Fahrradtraining für Neunkirchener Flüchtlinge

(wS/red) Neunkirchen 27.06.2016 | Handzeichen beim Abbiegen? Rechts vor links? Vorfahrtsstraße? Vielerorts gab es Initiativen, die Flüchtlinge mittels Fahrradspenden mobil zu machen. Aber wie bewegt man sich richtig fort im Straßenverkehr? Und welche Regeln gibt es zu beachten? In der Gemeinde Neunkirchen wurden darum gleich Nägel mit Köpfen gemacht: Zunächst rief man die Bevölkerung auf, Fahrräder zu spenden, um diese wieder fit für den Straßenverkehr zu machen. So gewährleitete man den Flüchtlingen ein Mehr an Mobilität. Damit diese die neuen Fortbewegungsmittel dann aber auch richtig nutzen, bot die Flüchtlingskoordinatorin Elke Schlosser in Zusammenarbeit mit Jürgen Euteneuer und dem Verkehrssicherheitsberater Axel Bieler ein Fahrradtraining an. Der MSC Freier Grund stellte dafür kostenlos seinen Verkehrsübungsplatz in Altenseelbach zur Verfügung.

Das Training begann im Vereinsheim. Der Film „Unterwegs in Deutschland“ gab den vorwiegend aus Afghanistan stammenden Flüchtlingen einen theoretischen Überblick. Da er in Farsi und deutsch zur Verfügung stand, wurde zunächst die persische Version, zur Sprachförderung dann auch die deutsche Version gezeigt.

Verkehrssicherheitsberater Axel Bieler kennt nicht nur die Verkehrsregeln aus dem Effeff, er steht auch bei einer abgesprungenen Kette mit Rat und Tat zu Seite.

Verkehrssicherheitsberater Axel Bieler kennt nicht nur die Verkehrsregeln aus dem Effeff, er steht auch bei einer abgesprungenen Kette mit Rat und Tat zu Seite. Foto: Gemeinde Neunkirchen

Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer des Verkehrstrainings den Film. „In der Umsetzung auf dem Verkehrsübungsplatz hapert’s allerdings immer noch ein wenig“, so „Fahrradcop“ Axel Bieler. „Die Teilnehmer hatten großen Spaß, aber die Verständigung war mitunter kompliziert.“ Dass es schwierig ist, manche der Regeln so zu vermitteln, dass sie auch verstanden werden, bestätigt auch Jürgen Euteneuer: „Es hat schon vieler Erklärungsversuche bedurft, bis das Verkehrszeichen „Vorfahrtstraße“ richtig verstanden wurde“, erinnert sich Euteneuer.

Dennoch werten die Verantwortlichen ihre Aktion als Erfolg, denn man habe erfolgreich vermitteln können, welche Konsequenzen die Nichtbeachtung der Verkehrsregeln habe. Auch Elke Schlosser zog ein positives Resümee: „Mit unserer Aktion haben wir mehr als ein Dutzend Flüchtlinge, darunter auch Kinder, erreichen können. Wenn sie allein das Wissen weitergeben, dass man sich nicht einfach aufs Fahrrad setzen und blindlinks losfahren kann, sind wir schon einen Schritt weiter.“ Man wolle sich außerdem dafür einsetzen weitere Kurse anzubieten, damit sich neue wie alte Verkehrsteilnehmer sicher durch die Gemeinde bewegen könnten, so Schlosser.

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