(wS/kh) Kreuztal 02.07.2026 | Mehr als 80 Brote von zehn Mitgliedsbetrieben hat die Bäcker-Innung Westfalen-Süd bei ihrer Brotprüfung 2026 unter die Lupe genommen. Wie bereits im Vorjahr fand die Veranstaltung auf dem Wochenmarkt auf dem Roten Platz in Kreuztal statt – und zog dabei nicht nur zahlreiche Marktbesucher, sondern auch hochrangige Gäste aus Politik und Handwerk an.
Prüfer war Maik Wegner, Qualitätsprüfer des Deutschen Bäckerhandwerks und staatlich geprüfter Brotsommelier aus Grevenbrück. Der 51-Jährige nahm die eingereichten Brote systematisch unter die Lupe – und zwar ausschließlich mit seinen Sinnen: Hände, Augen, Nase und Geschmackssinn. „Bei der Prüfung der Brote arbeite ich mich immer von außen nach innen vor“, erklärte Wegner das Vorgehen. Bewertet wurden Form und Aussehen, Lockerung, Geruch und Geschmack, Struktur und Elastizität sowie Kruste und Krume.
Die Brote lagen auf einem großen Tisch – lediglich mit einer Nummer und der Brotsorte versehen, ohne Hinweis auf die jeweilige Bäckerei. So war eine unabhängige, unvoreingenommene Bewertung sichergestellt. Erst nach der rein sensorischen Beurteilung wurde der Herkunftsbetrieb zugeordnet. Eine speziell entwickelte Software unterstützte Wegner bei der Auswertung: Sie zeigt mögliche Ursachen von Qualitätsmängeln an, die anschließend in einem Gutachten mit konkreten Verbesserungshinweisen an die Bäckereien weitergegeben werden.
Georg Sangermann, Obermeister der Bäcker-Innung Westfalen-Süd, betonte den Wert der externen Kontrolle: „Wenn man täglich seine individuellen Brotsorten backt, fallen einem im Alltagsgeschehen kleine Veränderungen womöglich gar nicht auf. Man ist manchmal betriebsblind. Deshalb ist der unabhängige Blick von außen für uns sehr wichtig, um unseren Kunden immer sehr gute Qualität bieten zu können.“ Sangermann hob zudem hervor, was handwerklich gefertigte Backwaren auszeichnet: „Durch die Qualität, den besonderen Geschmack und unsere einzigartigen Rezepte heben wir uns schließlich von der industriellen Herstellung ab. Außerdem sind unsere Backwaren durch längere Teigruhezeiten oftmals auch besser verträglich.“
Die eingereichten Brote stammten von Innungsbäckereien aus dem Kreis Olpe und dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Marktbesucher konnten die Veranstaltung hautnah miterleben, direkt mit dem Obermeister und weiteren Innungsmitgliedern ins Gespräch kommen und verschiedene Brotsorten kostenlos probieren. Die angeschnittenen Brote durften am Ende kostenfrei mit nach Hause genommen werden. Auch Harald Görnig, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, war vor Ort. Bürgermeister Michael Kolodzig sowie die Landtagsabgeordneten Anke Fuchs-Dreisbach und Jens Kamieth informierten sich über die Brotprüfung, probierten einige Sorten und zogen ein persönlich positives Fazit.
Das Brotinstitut e.V. wurde vor mehr als 60 Jahren vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks als freiwillige Selbstkontrolle gegründet. Rund 60 Prozent der Backwaren beziehen Verbraucher in Deutschland aus Bäckerfachgeschäften – ein Beleg für das Vertrauen in handwerkliche Qualität.
Die Ergebnisse der Brotprüfung 2026 im Überblick:
Bäckerei Hesse KG, Kirchhundem
Das Weißbrot – sehr gut | Pane Italiano – sehr gut | Langschläfer – sehr gut | Dinkel Rogger – sehr gut | Sauerländer Roggenmischbrot – gut | Siegerländer Schwarzbrot – sehr gut | Herzbube – sehr gut | Herzbube Walnuss – sehr gut | Hessekorn – sehr gut
