(wS/red) Freudenberg 27.07.2026 | Am Sonntag, 2. August, verwandelt sich das Gelände des Technikmuseums Freudenberg an der Olper Straße von 10:00 bis 18:00 Uhr wieder in eine Bühne für traditionelles Handwerk, lebendige Industriekultur und faszinierende Technikgeschichte. Beim großen Schmiedefest treffen sich Profi- und Hobbyschmiede, um gemeinsam glühendes Eisen zu bearbeiten. Das Fest, das in den vergangenen Jahren überregionale Bedeutung gewonnen hat, wartet in diesem Jahr mit zwei besonderen Highlights auf.
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Was: Schmiedefest am Technikmuseum Freudenberg
Wann: Sonntag, 2. August 2026, 10:00–18:00 Uhr
Wo: Technikmuseum Freudenberg, Olper Straße, Freudenberg
Highlights: Historischer Rennofen mit Abstich (gegen 15:00 Uhr), Bronzeguss-Vorführung, Schmiedevorführungen
Kontakt: Hans-Jürgen Klappert, Tel. 0178 160 5480
„Tradition und Leidenschaft treffen hier aufeinander“, sagt Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Klappert, der das Schmiedefest zusammen mit Bernd Peleikis organisiert hat. „Die Besucher können hautnah erleben, wie aus glühendem Stahl unter präzisen Hammerschlägen Gebrauchsgegenstände, Kunstwerke und Werkzeuge entstehen.“
Eines der diesjährigen Highlights kommt aus Münster: Stahlbildhauer und Maler Holger Küpper wird auf dem Museumsgelände einen historischen Rennofen aufbauen und darin Siegerländer Erz zu einer sogenannten Luppe – also Roheisen – schmelzen, ganz wie im frühen Mittelalter. Küpper, der Bildhauerei im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster studiert hat, verfolgt mit seinem Projekt „Sternenglut – von der Natur zur Stahlskulptur“ das Ziel, die handwerklichen und künstlerischen Prozesse der Eisenherstellung zu dokumentieren. Von der Gewinnung des Rohmaterials mit Erz und Holzkohle aus dem Siegerland bis hin zur modernen Vorführung bietet er den Besucherinnen und Besuchern die seltene Gelegenheit, die aufwendige Technik der Eisenherstellung in der vorindustriellen Zeit hautnah mitzuerleben. Der Höhepunkt: Gegen 15:00 Uhr ist der Abstich des Ofens geplant.
Ein weiteres Highlight des Schmiedefestes sind die Vorführungen von Bildhauer und Kunstgießer Eduard Rangnau aus Burbach. Schon früh entwickelte sich bei ihm eine besondere Faszination für Material, Struktur und Form. Diese Leidenschaft führte ihn in ein traditionelles Handwerk – er absolvierte eine Ausbildung zum Metall- und Glockengießer. Viele Jahre arbeitete er in einer Kunstgießerei und erwarb so ein tiefes Verständnis für jeden einzelnen Schritt des Metallgusses, für Präzision, Geduld und Verantwortung gegenüber dem Material. Seit 2022 arbeitet Rangnau selbstständig als Künstler und in einer Kunstgießerei. In der von ihm geführten Galerie in der Siegener Oberstadt präsentiert er seine eigenen Arbeiten und bietet zugleich anderen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform. In Freudenberg wird er zeigen, wie eine Sandform hergestellt wird und anschließend ein Bronzeguss entsteht – eine einmalige Gelegenheit, den Künstler bei dieser anspruchsvollen Arbeit zu begleiten.
Das Museum ist am Schmiedefest-Sonntag in allen Bereichen geöffnet: Die Eisenbahn fährt, im Außerschulischen Lernort können Kinder einen Gegenstand basteln und mit nach Hause nehmen, und in der großen Halle laufen die Maschinen. Für das leibliche Wohl sorgen Waffeln und Bratwürste.

Bildhauer und Kunstgießer Eduard Rangnau aus Burbach mit einer seiner Bronzeskulpturen. Beim Schmiedefest am Technikmuseum Freudenberg zeigt er, wie eine Sandform hergestellt und ein Bronzeguss durchgeführt wird.

Stahlbildhauer Holger Küpper aus Münster an einem historischen Rennofen. Beim Schmiedefest wird er Siegerländer Erz zu einer Luppe schmelzen – ganz wie im frühen Mittelalter.

Profi- und Hobbyschmiede arbeiten beim Schmiedefest gemeinsam – Fotos: Technikmuseum Freudenberg
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