26 Nachwuchskräfte im Tischlerhandwerk: Freisprechungsfeier im Haus der Siegerländer Wirtschaft

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(wS/kws) Siegen 27.07.2026 | 26 junge Tischlerinnen und Tischler haben es geschafft: Bei der Freisprechungsfeier der Tischler-Innung Westfalen-Süd im Haus der Siegerländer Wirtschaft in Siegen wurden sie nach bestandener Gesellenprüfung feierlich freigesprochen. Neben der Übergabe der Gesellenbriefe standen die Ehrung der Prüfungsbesten und die Verleihung des Innungswettbewerbs „Die Gute Form“ 2026 auf dem Programm.

Robert Pal, stellvertretender Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, würdigte in seiner Begrüßungsrede die Leistung der Absolventinnen und Absolventen. „Sie haben in den vergangenen Jahren gelernt, mit einem Werkstoff zu arbeiten, der die Menschheit seit Jahrhunderten begleitet – und doch aktueller ist denn je: Holz. Ein Werkstoff, der lebt, der Charakter besitzt und der nie ganz gleich ist. Genau darin liegt die Besonderheit Ihres Handwerks“, sagte Pal. Er betonte, dass die jungen Gesellinnen und Gesellen nicht nur ein Prüfungszeugnis erhalten, sondern offiziell in den Kreis der Gesellinnen und Gesellen aufgenommen werden.

Jenny Bensberg, Obermeisterin der Tischler-Innung Westfalen-Süd, richtete sich persönlich an die Junggesellinnen und Junggesellen: „Es gibt im Leben Momente, die man nicht vergisst. Momente, in denen man spürt: Jetzt beginnt etwas Neues. Heute endet eure Ausbildungszeit – und gleichzeitig beginnt ein neuer Abschnitt eures beruflichen Lebens.“ Sie gratulierte den Absolventinnen und Absolventen mit sichtlichem Stolz zur bestandenen Gesellenprüfung. „Ihr habt etwas erreicht, das euch niemand mehr nehmen kann. Ihr habt einen Beruf erlernt, der seit Jahrhunderten für Qualität, Kreativität, Präzision und Verlässlichkeit steht. Und ihr gehört nun zu einer Gemeinschaft, die weit über den eigenen Betrieb hinausreicht – zur Gemeinschaft der Tischlerinnen und Tischler“, so die Obermeisterin.

Bensberg hob zudem die wachsende Bedeutung des Werkstoffs Holz in Zeiten des Klimaschutzes hervor. „Während vielerorts über Klimaschutz gesprochen wird, leisten wir Tischlerinnen und Tischler jeden Tag einen ganz praktischen Beitrag dazu. Wir bauen langlebige Produkte, wir reparieren, statt wegzuwerfen, wir arbeiten mit einem nachwachsenden Rohstoff und wir schaffen Werte, die oft Generationen überdauern. Darauf dürfen wir mit Recht stolz sein“, sagte sie.

Architektin Birgit Schapals, die in Kreuztal ein Sachverständigenbüro führt und als Jury-Mitglied des Wettbewerbs „Die Gute Form“ fungiert, hielt im Anschluss eine Laudatio. „Heute feiern wir den Moment, in dem aus Können öffentlich Vertrauen wird. Sie sind nun offiziell Gesellinnen und Gesellen. Es ist ein großer Schritt. Nicht nur beim Werkstück, sondern auch im eigenen Werdegang“, sagte Schapals. Sie machte den jungen Gesellinnen und Gesellen Mut für den weiteren Weg: „Mit der Freisprechungsfeier beginnt das Leben, in dem nicht mehr alles vorgezeichnet ist. Man wird nicht nur ausgeführt – man entscheidet mit.“

Insgesamt 26 Gesellinnen und Gesellen wurden freigesprochen – vier aus der Wintergesellenprüfung 2025/2026 und 22 aus der Sommergesellenprüfung 2026.

