Transatlantischer Jubiläumsbesuch

wS/os     Eisern  – 09.06.2012  –   Historie: Im Jahre 1713 verließen insgesamt 42 Personen aus sieben Siegerländer Dörfern (Niederndorf, Oberfischbach, Oberschelden, Eisern, Trupbach, Rehbach (heute Kaan-Marienborn) und Müsen ihre Heimat in Richtung Amerika. Amerika war damals britische Kronkolonie und der damalige Gouverneur von Virginia ( Alexander Spotswood ) beabsichtigte, dort eine Eisen- und Stahlindustrie zu etablierten.

Durch kriegerische Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern sahen sich unsere Auswanderer gezwungen, ein Jahr in der Nähe von London zu verbringen, bevor man im Jahre 1714 Virginia erreichte. Den Platz der Niederlassung nannte man Germanna, zusammengesetzt aus Germany und Anna, der damals regierenden Queen von England. Die Gegend des damaligen Fort Germanna heißt bis zum heutigen Tage. „Siegen- Forest“ (Siegener Wald ). Im Jahre 1956 regte Brawdus Martin ein erstes Treffen der Germanna Nachfahren auf dem Originalsiedlungsgelände an und gründete die Germanna- Foundation. Seit dem findet jährlich am dritten Juliwochenende eine Zusammenkunft der Germanna- Foundation in Virginia statt.

Seit dem Jahr 2003 besucht eine Delegation der Germanna-Foundation auf den Spuren ihrer Vorfahren die Dörfer aus denen ihre Vorväter kamen. Zahlreiche, tiefgehende Freundschaften quer über den großen Teich sind entstanden und werden auch in Zukunft ihre Fortsetzung finden Die nunmehr 10. Delegation der amerikanischen Germanna-Foundation weilte am jetzt in Eisern. Unter der vielfach bewährten Reiseleitung von Dr. Katharine Brown und ihrem Gatten Dr. Madison Brown kamen diesmal neun Mitglieder der Foundation nach Eisern.

Dieser Besuch in Eisern ist der zehnte in ununterbrochener Reihenfolge, obwohl diesmal keine Teilnehmer dabei waren, deren Vorfahren aus Eisern stammten. Die vorangegangenen neun Besuche bestärkten die Organisatoren des Germany-Trips in dem Vorhaben Eisern trotzdem eine Visite abzustatten, da ihnen hier immer etwas Besonderes geboten wird. So auch diesmal. Der Heimatverein Eisern hatte sich aus Anlass des kleinen Jubiläums, sowie im Hinblick auf den 300. Jahrestag der Auswanderung im nächsten Jahr einige Überraschungen einfallen lassen. Das Empfangskomitee für die amerikanischen Gäste bildete die Freiwillige Feuerwehr Eisern mit ihrer historischen Spritze in ihren Traditionsuniformen.

Am Eingang der Kapellenschule wartete die nächste Überraschung auf die amerikanischen Gäste. Die attraktive Verena Frisch und ihr stattlicher Freund Thomas Hertz aus Trupbach, beide in mittelalterliche Gewänder gekleidet, standen am Eingang mit Hellebarden bewehrt und salutierten der Delegation. Anschließend versammelten sich die Gäste im Versammlungsraum, wo sie Werner Hoffmann- Gassner im Namen des Heimatvereins auf das Herzlichste begrüßte und an Dr. Katharine Brown ein Dokument über die ersten Bewohner von Eisern (Kelten ca. 500 v. Chr.) überreichte. Danach fand eine Verköstigung der Gäste mit Siegerländer Riewekooche und Ouetschekrutt statt. Willi Brandl, ebenfalls vom Heimatverein Eisern, unterhielt die Zuhörerschaft mit gekonntem Spiel auf seinem selbstgebauten Alphorn. Dabei kam die hervorragende Akustik der Kapelle voll zum Tragen. Werner Hoffmann-Gassner zog einen Waffenrock über, der von dem Wappen des ehemaligen Landes Nassau- Siegen geziert wurde und überreichte als Botschafter der Vergangenheit zusammen mit Verena Frisch und Thomas Hertz den Gästen insgesamt 34, von ihm handgefertigte, Wappen mit Bezug auf die Vorfahren.

Unter vielen „Ahs“ und „Ohs“ wurden die Geschenke, die in Zukunft das Besucherzentrum der Germanna-Foundation in Virginia zieren werden in Empfang genommen. Ein abschließender Rundgang durch das Museum der Heimatstube, sowie eine Besichtigung des Backhauses rundeten den Besuch ab. Stationen der diesjährigen Delegation sind: Freudenberg, Oberfischbach, Eisern, Trupbach, Siegen, Kaan- Marienborn und Buchen.

Bilder: 007

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