TuS Erndtebrück lässt Rot-Weiss Essen verzweifeln

Die Erndtebrücker liegen sich in den Armen, die Essener sind fassungslos. Der TuS schockte die Rot-Weissen. Fotos: Jürgen Kirsch

Die Erndtebrücker liegen sich in den Armen, Essen ist fassungslos. Der TuS schockte die Rot-Weissen. Fotos (5): Jürgen Kirsch

(wS/jk) Siegen 12.04.2016 | Der TuS Erndtebrück hat seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga West gewahrt. Die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg gewann am Dienstagabend vor 750 Zuschauern im Siegener Leimbachstadion äußerst glücklich mit 1:0 (1:0) gegen den Traditionsklub Rot-Weiss Essen. Es war der – nach dem 3:0 gegen Oberhausen und einem 4:2 beim FC Kray – dritte Sieg in Folge für die abstiegsbedrohten Wittgensteiner in der vierten Spielklasse.

Die Wittgensteiner können nach dem 1:0 noch auf den Klassenerhalt hoffen.

Die Wittgensteiner können auf den Klassenerhalt hoffen.

Allerdings beträgt der Rückstand des TuS (17. Platz) auf die auf dem ersten Nichtabstiegsplatz stehenenden Essener (14.) noch vier Punkte. Vier Spiele stehen noch aus. Die Kicker aus dem Ruhrgebiet haben noch zwei Partien mehr zu absolvieren, müssen nach ihrer Blamage im Leimbachtal aber weiterhin um den Liga-Verbleib bangen. Die Niederlage gegen Erndtebrück hatten die Rot-Weissen dem Pech und auch Unvermögen vor dem gegnerischen Tor zu verdanken.

Die Erndtebrücker lagen sich nach dem Schlusspfiff in den Armen und jubelten unter dem Flutlicht über den knappen Erfolg. Es war ein hartes Stück an Abwehrarbeit, das die Wittgensteiner Jungs leisteten. In betretene Gesichter, die von purer Enttäuschung gezeichnet waren, blickte man dagegen bei den Gästen, denen bewusst war, dass sie dieses Spiel nicht verlieren durften. Bei ihren mitgereisten Fans im Block und auf der Tribüne entlud sich der Frust.

Die Essener Fans im Gästeblock machten ihrem Ärger Luft.

Die Essener Fans im Gästeblock machten ihrem Ärger Luft.

Am Zaun mussten sich die Essener Spieler verbal einiges gefallen lassen, die Stimmung war aufgeheizt. Dass trotzdem alles friedlich blieb, dafür sorgten die zahlreich eingesetzten Ordner und Polizisten im Stadionrund. Nach der scharfen „Standpauke“ der Fans, die sie geduldig über sich ergehen ließen, schlichen die Fußballer in Rot und Weiß dann in die Kabine. Sie waren niedergeschlagen. Nicht nur wegen der 0:1-Pleite, sondern auch wegen einer verkorksten Saison, deren Spiegelbild diese Partie war.

Essen hatte über weite Strecken der 90 Minuten gegen Erndtebrück soviel Ballbesitz, wie man es im Oberhaus des deutschen Fußballs von Bayern München oder Borussia Dortmund gewohnt ist. Jedoch schlug das Team von Neu-Trainer Sven Demandt, der zum zweiten Mal an der Seitenlinie stand, kein Kapital daraus und rannte vergeblich gegen einen Rückstand an, der aus einem Gastgeschenk in der 11. Minute resulierte.

Robin Schmidt (li.) im Duell mit Essens Patrick Stuckle.

Robin Schmidt (li.) im Duell mit Essens Patrick Huckle.

RWE-Keeper Niclas Heimann, der einen Distanzschuss von Edinho Júnior nicht festhalten konnte, leistete sich den entscheidenden Fehler und wusste TuS-Stürmer Robin Schmidt dann nur mit einem Foul zu stoppen. Den nun fälligen Elfmeter verwandelte Marcel Andrijanic sicher. Es war die einzig echte Offensiv-Aktion der Erndtebrücker, die sich abgesehen von einer Konterchance des Torschützen nach einer Stunde auf die Defensive beschränkten.

Die Gastgeber rührten also Beton an und und Essen war im Zugzwang. Die Rot-Weißen dominierten und der auffällige Marwin Studtrucker besaß nach einer halben Stunde die bis dahin größte Möglichkeit zum Ausgleich: Frei vor dem TuS-Gehäuse drosch er die Kugel aber in den Siegener Abendhimmel, an dem dunkle Regenwolken aufzogen. Ähnlich ging es im zweiten Durchgang weiter. Essen erhöhte den Druck, ließ aber jede Effektivtät vermissen.

RWE-Spieler Marwin Studtrucker vergab die besten Chancen.

RWE-Spieler Marwin Studtrucker vergab die besten Chancen.

Erneut war es Studtrucker, der nach 65 Minuten das mehr als verdiente 1:1 auf dem Fuß hatte. Nach einem Pass vom linken Flügel scheiterte er an Torwart Timo Bäcker, der seinen Kasten sauber hielt. Auch ein Strafstoß blieb den glücklosen Jungs von Sven Demandt in der 73. Minute nach vermeintlichem Handspiel verwehrt. Das brachte auch die Essener Fans auf die Palme, die Schiedsrichter Jan Sauerbier (Stolberg) auspfiffen.

Die Ruhrpottler zeigten Nerven, leisteten sich immer mehr Fehlpässe und vergaben ihre Torgelegenheiten schon im Ansatz kläglich. Während dem Traditionsklub allmählich die Zeit davon lief, hielt die Erndtebrücker Abwehr wacker dagegen. In der Schlussminute schoss auch der eingewechslte Andreas Ivan daneben und ein noch abgefälschter Freistoß von Benjamin Baier verfehlte ebenfalls sein Ziel. Erndtebrück erkämpfte sich den Sieg.

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