Neues Mehrweg-Spülsystem im Bethesda Freudenberg reduziert Elektroschrott bei Gelenkersatz-OPs

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(wS/dia) Freudenberg 20.10.2026 | Die Orthopädie des Diakonie Klinikums Bethesda in Freudenberg setzt bei Gelenkersatz-Operationen künftig auf ein ressourcenschonendes Spül- und Saugsystem. Das Mehrwegsystem mit dem Namen „BlueLavage” soll den Verbrauch von Einwegprodukten und Elektroschrott deutlich reduzieren. Nach Angaben der Klinik spart die Umstellung pro Jahr rund 760 Kilogramm CO₂ und 1440 Batterien ein.

„Wir wollen unseren Patientinnen und Patienten eine moderne und hochwertige Versorgung bieten und gleichzeitig ressourcenschonend arbeiten”, sagt Chefärztin Dr. Birgit Schulz. „Das neue System ermöglicht es uns, beides miteinander zu verbinden.”

Antriebseinheit wird mehrfach wiederverwendet

Bei Operationen zum Einsatz von zementierten Schulter-, Hüft- oder Knieendoprothesen muss das Operationsgebiet während des Eingriffs gespült und abgesaugt werden. Bisher kamen dafür sogenannte Einmal-Lavagen zum Einsatz, die nach der Operation mitsamt der darin verbauten Elektronik komplett entsorgt wurden. Das neue System setzt dagegen auf Wiederverwendung: Während die sterilen Funktionsteile weiterhin Einwegprodukte bleiben, ist die Antriebseinheit mehrfach wiederverwendbar.

Das System wurde laut Klinik in Nordrhein-Westfalen entwickelt und wird in Deutschland produziert. „Nachhaltige, kurze Lieferwege werden durch eine Produktion des Lavage-Systems in Deutschland sichergestellt”, ergänzt Sebastian Bittner, Leiter der Materialwirtschaft.

Einsparung entspricht Autofahrt nach Portugal und zurück

„Die Zahlen zeigen, dass auch Anpassungen bei einzelnen medizinischen Abläufen einen messbaren Beitrag leisten”, sagt Chefarzt Dr. Kai Drastig, dessen Schwerpunkt auf der Hüft- und Knieendoprothetik liegt. Die jährliche CO₂-Ersparnis von 760 Kilogramm entspreche in etwa einer Autofahrt von Freudenberg nach Portugal und zurück. Die 1440 eingesparten Batterien würden übereinandergestapelt die Höhe eines 20-stöckigen Hochhauses erreichen.

Mit der Einführung des neuen Spül- und Saugsystems setzt die Abteilung nach eigener Darstellung einen weiteren Akzent auf eine moderne und zugleich verantwortungsbewusste medizinische Versorgung.


Die beiden Chefärzte Dr. Kai Drastig (links) und Dr. Birgit Schulz (rechts) mit dem neuen Spülsystem für die Endoprothetik. (Foto: Diakonie in Südwestfalen/Tabea Stoffers)

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