(wS/tg) Siegen 10.09.2026 | Anlässlich des Welttags der Suizidprävention trafen sich am Nachmittag Vertreter des Bündnisses gegen Depression Olpe-Siegen-Wittgenstein gemeinsam mit betroffenen Angehörigen im Friedhofswald Hermelsbach. Im Rahmen einer feierlichen Kranzniederlegung am dortigen Gedenkstein erinnerten sie an die Menschen, die durch Suizid aus dem Leben geschieden sind.

Die Psychiatriekoordinatorin des Kreises Siegen-Wittgenstein, Katharina Stocks-Katz, richtete einfühlsame Worte an die Anwesenden und unterstrich die große Bedeutung dieses Erinnerungsortes. Dank des hervorragenden Zusammenspiels zwischen den Behörden, dem Bestattungsinstitut Pohl und Steuber sowie dem Steinmetzbetrieb Thomas Sting konnte der Gedenkstein seinerzeit in nur drei Monaten realisiert werden. Stocks-Katz, die oft in diesem Bereich unterwegs ist, berichtete von ihren Beobachtungen: Immer wieder werden Blumen oder kleine Erinnerungsstücke am Stein abgelegt. Sie geben den Angehörigen Halt und zeigen, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind. Niemand dürfe mit seiner Trauer um einen geliebten Menschen allein gelassen werden, betonte sie. Zudem rief sie dazu auf, offener über das Erlebte zu sprechen, um die anhaltende Stigmatisierung der Thema weiter abzubauen.
Besondere Begegnung spendet Trost
Thorsten Görg vom Bündnis gegen Depression teilte eine zutiefst berührende Anekdote. Einige Zeit nach den Medienberichten zur Eröffnung der Gedenkstätte (unter anderem in der Lokalzeit und auf wirSiegen.de) wurde er auf dem Parkplatz eines Discounters in Eiserfeld von einer jungen Frau angesprochen. Sichtlich bewegt berichtete die Mitte-20-Jährige aus dem Nachbarkreis Olpe, dass ihr Bruder ein Jahr zuvor nach schweren Depressionen den Freitod gewählt hatte.
Sie dankte allen Beteiligten dafür, dass sie durch diesen Ort ihrem verstorbenen Bruder wieder ein „Gesicht gegeben“ und für die Familie einen Ort geschaffen haben, an dem sie in Ruhe trauern können. „Diese Worte, die sie mit einem leichten Lächeln sprach, haben mir Gänsehaut bereitet“, so Görg. Sie zeigten ihm und dem gesamten Team eindringlich, wie wertvoll und wichtig dieser Gedenkort für die Menschen in der Region geworden ist.
Den stimmungsvollen und würdevollen Abschluss der Gedenkveranstaltung bildete ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer:
„Nicht die Freuden, nicht die Leiden, stellt den Wert des Menschen dar, immer nur wird das entscheiden, was der Mensch dem Menschen war.“

Fotos: Thorsten Görg
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