„Use it or lose it“ – Aktiv bleiben bei Osteoporose ist wichtig

(wS/red) Siegen 02.11.2017 | Ein leichtes Stolpern über eine Teppichkante reicht im Alter oft schon aus, um einen Oberschenkelhalsbruch zur Folge zu haben. Dabei bricht der Knochen im Übergang vom Hüftkopf zum Schaft des Oberschenkelknochens – eine überaus schmerzhafte Angelegenheit. Die hohe Anfälligkeit älterer Menschen hängt in erster Linie mit Osteoporose, dem Knochenschwund, zusammen.

Osteoporose und ihre Folgen

„Osteoporose ist eine überaus häufige Alters-Erkrankung, die gerade die Struktur des Knochens im Bereich des Schenkelhalses anfälliger für Brüche macht“, erklärt Dr. Michael Palm, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie am Kreisklinikum Siegen.

Chefarzt Dr. Michael Palm (hier in einem Beratungsgespräch) rät gerade auch OsteoporosePatienten dazu, aktiv Sport zu machen und so die Knochen Schritt für Schritt wieder aufzubauen. (Foto: Klinik)

So verliert auch der Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober keineswegs seine Bedeutung. „Wir möchten anlässlich dieses Tages nicht nur über Risiken aufklären, sondern vor allem Mut machen“, so Dr. René Burchard, Oberarzt und Leiter des Gelenkzentrums und der Sportklinik am Kreisklinikum. „Für manche Menschen wirkt Osteoporose und somit das erhöhte Risiko von Knochenbrüchen wie dem Oberschenkelhalsbruch unausweichlich im Alter, aber dem ist nicht so. Sie können etwas tun, auch nach der Diagnose!“

Das können Sie tun

Ein bekanntes Prinzip, das in der Biologie gilt, ist auch für die Prävention und Linderung von Osteoporose von Bedeutung: „use it or lose it“ – benutze es oder verliere es. Dies klingt zwar hart, trifft jedoch zu 100 Prozent zu.

„Im Knochen befinden sich sogenannte Knochenbälkchen oder auch Trabekel, die miteinander vernetzt sind. Je mehr dieser Trabekel vorhanden sind und je stärker ihre Vernetzung ist, desto stabiler ist auch der Knochen an sich“, erklärt Dr. Palm. „Wird der Knochen belastet, baut er sich auf. Wird er jedoch nicht genutzt, baut er sich ab.“

Das Interessante daran ist jedoch primär, dass man nicht nur vor der Erkrankung an Osteoporose etwas tun kann, sondern auch, wenn die Diagnose Knochenschwund bereits feststeht.

„Wenn Sie an Osteoporose leiden, sollten Sie also nicht aufgeben und sich aus Angst vor Brüchen weniger bewegen, sondern genau das Gegenteil tun. Gehen Sie raus, machen Sie Sport und stärken Sie so Ihre Knochen“, betont Dr. Palm. „Ein moderates Ausdauer- oder Krafttraining ist zum Beispiel eine gute Idee. Dabei sollten Sie natürlich darauf achten, das Training langsam aufzubauen.“

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