(wS/cdu) Bad Laasphe 20.08.2026 | Die CDU-Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein hat sich bei einem Vor-Ort-Termin über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten an der Alten Synagoge in Bad Laasphe informiert. Vertretende des Freundeskreises für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit – Jochen Menn, Rosemarie Bork und Otto Marburger – führten durch die Baustelle des künftigen Begegnungsortes.
Geschichte emotional greifbar machen Die 1794 errichtete Synagoge war einst das Zentrum der größten jüdischen Gemeinde im Kreisgebiet. Nach der Schändung in der Pogromnacht 1938 und der anschließenden Nutzung als Schlosserei erwarb der Freundeskreis das Gebäude im Jahr 2019. Nun entsteht dort für rund 1,5 Millionen Euro ein Ort des Erinnerns und Lernens.
Geplant sind:
- Eine Dauerausstellung: Darstellung der Geschichte des Hauses sowie des jüdischen Lebens in Wittgenstein vor, während und nach der NS-Zeit.
- Ein Multifunktionsraum: Platz für rund 50 Personen für Kulturveranstaltungen, Begegnungen und als außerschulischer Lernort.
- Einblicke in Einzelschicksale: Aufbereitung historischer Fakten, um das Gedenken an die Opfer der Deportationen aufrechtzuerhalten. Von 85 deportierten jüdischen Mitbürgern aus Laasphe überlebten nur fünf.
Fertigstellung für Ende 2027 geplant Die Verwirklichung des Projekts wird durch lokale Spenden sowie Fördermittel des Landes NRW, der NRW-Stiftung und des Bundes ermöglicht. Verlaufen die weiteren Arbeiten nach Plan, soll die Einweihung im Oktober 2027 stattfinden. Die Beteiligten hoffen zudem auf eine künftige offizielle Anerkennung und Förderung als Gedenkstätte.
CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Droege drückte seinen Respekt für das Engagement des Vereins aus: Die Aufarbeitung der regionalen Zeitgeschichte sei ein wichtiger Baustein für die gesamte Region.
Entsetzen über Schändung in Bad Berleburg Am Rande des Treffens zeigten sich alle Anwesenden schockiert über die jüngste Schändung des Mahnmals für ermordete jüdische Mitbürger auf dem Friedhof in Bad Berleburg. Die CDU-Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach bezeichnete den antisemitischen Angriff als bestürzend. Der Vorfall zeige einmal mehr, wie unverzichtbar die aktive Erinnerungsarbeit in der Region sei.

Foto: CDU
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