Polizei durchsucht Transportsubunternehmen aus Burbach – Waren im Wert von mehreren Hunderttausend Euro sichergestellt

(wS/ots) Burbach 21.09.2020 | Den Stein ins Rollen brachte eine Anzeige einer bekannten Bekleidungsfirma, die überwiegend im Handwerksbereich ihre Produkte vertreibt. Seit April 2020 häuften sich Bestellungen von Erstkunden bei der Firma, welche auch ausgeliefert und zugestellt worden waren. Laut elektronischer Kontrolle waren die Waren durch ein Logistikunternehmen an die Kunden geliefert worden. Allerdings konnte die Bekleidungsfirma auch nach Wochen noch keine Bezahlung der Ware verbuchen. Mahnungen liefen ins Leere – die angeblichen Kunden gab es gar nicht.

Irgendwo auf dem Lieferweg zwischen Transportunternehmen und „Kunden“ war die hochwertige Ware verschwunden.

Ermittlungen der Kollegen des zuständigen Betrugskommissariats der Kripo in Siegen lenkten den Verdacht auf ein Transportsubunternehmen aus Burbach, welches die Waren im Auftrag an die Endkunden liefern sollte. Die Beamten vermuteten, dass die Waren mit falschen Personalien von dem Inhaber und zwei seiner Angestellten bestellt worden waren. Doch anstatt die Ware zu den fiktiven Kunden auszuliefern, wurde diese „abgefischt“ und elektronisch als ausgeliefert gebucht.

Bei ihren Ermittlungen stießen die Beamten auf einen 47-Jährigen aus Miltenberg (Franken). Dieser hatte einen Großteil der Ware über ein Internetportal bei einem Mitarbeiter des Logistikers bestellt. Hier vermuteten die Beamten, dass dieser als Hehler fungieren könnte. Am frühen Freitagmorgen, 18.09.2020, durchsuchte die Polizei gleichzeitig mehrere Wohn-, Lager- und Büroräume in Burbach, Lennestadt und Miltenberg. Dort wurde ergaunerte Ware im Wert von mehreren Hunderttausend Euro sichergestellt.

Mit der Menge hatten die Ermittler nicht gerechnet, so dass mehrere Fahrten mit einem Klein-Lkw der Polizei nötig waren, die Sachen sicher zu stellen.

Gegen die drei Männer des Transportunternehmens (18 bis 23) wird wegen Betrug ermittelt. Der 47-jährige Mann aus Miltenberg ist vermutlich selbst Opfer geworden. Zurzeit gehen die Ermittler davon aus, dass er die Waren bei den Burbachern im Glauben bestellt hat, dass es sich um B-Ware handelt. Er hat vermutlich mit der Vertriebskette nichts zu tun.

Sichergestellte Ware – Foto: Polizei