(wS/dia) Freudenberg 21.07.2026 | Rund 70 Besucherinnen und Besucher sind der Einladung der Orthopädischen Klinik am Diakonie Klinikum Bethesda in Freudenberg gefolgt. Bei einer Patientenveranstaltung informierten sich Betroffene, Angehörige und Interessierte über moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Verschleiß von Hüft- und Kniegelenken – und darüber, wann ein künstlicher Gelenkersatz sinnvoll sein kann.
Die Veranstaltung bot zugleich die Gelegenheit, den neuen Chefarzt Dr. Kai Drastig kennenzulernen. Seit Mai 2026 verstärkt der ausgewiesene Experte für moderne Endoprothetik das Team der Orthopädie am Diakonie Klinikum. Gemeinsam mit Chefärztin Dr. Birgit Schulz leitet er die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in einer Doppelspitze.
In seinem Vortrag widmete sich Dr. Drastig den Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und aktuellen Operationsverfahren bei Arthrose. Rund jeder fünfte Erwachsene leide unter Gelenkschmerzen, erklärte der Mediziner. Zur Vorbeugung oder in frühen Stadien der Erkrankung könnten Betroffene selbst aktiv werden. „Bewegung ist die beste Medizin“, betonte der Chefarzt und machte deutlich, wie wichtig regelmäßige Aktivität für die Gelenkgesundheit sei.
Um das zu verdeutlichen, erläuterte Dr. Drastig den typischen Verlauf einer Arthrose und den dabei entstehenden Teufelskreis: Durch den Abrieb des Knorpels im Gelenk entstehen Schmerzen und eine Entzündungsreaktion. In der Folge kommt es zu Bewegungseinschränkungen und häufig zu weniger Aktivität. Dieser Bewegungsmangel kann wiederum die Versorgung des Knorpels beeinträchtigen – ein Kreislauf, der die Beschwerden weiter verstärken kann.
„Bei der Behandlung arthrotischer Beschwerden gilt grundsätzlich: konservativ vor operativ“, so der Chefarzt. Bevor eine Operation in Betracht gezogen werde, würden verschiedene konservative Behandlungsstufen ausgeschöpft. Dazu gehören unter anderem Gewichtsmanagement, Physiotherapie, gezielter Muskelaufbau, der Einsatz von Gehhilfen oder eine medikamentöse Schmerztherapie. „Erst wenn diese Möglichkeiten nicht mehr ausreichen und der Leidensdruck zu groß wird, wird ein Gelenkersatz erwogen“, erklärte Dr. Drastig.
Wenn eine Operation notwendig werde, kämen heute moderne, gelenk- und weichteilschonende Verfahren zum Einsatz. Hüftoperationen würden häufig minimalinvasiv durchgeführt. „In der Regel stehen unsere Patientinnen und Patienten am ersten postoperativen Tag wieder auf den eigenen Beinen und wechseln dann nach einem Klinikaufenthalt von fünf bis sieben Tagen in eine stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme“, berichtete der Mediziner.
Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Experten ins Gespräch zu kommen. Wer persönliche Fragen zu individuellen Diagnosen hatte, wurde zur weiteren Beratung in die wöchentliche Sprechstunde eingeladen, die Dr. Drastig zusammen mit seinen Oberärzten Dr. Markus Boller und Dr. Richard Buchen anbietet.
Die gut besuchte Veranstaltung zeigte, wie groß der Informationsbedarf rund um Arthrose und moderne Gelenktherapie in der Region ist.

Chefarzt Dr. Kai Drastig, neuer Leiter der Orthopädie am Diakonie Klinikum Bethesda in Freudenberg.

Vor zahlreichen Zuhörern im Diakonie Klinikum Bethesda in Freudenberg informierte Chefarzt Dr. Kai Drastig über moderne Therapie bei Verschleiß von Knie- und Hüftgelenken. Fotos: Diakonie in Südwestfalen
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