Gefäßchirurgie im „Stilling“ gelingt Weltpremiere – Erfolgreiche Stent-OP bei Aneurysma der Bauchaorta mit Beteiligung der Nierenschlagader

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(wS/dia) Siegen 30.01.2026 | Der Klinik für Gefäßchirurgie im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen ist eine medizinische Weltpremiere gelungen: Erstmals wurde bei einer Patientin mit einem Aneurysma der Bauchschlagader ein hochmoderner Stent eingesetzt. Dieser erlaubt es, während der laufenden OP das Gefäßimplantat individuell so an den Körper des Patienten anzupassen, dass von der Aorta abzweigende Arterien mit Blut versorgt bleiben. „Weltweit ist dies die erste klinische Anwendung dieser neuartigen Technologie in der Bauchaorta“, sagt Chefarzt Dr. Ahmed Koshty.

Bei der Patientin, einer 85-jährigen Frau aus Nordhessen, war die krankhafte Erweiterung der Bauchschlagader entdeckt worden. Ein zeitnaher Eingriff sei daraufhin dringend erforderlich gewesen, da bei einem Einreißen oder Platzen des Aneurysmas Lebensgefahr besteht, betont Dr. Koshty: „Kommt es zu einer solchen Ruptur an der Aorta sterben 80 Prozent der Betroffenen oft innerhalb von Minuten, da in der Regel massive innere Blutungen zu schnellem Herz-Kreislauf-Versagen führen.“

Um Patienten mit spezieller Anatomie eine Gefäßstütze einsetzen zu können, waren noch bis vor Kurzem teure, individuell angepasste Maßanfertigungen erforderlich, in der Regel mit mehrwöchiger Wartezeit. Dank eines neuartigen Stents, der unter dem Markennamen Tianyi in China entwickelt wurde, können Patienten nun frühzeitig operiert werden – ein Aspekt, der in Notfällen Leben retten kann. Möglich macht dies ein dünnes, aber hochstrapazierfähiges Polyestergewebe, das die Prothese umhüllt und das sich per Führungskatheter mit einem feinen Draht gezielt punktieren lässt. So können während der laufenden Operation Öffnungen direkt im implantierten Stent gesetzt werden – genau dort, wo abzweigende Seitengefäße liegen. Im Fall der Patientin im „Stilling“ wurde mithilfe dieser, In-situ-Fenestration genannten endovaskulären Methode der Blutzufluss aus der Aorta in die linke Nierenarterie offengehalten.

Bereits im Oktober 2025 war im Siegener Diakonie Klinikum – als einem der ersten Krankenhäuser in Europa – der Einsatz eines Tianyi-Stents im Aortenbogen eines 80-jährigen Aneurysma-Patienten gelungen. Nun folgte die weltweit erste Anwendung der Technik an der Bauchschlagader. Etwa eine Stunde hat die Operation gedauert, die minimalinvasiv, ohne große Schnitte, sondern lediglich über Katheterzugänge durchgeführt wurde, berichtet Chefarzt Dr. Koshty. Die Patientin habe die OP sehr gut überstanden. Schon nach kurzer Zeit habe sie von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden können.

Für komplexe Operationen wie diese braucht es eine hohe Expertise. Das Diakonie Klinikum in Siegen zählt mit jährlich mehr als 150 Eingriffen in punkto Qualität und Quantität zu den führenden gefäßchirurgischen Kliniken. Nicht zuletzt deshalb war das Aortenzentrum am „Stilling“ vom asiatischen Hersteller als Kooperationspartner ausgewählt worden. Der besondere Dank von Chefarzt Dr. Koshty gilt dem gesamten Team der Gefäßchirurgie aus Ärzten und Pflegekräften im Diakonie Klinikum Jung-Stilling sowie den Partnern in der Medizintechnik „für die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit, die diesen Fortschritt im besten Interesse der Patientin ermöglicht hat“.

Dem Team der Gefäßchirurgie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen ist der weltweite erste Einsatz eines speziellen Stents bei einem Aneurysma der Bauchaorta mit Beteiligung der Nierenschlagaorta gelungen. Chefarzt Dr. Ahmed Koshty präsentiert im Bild die Urkunde dieser medizinischen Weltpremiere. Foto: Diakonie in Südwestfalen

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