ver.di Mitglieder streiken für Ihre Forderung!

(wS/red) Siegen  | Am Donnerstag, 7.April 2016 folgten knapp 200 ver.di-Mitglieder aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes dem Streikaufruf des ver.di-Bezirks Siegen-Olpe zu einem ersten zweistündigen Warnstreik.

Der Demonstrationszug setzte sich zu früher Morgenstunde, ab 06:30 Uhr, mit Musik und lautstarker Trillerpfeifen-Untermalung von der Siegerlandhalle in Richtung ZOB vor dem Siegener Hauptbahnhof in Bewegung. Der morgendliche Bus, -und Berufsverkehr wurde gestört, reagierte aber gelassen auf die Streikenden.

Die Gewerkschaft ver.di fordert:

  • Erhöhung der Entgelte um 6%, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
  • Erhöhung der Entgelte für Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten um 100 Euro.
  • Unbefristete Übernahme der Auszubildenden in den erlernten Beruf.
  • Arbeitgeberbeitrag zur Steigerung der Ausbildungsqualität.
  • 30 Tage Urlaub für Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten.
  • Sachgrundlose Befristungen sollen ausgeschlossen werden.
  • Regelungen zur Altersteilzeitarbeit sollen über den 31. Dezember 2016 verlängert werden.
  • Keine Eingriffe in das Leistungsrecht der Zusatzversorgung.
  • Inkraftsetzung einer Entgeltordnung im Bereich der VKA.
  • Regelungen zum Gesundheitsschutz bei den Flughafenfeuerwehren.

„Gute Bezahlung ist Anerkennung – kein Angebot zu machen, ist Geringschätzung gegenüber den Beschäftigten im öffentlichen Dienst“, stellte Michael Schnippering von ver.di klar. Hintergrund dieser Aussage ist, dass der Bund und die Kommunen die ver.di-Forderung nach Lohnerhöhung als überhöht bezeichnen und ohne Gegenangebot zurückweisen.

Martina Dreffke-Halft Personalrätin bei der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein kritisierte in Ihrer Rede, dass die Beschäftigten der Kommunen seit nunmehr 10 Jahren auf den Abschluss einer gültigen Entgeltordnung warten: „Das ist ein unhaltbarer Zustand“.

Ulrich Zeuner von der Deutschen Telekom richtete in seinem Grußwort die solidarischen Grüße der Telekom-Beschäftigten an die Streikenden aus. Etwa 40 Telekom-Beschäftigte beteiligten sich an der Siegener Warnstreikaktion, da sie selbst in Tarifverhandlungen stehen und zeitgleich ihren ersten ganztägigen Warnstreik mit Streiklokal in der Siegerlandhalle durchführten.

Zum Abschluss der Versammlung überbrachte Ingo Degenhardt, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein die solidarischen Grüße des DGB den Streikenden. “Es muss endlich ein verhandelbares Angebot der Arbeitgeber auf den Tisch. Die hohe Leistungs- und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten des Bundes und der Kommunen muss jetzt honoriert werden.

Zur Durchsetzung unserer Forderung kommt es auf jeden Einzelnen von uns an.“ Klare und deutliche Worte des neuen DGB-Vorsitzenden, der damit den Nerv der Zuhörer traf. Es folgte langanhaltender Applaus der Streikenden.

Um 8 Uhr löste sich der Warnstreik auf und die Beschäftigten gingen zurück an ihre Arbeitsplätze. Die Tarifverhandlungen werden am 11. und 12. April in Potsdam fortgesetzt.

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Fotos: wirSiegen.de 

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