Helga Maria Lange spielt in St. Marien: Orgelmusik zwischen Bach und Bolero

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(wS/hml) Siegen 12.09.2026 | In der Kirche St. Marien in der Siegener Oberstadt hat Organistin Helga Maria Lange am Sonntag ein abwechslungsreiches Orgelkonzert gegeben. Das Programm verband musikalische Traditionen aus Deutschland, Frankreich und England miteinander und legte zugleich einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema „Maria“.

Den feierlichen Auftakt bildeten Werke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Mit dem Praeludium und Fuge C-Dur (BWV 547) sowie „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ kam Bachs kunstvolle und geistlich geprägte Tonsprache zur Geltung. Es folgten die beiden ersten Sätze aus Mendelssohns Orgelsonate in A-Dur aus op. 65. Helga Maria Lange balancierte den Wechsel zwischen dem majestätischen ersten Satz über den Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ und dem friedvollen Andante tranquillo aus und brachte die dynamische Bandbreite der Orgel eindrucksvoll zur Geltung.

Im Anschluss wandte sich die Organistin Werken französischer und englischer Komponisten zu. Eugène Gigouts Toccata in h-Moll, Louis Viernes Madrigal und das Carillon de chapelle du Château de Longpont zeigten pastorale Farbfacetten auf. Maurice Duruflés Choral varié sur „Veni creator spiritus“ bildete das klangliche Bindeglied zur modernen Orgelliteratur.

Aus der englischen Tradition erklangen Percy Fletchers Fountain Reverie sowie sein Festival Piece, ergänzt durch Christopher Tamblings Adagio cantabile und ein kraftvolles Grand Choeur, bei dem auch die Horizontaltrompeten zum Einsatz kamen.

Ein besonderer Programmblock widmete sich dem Thema „Maria“. Denis Bédards Variationen über „Maria aufgenommen“ sowie Martin Außems Choral und Toccata über „Wunderschön prächtige“ setzten spirituelle Glanzpunkte, die dem Patrozinium der Marienkirche in besonderer Weise gerecht wurden. Helga Maria Langes Spiel verband dabei technische Perfektion mit einem tiefen Gespür für die theologischen und musikalischen Dimensionen der Werke.

Eine Besonderheit des Konzerts: Per Videoübertragung von der Empore auf eine Leinwand im Chorraum konnten die Zuhörer das Manual- und Pedalspiel der Organistin aus nächster Nähe verfolgen.

Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem, begeistertem Applaus. Mit der Zugabe des Boléro de Concert von Alfred Lefébure-Wély endete ein musikalischer Nachmittag, der eine eindrucksvolle Reise durch verschiedene Epochen und Länder bot. (Wolfgang Hein)


Organistin Helga Maria Lange spielte in der Kirche St. Marien in der Siegener Oberstadt ein abwechslungsreiches Orgelkonzert. Foto: Sebastian Krämer

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