(wS/si) Kreis Siegen-Wittgenstein 29.07.2026 | Die Stadt Siegen zieht eine positive Bilanz des diesjährigen Stadtradelns. In den 21 Aktionstagen vom 23. Mai bis zum 12. Juni traten 838 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 55 Teams kräftig in die Pedale und legten dabei insgesamt 193.808 Kilometer in 12.257 Fahrten zurück – das entspricht fast fünf Erdumrundungen. Das Stadtradeln ist eine bundesweite Kampagne des Klima-Bündnisses, bei der es darum geht, möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zu bewältigen.
Das Ergebnis zeigt nach Angaben der Stadt Siegen, dass immer mehr Siegenerinnen und Siegener das Fahrrad nicht mehr nur in der Freizeit nutzen, sondern auch auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Jan König, Kommunaler Mobilitätsmanager der Stadt Siegen, zieht ein positives Fazit: „Genau darum geht es beim Stadtradeln: Gewohnheiten verändern, Alternativen zum Auto aufzeigen und nachhaltige Mobilität gemeinsam erlebbar machen.“
Den ersten Platz sicherte sich in diesem Jahr das Team der „FeG: Freie evangelische Gemeinde in Siegen“, das mit 84 Radelnden insgesamt 19.132 Kilometer zusammenfuhr. Auf dem zweiten Platz landete der „ADFC Radelstammtisch“ mit 17.962 Kilometern, Dritter wurde das Team der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule mit 15.694 Kilometern.
Unter den Teilnehmenden wurden außerdem Preise verlost. Zu gewinnen gab es unter anderem Gutscheine für ein Heimspiel der Sportfreunde Siegen, ein DAV-Schnupperklettern und als Hauptpreis eine Ballonfahrt mit dem SVB-Heißluftballon. Auch im Rahmen des Schulradelns, das sich gezielt an Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern und Lehrkräfte richtete, gab es Preise zu gewinnen. Die engagiertesten Klassen dürfen sich über einen Klassenworkshop in den Klimawelten Hilchenbach sowie einen Besuch in einem der städtischen Schwimmbäder freuen.
Bürgermeister Tristan Vitt dankte allen Beteiligten: „Die Aktion beweist, dass das Fahrrad für viele Menschen in Siegen längst ein fester Bestandteil ihres Alltags ist. Zusammen konnten wir als Stadt zeigen, dass klimafreundliche Mobilität im Alltag funktionieren kann und dass jeder Kilometer auf dem Fahrrad einen Beitrag zu mehr Klimaschutz, Gesundheit und Lebensqualität leistet.“
Dass der Trend zum Radfahren in Siegen grundsätzlich zunimmt, belegen auch die Daten der Fahrrad-Dauerzählstellen im Stadtgebiet. So stieg die Zahl der erfassten Fahrten von rund 463.000 im Jahr 2024 auf 517.590 im Jahr 2025. Auch 2026 setzt sich dieser Trend fort: An den Zählstellen an der Tiergartenstraße und der Weidenauer Straße wurde in der ersten Jahreshälfte ein deutlicher Zuwachs registriert. Im März 2026 wurden fast 25.000 Fahrten gezählt, im Vorjahresmonat waren es noch knapp 15.000. Im April stieg die Zahl von 20.000 Fahrten im Vorjahr auf mehr als 30.000 in diesem Jahr.
Detaillierte Ergebnisse des Siegener Stadtradelns gibt es auf der Webseite www.stadtradeln.de/siegen.
Anmerkung der Redaktion: Man kann im Siegerland natürlich so viel Fahrrad fahren, wie man will. Selbst wenn wir in Deutschland ALLE statt mit dem Auto auf Eseln durch die Gegend reiten würden – das Weltklima lässt sich davon nicht beeindrucken. Deutschland verursacht knapp 1,5 % der weltweiten CO₂-Emissionen. Selbst wenn wir ALLES auf null stellen würden, wäre die Globaltemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts gerade einmal um wenige Hundertstel Grad niedriger als ohne diesen Verzicht – ein Unterschied, der in den natürlichen Klimaschwankungen vollständig untergeht. Besser wird das Weltklima allein durch unseren Verzicht also garantiert nicht. Dafür sind ganz andere globale Akteure verantwortlich.
Aber: Fahrradfahren hat trotzdem seine Vorteile. Wer regelmäßig in die Pedale tritt, tut was für seine Gesundheit, spart Sprit und steht nicht im Stau. Das allein ist doch Grund genug, öfter mal das Rad zu nehmen. Nur sollte man sich halt nicht einreden, man würde damit die Welt retten. Und was die 193.808 Kilometer beim Stadtradeln betrifft: Selbst wenn JEDER einzelne dieser Kilometer eine Autofahrt ersetzt hätte, wären damit rund 29 Tonnen CO₂ eingespart worden – bei 580 Millionen Tonnen, die Deutschland jährlich ausstößt, ist das weniger als ein Tropfen auf einen heißen Stein. Es ist schlicht NICHTS.
Besonders schön ist übrigens der Hauptpreis: eine Ballonfahrt mit dem Heißluftballon. Was man dabei wissen sollte – ein Heißluftballon verbrennt pro Stunde rund 30 bis 40 Kilogramm Propangas. Das entspricht etwa 90 bis 120 kg CO₂ für EINE einzige Fahrt. Der Gewinner der Klimaschutz-Radel-Aktion bläst mit seinem Preis also ungefähr so viel CO₂ in die Luft, wie ein Autofahrer auf 700 Kilometern produziert. Anders gesagt: Ein einziger Ballonflug frisst die CO₂-Ersparnis von rund 3.000 bis 4.000 geradelten Kilometern wieder auf. Klimaschutz at its best.

Foto: Archiv wirSiegen.de
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