Wintergesellenprüfung 2025/2026:
Yannik Beckmann (Heinrich Rameil, Kirchhundem), Jule Charlotte Grobbel (Innenausbau Biermann GmbH, Schmallenberg), Moritz Torben Halking (Attendorner Fensterbau GmbH, Attendorn), Tom Huckestein (Georg Burghaus KG, Drolshagen).

Sommergesellenprüfung 2026:
Billy Bradbury (Marcus Lütteke, Attendorn), Henrik Brüggemann (Georg Burghaus KG, Drolshagen), Niklas Buch (Bensberg GmbH, Hilchenbach), Berkay Mustafa Demirtas (Bensberg GmbH, Hilchenbach), Samira Marie Diehl (Tischlerei Andrick-Busch KG, Siegen), Jonas Doerr (Karl Zoll GmbH, Bad Berleburg), Len Elias Frevel (Thomas Schmitt e. K., Wilnsdorf), Max Ole Grenz (Jens Grüneberg, Kreuztal), Nico Haas (Stefan Greis, Burbach), Paul Hahn (Tischlerei Binder, Netphen), Pascal Hofrichter (Margarete Jürgens, Attendorn), Falko Ising (Thomas Schmitt e. K., Wilnsdorf), Lukas Jungermann (Roland Meisterjahn, Kirchhundem), Felix Kölsch (Lothar Zimmermann, Wilnsdorf), Alex Hugo Manes Perez (Patrick Krohne und Markus Eckert, Lennestadt), Justus Meiswinkel (Klein-Nöh GmbH, Netphen), Amir Mohammadi (Tischlerei Andrick-Busch KG, Siegen), Jonas Rump (Martin Scherließ, Kirchhundem), Veronika Schlote (Möbel Leber GmbH & Co. KG, Kreuztal), Elias Schmitz (Sebastian Wolf, Bad Berleburg), Maximilian Alexander Veit (Marcus Grümbel, Mudersbach), Lenja Voss (Stefan Immekus, Olpe).

Als Prüfungsbeste wurden ausgezeichnet: Auf dem ersten Platz landete Justus Meiswinkel (Klein-Nöh GmbH, Netphen), gefolgt von Nico Haas (Stefan Greis, Burbach) auf dem zweiten und Veronika Schlote (Möbel Leber GmbH & Co. KG, Kreuztal) auf dem dritten Platz.

Beim Innungswettbewerb „Die Gute Form“ 2026, an dem Betriebe teilnehmen können, die der Innung angehören, gingen die Preise an folgende Gesellinnen und Gesellen: Platz 1 erreichte Justus Meiswinkel mit seinem Schreibtisch „Oblicuo“ aus Eiche (Klein-Nöh GmbH, Netphen). Platz 2 ging an Lenja Voss mit ihrem Turm „Quercus Duo“ aus Stäbchenplatte (Stefan Immekus, Olpe). Den dritten Platz belegte Nico Haas mit seinem Fernsehschränkchen aus Kirschbaum und Nussbaum (Stefan Greis, Burbach). Eine Belobigung erhielt Niklas Buch für seinen wandhängenden Sekretär aus Eiche (Bensberg GmbH, Hilchenbach).


Die 26 frisch freigesprochenen Gesellinnen und Gesellen der Tischler-Innung Westfalen-Süd im Haus der Siegerländer Wirtschaft in Siegen. (Foto: Kai Osthoff)

Die Preisträger des Innungswettbewerbs „Die Gute Form“ 2026 mit ihren Urkunden (v.l.): Nico Haas (Platz 3), Lenja Voss (Platz 2), Justus Meiswinkel (Platz 1) und Niklas Buch (Belobigung).

Die drei Prüfungsbesten der Gesellenprüfung (v.l.): Nico Haas (Platz 2), Justus Meiswinkel (Platz 1) und Veronika Schlote (Platz 3). Fotos: Kai Osthoff

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