(wS/sk) Olpe 26.10.2026 | Immer mehr Unternehmen setzen KI-Agenten ein, die eigenständig Aufgaben erledigen — vom Beantworten von Kundenanfragen über das Schreiben von Programmcode bis hin zur Vorsortierung von Bewerbungen. Dafür erhalten diese Agenten Zugriff auf sensible Daten und interne Systeme. Doch wie gut müssen sie tatsächlich abgesichert sein? Eine Antwort darauf liefert ein neues Whitepaper des Olper Cybersecurity-Architekten Stephan Skrobisch. Die Arbeit ist am 25. Oktober auf dem vom CERN betriebenen Forschungsrepositorium Zenodo erschienen und steht dort kostenlos zum Download bereit.
Das von Skrobisch entwickelte Modell betrachtet zwei Fragen getrennt voneinander: Zum einen, welche rechtlichen Pflichten sich aus dem jeweiligen Einsatzzweck ergeben — etwa nach der europäischen KI-Verordnung (AI Act) oder der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Zum anderen, welchen Schaden ein Agent mit seinen technischen Zugriffsrechten potenziell anrichten kann. Aus diesen beiden Bewertungen leitet das Modell für sechs sogenannte Härtungsschichten — von der Abschottung des Agenten bis zur Protokollierung seiner Aktionen — jeweils eine Empfehlung in drei Stufen ab. Eine siebte Schicht dokumentiert die rechtliche Einstufung nach dem AI Act.

Cybersecurity-Architekt Stephan Skrobisch
Dabei fördert das Modell eine überraschende Erkenntnis zutage: Ein Programmier-Assistent, den der AI Act formal als geringes Risiko einstuft, benötigt nach dem Sicherheitsmodell in allen sechs technischen Härtungsschichten den höchsten Schutz. Der Grund: Ein solcher Agent kann Programme ausführen und dabei Zugangsdaten gefährden. „Die KI-Verordnung sagt, welche Pflichten ein Einsatzzweck auslöst. Sie sagt nicht, was ein Agent mit seinen Rechten anrichten kann”, erklärt Skrobisch. „Gerade kleine Unternehmen brauchen deshalb eine einfache Methode, mit der sie beides bewerten können.”
Praxisnah hat Skrobisch seinem Whitepaper eine Prüfliste und ein Einstufungsblatt beigefügt, mit denen Unternehmen ihre eingesetzten KI-Agenten selbst bewerten können. Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass das Dokument keine Rechtsberatung ersetzt.
Stephan Skrobisch ist Cybersecurity-Architekt mit über 20 Jahren Erfahrung in der IT-Sicherheit und verfügt über einen B. Sc. in Informatik. Er berät mit seinem Unternehmen XAMAND Firmen zur Sicherheit von KI-Agenten, ist Herausgeber des Fachportals ClawNews und Autor des Buchs „Cybersecurity Ratgeber”. 2024 wurde er mit dem Hornetsecurity Rising Star Award ausgezeichnet.
Das Whitepaper steht unter https://doi.org/10.5281/zenodo.23602924 kostenlos zum Download bereit.

Das Sicherheitsmodell von Stephan Skrobisch bewertet KI-Agenten auf sieben Schichten — sechs technische Härtungsebenen und eine rechtliche Einstufung nach dem AI Act. (Grafik: Stephan Skrobisch)

Das Whitepaper „Sichere KI-Agenten” des Olper Cybersecurity-Architekten Stephan Skrobisch ist auf dem Forschungsrepositorium Zenodo erschienen. (Fotos: Stephan Skrobisch)
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