Fälschungen: Durchsuchung bei mehreren Autohändlern im Kreis

wS/po/wf.    Siegen–Wittgenstein  –   Die Staatsanwaltschaft Siegen und das für Betrugsstraftaten  zuständige Siegener Kriminalkommissariat (KK) 21 ermitteln aktuell in einem umfangreicheren Strafverfahren, in dem es vornehmlich um eine Vielzahl von gefälschten Kfz-Prüfberichten und gefälschten Prüfplaketten geht. Das Ermittlungsverfahren richtet sich derzeit gegen in etwa zehn beschuldigte Personen.

Am Dienstagmorgen wurden dabei von den Ermittlern zwölf Objekte im Kreisgebiet  Siegen-Wittgenstein durchsucht.

In den letzten Monaten waren Beamten der Kreispolizeibehörde auf den heimischen Straßen rund 30 Kraftfahrzeuge mit teils erheblichen technischen Mängel aufgefallen, die Zweifel an der rechtmäßigen Entstehung der jeweils zugrunde liegenden Hauptuntersuchung aufkommen ließen.

Die betreffenden Vorgänge wurden zunächst von dem für Betrugsstraftaten zuständigen KK 21 gesammelt und ausgewertet, um auf diese Weise mögliche Tatzusammenhänge und mögliche Täterstrukturen erkennen zu können.

Dabei fiel auf, dass der überwiegende Teil der Kfz-Händler, auf den sich die fraglichen Prüfberichte zurückführen ließen, aus Vorderasien bzw. auch aus Nordafrika stammte.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass sämtliche Tathandlungen für gewöhnlich ohne Wissen der jeweiligen Fahrzeughalter verliefen, da diesen von den Fälschern die Durchführung einer ordnungsgemäßen HU-Abnahme – ggf. in Kombination mit einer Reparatur bekannter technischer  Mängel – äußerst geschickt und professionell vorgetäuscht wurde. Denn die von den Ermittlern bislang im Laufe des Ermittlungsverfahrens bereits sichergestellten Dokumente zeichnen sich durch eine außergewöhnlich hohe Qualität aus, die für den Laien kaum erkennbar ist.

Insofern gehen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit im Hinblick auf die betreffenden Fahrzeughalter allenfalls von einer gewissen Leichtgläubigkeit aus.

Aus den bisher durchgeführten Vernehmungen diverser betroffener Kfz-Halter ergaben sich auch keine zwangsläufigen Hinweise darauf, dass die Quelle der Fälschungen bei den jetzt von den Durchsuchungsmaßnahmen betroffenen Kfz-Händlern aus dem Raum Siegen-Wittgenstein liegen muss.

Gleichwohl richteten sich die heutigen Durchsuchungsmaßnahmen zunächst gegen mehrere in hiesigem Zuständigkeitsbereich ansässige kleinere Kfz-Händler aus den o.a. (Welt-)Regionen. Dabei erhoffen sich die Ermittler jedoch zunächst weitere Aufschlüsse über die Herkunft der gefälschten Papiere und Plaketten.  Die Durchsuchungsmaßnahmen dienen daher sowohl dem möglichen Erkennen belastender wie aber auch entlastender Faktoren.

Bei den Durchsuchungen wurden von den Ermittlern folgende Gegenstände sichergestellt:

 

Diverse eindeutig gefälschte Dokumente (darunter mehrere Fahrzeugscheine und mehrere Prüfberichte), 1 scharfe, illegale Schusswaffe, 5 Laptops und 1 PC.

Darüber hinaus wurden noch weitere Prüfberichte sichergestellt, die noch eingehend untersucht und ausgewertet werden müssen.

Die weiteren Ermittlungen dauern noch an.