Bäckerei Karl-Heinz und Dennis Klein GbR, Siegen
Weißbrot – sehr gut | Dinkel-Malzbrot – sehr gut | Opa Walter – gut | Beutelbrot – sehr gut
Bäckerei Michael Lixfeld, Siegen
Dinkelflockenvollkornbrot – gut | Roggenvollkornbrot mit Sonnenblumen – sehr gut | Krustenbrot – sehr gut | Urroggen – sehr gut | Bauernbrot – gut | Reibekuchen – sehr gut
Bäckerei Steffen Maiworm, Drolshagen
Italienisches Leinsamenbrot – sehr gut | Feinbrot – sehr gut | Rosenthaler – gut
Bäckerei Georg Sangermann, Olpe
Dicker Backes – sehr gut | Schwabenkorn – sehr gut | Schwarzbrot – gut | Kaminbrot – sehr gut | Roggenvollkornbrot – sehr gut
Bäckerei Schwan, Inh. Marco Frank, Bad Berleburg
Königskugel – sehr gut | Schieferkruste – sehr gut | Mehrkornbrot – sehr gut | Schwans Saatenkruste – sehr gut | Urbrot – sehr gut | Dinkel Saatenbrot – sehr gut | Hallenberger Brauhofkruste – sehr gut | Fritzchen – sehr gut
Bäckerei Wilhelm Voßhagen, Drolshagen
Emmervollkornbrot – gut | Dinkelvollkornbrot – gut | Stinches Mehrkornbrot – sehr gut | Vollkornbrot – sehr gut
Bäckerei Paul Hesse, Inh. Petra Breuch, Olpe
Olper Kornschnitte – gut | 6-Kornbrot – gut | Sassmicker Backes – sehr gut | Siegerländer Schwarzbrot – gut | Schwarzbrot – sehr gut | Graubrot – sehr gut
Landbäckerei Hellmann (Simon Hellmann), Wilnsdorf
Weißbrot – sehr gut | Das Kernige – sehr gut | Römerbrot – gut | Delikatesskruste – gut | Siegerländer Schwarzbrot – gut
Sauerlandfrische Dornseifer GmbH & Co. KG, Wenden-Hünsborn
Siegerländer Schwarzbrot – gut | Kürbiskernbrot – sehr gut | Unser Hausbrot – gut | Hünsborner Roggenbrot – sehr gut | Paderbornerbrot – sehr gut | Kraftkornbrot – sehr gut
Gold-Urkunden für gleichbleibend sehr gute Qualität (drei Jahre in Folge):
Bäckerei Hesse KG, Kirchhundem: Schwarzwälder, Dinkelkruste, Krombacher-Braustubenbrot
Bäckerei Karl-Heinz und Dennis Klein GbR, Siegen: Finnenbrot, Original Siegerländer Schwarzbrot, Reibekuchen
Bäckerei Lixfeld, Siegen: Majeborner, Schwarzbrot
Bäckerei Steffen Maiworm, Drolshagen: Mehrkornbrot, Sonnenblumenbrot, Schwarzbrot, Vollkornbrot, Pizza-Baguette
Landbäckerei Sangermann, Olpe: Sauerländer Graubrot, Sauerländer Doppelback, Körner Backes
Bäckerei Schwan, Inh. Marco Frank, Bad Berleburg: 100er Roggen, Heidebrot
Bäckerei Wilhelm Voßhagen, Drolshagen: Feinbrot, Schwarzbrot, Drolshagener Schwarzbrot
Bäckerei Paul Hesse, Inh. Petra Breuch e.K., Olpe: Mühlen-Schwarzbrot, Roggen-Vollkornbrot
Landbäckerei Hellmann (Simon Hellmann), Wilnsdorf: Siegerländer Reibekuchen, Chiabrot, Olivenbrot, Walnussbrot

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Brotprüfung 2026 auf dem Kreuztaler Wochenmarkt – darunter Vertreter der Bäcker-Innung Westfalen-Süd und des Deutschen Brotinstituts e.V.

Mehr als 80 Brote von zehn Innungsbetrieben lagen zur Bewertung bereit – anonym beschriftet, damit der Prüfer keine Rückschlüsse auf den Herkunftsbetrieb ziehen konnte.

Besucherinnen und Besucher des Wochenmarkts konnten die Brotprüfung 2026 direkt miterleben und verschiedene Sorten kostenlos probieren.

Qualitätsprüfer Maik Wegner (l., Deutsches Brotinstitut) und Obermeister Georg Sangermann (r., Bäcker-Innung Westfalen-Süd) bei der Brotprüfung 2026 in Kreuztal. Fotos: Kai Osthoff









