (13 – 23,50 Euro, ermäßigt 8 – 16,50 Euro) gibt es an der Apollo-Theaterkasse (Di-Fr. 13-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr sowie eine Stunde vor der Vorstellung), an den Vorverkaufsstellen oder online: www.apollosiegen.de. Telefonische Kartenbestellung sind während der Theaterkasse-Öffnungszeiten möglich: 02 71 / 77 02 77-2.

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