Rückbau von Sohlschwellen: Die Heller hat wieder ein ebenes Bett

(wS/nk) Neunkirchen 14.04.2016 | 2.500 Tonnen Grauwacke wurden in den letzten Monaten in der Heller verbaut. Nun läuft der 30 Kilometer lange Fluss im Bereich des Gewerbegebietes „In der Au“ in Neunkirchen wieder ruhig in seinem Flussbett. Die Baumaßnahmen sind Bestandteil des Bewirtschaftungsplanes für die Heller und beruhen auf der EU-Wasserrahmenrichtline (EU-WRRL), die im Jahr 2000 in Kraft getreten ist. Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist es, die Oberflächengewässer und das Grundwasser bis spätestens 2027 in einen guten Zustand zu bringen.

Die Maßnahmen in der Heller bezogen sich auf die Durchgängigkeit des Flusses. In den 1980er Jahren hatte man im Zuge einer Gewässerverlegung für das Gewerbegebiet „In der Au“ in acht Bereichen Sohlschwellen in Form stählerner Profile eingebaut, die die Fließgeschwindigkeit reduzieren und somit die Tiefenerosion der Heller vermindern sollten. Inzwischen weiß man jedoch, dass diese Sohlschwellen, in Abhängigkeit der Höhe, Hindernisse für bestimmte Wassertiere, wie etwa die Wanderfische, darstellen.

Auf etwa einem Kilometer Länge wurde die Heller für Wanderfische wieder durchgängig gemacht. (Fotos: Gemeinde Neunkirchen)

Auf etwa einem Kilometer Länge wurde die Heller für Wanderfische wieder durchgängig gemacht. (Fotos: Gemeinde Neunkirchen)

Um die ökologische Durchgängigkeit wieder herzustellen, wurden die Sohlschwellen nun entfernt und in so genannte Gleitenstrecken umgewandelt. Um die Fließgeschwindigkeit der Heller und damit auch das Hochwasserrisiko nicht zu erhöhen wurde das Gefälle des Flussbetts auf der Grundlage hydraulischer Berechnungen entsprechend angepasst.

Damit die Baumaßnahme durchgeführt werden konnte, musste zunächst der Fischbestand auf der zu verändernden Strecke abgefischt werden. Dies erfolgte mittels einer sogenannten Elektrobefischung, bei der die Fische kurzzeitig betäubt und anschließend verlustfrei außerhalb spezieller Einschwimmsperren wieder eingesetzt wurden.

Bei dieser Baumaßnahme wurden rund 2.500 Tonnen Steine bewegt.

Bei dieser Baumaßnahme wurden rund 2.500 Tonnen Steine bewegt.

„Die Maßnahme hat rund vier Monate in Anspruch genommen und konnte seitens der Baufirma trotz teilweise widriger Wetterverhältnisse sehr zügige durchgeführt werden“, berichtet Guido Uhr, der zuständige Sachbearbeiter im Neunkirchener Rathaus. Obgleich der Zugang zum Gewässer teilweise nur über das Privatgelände ansässiger Firmen möglich war, habe die Zusammenarbeit aller Beteiligten hervorragend funktioniert, so der Diplom-Ingenieur.

Der Umsetzungsfahrplan zur Erreichung eines guten Gewässerzustands der Heller wurde von der Bezirksregierung Arnsberg und dem Kreis Siegen-Wittgenstein erarbeitet. Die Maßnahme zur Wiederherstellung eines lebendigen Fließgewässers wurde zu 90 Prozent aus Mitteln des Landes finanziert.

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