(wS/si) Siegen 13.03.2026 | Die Natur- und Naturschutzgebiete im Kreis Siegen-Wittgenstein sollen künftig noch besser geschützt und gleichzeitig für Erholungssuchende erlebbar bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der Kreis gemeinsam mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW einen sogenannten Urbanen Ranger ein, der jetzt auf der Trupbacher Heide offiziell vorgestellt wurde.
Der 38-Jährige Frédéric Rock soll vor allem Ansprechpartner in Naturschutz-, Vogelschutz- und Natura 2000-Gebiete sein, Zusammenhänge im Natur- und Artenschutz erklären, über Regeln wie dem Wegegebot informieren und kleinere Pflege- und Instandsetzungsarbeiten an der Infrastruktur tätigen. Der Begriff „Urbaner Ranger“ bezieht sich dabei auf den Einsatzbereich: Anders als klassische Ranger, die vor allem in abgelegenen Schutzgebieten tätig sind, arbeitet Frédéric Rock vor allem in stark frequentierten Wäldern und Naturräumen im Umfeld von Städten und Gemeinden. Dort stehen neben dem Naturschutz besonders Information, Besucherlenkung und der direkte Austausch im Mittelpunkt.
„Unsere Naturschutzgebiete sind wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig wichtige Erholungsräume für die Menschen in unserer Region“, sagt Landrat Andreas Müller. „Herr Rock sorgt mit seiner Präsenz vor Ort dafür, dass Schutz und Nutzung miteinander in Einklang bleiben. Er ist dabei für ein Wanderwegenetz von etwa 120 Kilometern zuständig.“
Auch der neue Urbane Ranger, der zuletzt sechs Jahre als Revierjäger in Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet hat, freut sich auf seine neue Aufgabe. „Ich arbeite einfach gerne in der Natur – bei Wind und Wetter“, sagt der gebürtige Sauerländer. „Ich freue mich auf interessierte Mitbürger, wenn ich in den unterschiedlichen Gebieten unterwegs bin. Ich empfinde mich da weniger als Aufpasser – ich möchte mit den Menschen ins Gespräch kommen und das Bewusstsein für Naturschutz und Naturvielfalt stärken.“
Der Urbane Ranger ist Teil einer Kooperation zwischen dem Kreis Siegen-Wittgenstein und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Der Kreistag hatte beschlossen, die Stelle zunächst für drei Jahre zu kofinanzieren. Der Kreis beteiligt sich in diesem Zeitraum mit jährlich 19.000 Euro an den Kosten.
„Im waldreichsten Kreis Deutschlands ist das Thema Wald eigentlich immer präsent“, sagt Jan Zimmermanns, Leiter des Regionalforstamts Siegen-Wittgenstein. „Deshalb ist es umso wichtiger, die Waldbesuchenden über die Zusammenhänge unseres Lebensraums direkt vor Ort zu informieren. Mit dem Urbanen Ranger soll das Waldbewusstsein nun auch abseits der Premiumwanderwege gestärkt werden.“
Über seine Arbeit berichtet der Ranger regelmäßig den zuständigen Gremien des Kreises. Der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie der Kreistag erhalten dabei Einblicke in die Aktivitäten, Erfahrungen und Entwicklungen in den Schutzgebieten. Die Berichte sollen eine Grundlage für die Bewertung der Rangerstelle und mögliche weitere Schritte bilden.

Gemeinsam mit Landrat Andreas Müller auf der Trupbacher Heide: Frédéric Rock (li.) ist der neue Urbane Ranger für Siegen-Wittgenstein. Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein







