Jugendlichen eine Perspektive geben: Förderprojekt „Hafen 57“ ist jetzt Anlaufstelle

(wS/red) Siegen 25.08.2020 | Jugendlichen helfen, ihre eigenen Pläne zu schmieden

Diese Idee steckt hinter dem „Förderprojekt Hafen 57“, dass das Jobcenter, der Kreis Siegen-Wittgenstein und das Katholische Jugendwerk Förderband jetzt gestartet haben. „Mit dem Projekt sprechen wir erstmals junge Menschen an, die von den Angeboten der Sozialleistungssysteme nicht erreicht werden und sonst sozusagen durch das Raster fallen würden“, betont Landrat Andreas Müller, der zugleich auch Vorsitzender der Trägerversammlung des Jobcenters ist. Die Idee: Jugendliche unter 25 Jahren, die sich den Beratungsterminen des Jobcenters entziehen oder aus verschiedenen Gründen bisher keine Leistungen beantragen konnten/wollten soll ein Ort zur Verfügung gestellt werden, an dem sie sich ihrer Ressourcen bewusst werden und eine Perspektive entwickeln.

Mit dem „Hafen 57“-Bus steuern die Sozialarbeiter regelmäßig die Orte an, an denen sich die Jugendlichen treffen. (vordere Reihe, v.l : Landrat Andreas Müller, Achim Otto, stv. Geschäftsführer und Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters, Valentin Collura, Sozialpädagoge, hintere Reihe, v. l. : Ralf Pufahl, Vorstandsmitglied Katholisches Jugendwerk Förderband, Dietmar Vitt, Geschäftsführer Katholisches Jugendwerk Förderband, Sarah Jost, stv. Geschäftsführerin Katholisches Jugendwerk Förderband und Deborah Irle, Leiterin Förderprojekt „Hafen 57“.

Dieser Ort wurde gefunden: In den Räumlichkeiten des Katholischen Jugendwerkes Förderband in der Koblenzer Straße 196 ist das Café „Hafen 57“ entstanden. Landrat Andreas Müller hat sich die Einrichtung jetzt gemeinsam mit den Projektverantwortlichen angeschaut. „Dieser Ort soll als erster Anlaufpunkt für die Teilnehmer dienen“, erklärt Dietmar Vitt, Geschäftsführer von Förderband. „Hier können die Jugendlichen sich in lockerer Atmosphäre bei einer Mahlzeit oder einem Getränk austauschen“, so Vitt weiter. Unterstützt werden sie dabei von Sozialpädagogen. Damit die Jugendlichen aber überhaupt ins Café kommen, müssen sie zunächst davon erfahren. „Eine große Bedeutung für das Projekt hat deshalb die ‚aufsuchende Beratung‘“, erläutert Achim Otto, stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters.

Ein Team von drei Sozialarbeitern steuert mit dem „Hafen 57“-Bus regelmäßig die Orte an, an denen sich die Jugendlichen hauptsächlich treffen. „Bisher wurden wir immer freundlich begrüßt und es sind schon erste Gespräche entstanden“, berichtet Deborah Irle, Leiterin des Projektes. Es sei sehr wichtig, zunächst eine Bindung zu den Jugendlichen aufzubauen. „Wir erleben immer wieder, dass die Jugendlichen nach einer gewissen Zeit auftauen und uns auch ganz konkrete Probleme, wie zum Beispiel die Wohnungssuche, anvertrauen“, ergänzt Sozialarbeiter Valentin Collura. Bei ihren Touren kommen die Mitarbeiter mit den Jugendlichen ins Gespräch und laden sie in das „Café 57“ ein. Da können sie dann erst mal zur Ruhe kommen, auf der Couch entspannen oder sich an den Computer setzen. Nicht nur die berufliche Perspektive soll im Café Thema sein. „Zunächst geht es uns um die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, wie Kommunikation und Analysefähigkeit oder aber auch den Aufbau einer geregelten Tagesstruktur“, erläutert Achim Otto. Außerdem soll den Teilnehmern eine gesunde und nachhaltige Lebensführung vermittelt werden. Sie sollen lernen, wie man einfache Gerichte zubereitet.

Im „Café 57“ sollen es sich die Jugendlichen erst einmal gemütlich machen. Landrat Andreas Müller (Mitte) hat sich die Räumlichkeiten jetzt vor Ort angeschaut (links: Deborah Irle, Leiterin Förderprojekt „Hafen 57“ und Sarah Jost, stv. Geschäftsführerin Katholisches Jugendwerk Förderband, rechts: Achim Otto, stv. Geschäftsführer und Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters und Dietmar Vitt, Geschäftsführer Katholisches Jugendwerk Förderband).

„Wir drängen uns den Jugendlichen nicht auf. Niemand muss bei uns ein Angebot annehmen“, unterstreicht Dietmar Vitt. Vielmehr gehe es darum, die Jugendlichen erst einmal da abzuholen, wo sie sind. „Viele haben aus unterschiedlichen Gründen ihre Perspektive verloren. Wir wollen ihnen dabei helfen, sie wieder zu finden“, so Vitt weiter. Eine Perspektive kann für viele Jugendlichen schon bedeuten, dass sie die für sie passende Leistung beim Jobcenter beantragen und den Kontakt zur Behörde (wieder)aufnehmen. Zukünftig ist es geplant, dass die Jugendlichen ihre zuständigen Sachbearbeiter direkt im „Café 57“ wiedersehen bzw. kennenlernen können.

Öffnungszeiten des Cafés

dienstags, mittwochs und donnerstags

10:00 bis 14:00 Uhr

 

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