SKV bejubelt Vizemeistertitel der Zweiten Bundesliga

wS/jk/sp – Dreis-Tiefenbach/SKV-Turnen – 19.11.2012 – Mit einer Turndemonstration gewann die Siegerländer Kunstturnvereinigung (SKV) ihren letzen Saisonwettkampf gegen die KTT Oberhausen und sicherte sich damit den Vizemeistertitel in der 2. Bundesliga. Vor knapp 200 Zuschauern in der vollbesetzten Dreifachhalle in Dreis-Tiefenbach ließen sich die Siegerländer die Butter nicht vom Brot nehmen und setzten sich deutlich gegen die sympathischen Gäste aus dem Rheinland durch. Aufgrund der niedrigen Fehlerquote profitierten die Gastgeber von ihren höheren Ausgangswerten und konnten so immer wieder im rechtzeitigen Moment die ebenfalls guten Übungen der Gäste kontern.

Das SKV-Team mit Philipp Herder, Nico Ermert, Jan Mencke, Jonas Rohleder, Sebastian Spies, Daniel Uhlig, Siemon Volkaert, Jonas Toeback und Trainer Dan Burinca (v. li.) feierte die Vizemeisterschaft. Foto: Jürgen Kirsch/wirSiegen

Am Boden legten Jonas Rohleder und Philipp Herder mit zwei 14-er Wertungen eine gute Grundlage für den 11:4-Gerätesieg. Jonas Toeback setzte als Startturner – mal eine ganz neue Variante – mit einer guten Übung den richtigen Auftakt. Lediglich Daniel Uhlig (TG Friesen-Klafeld) konnte sich erwartungsgemäß nicht gegen den international bekannten und erfahrenen niederländischen Nationalturner Jeffrey Wammes durchsetzen, hielt aber den Abstand in Grenzen.

Philipp Herder zeigte sich am Barren nervenstark und entschied ein Duell auf Augenhöhe für sich.

Am Seitpferd musste Sebastian Spies zu Beginn gegen den immer sauberen und sicheren Matthias Bramkamp eine Niederlage hinnehmen, wogegen Siemon Volkaert mit einer entschärften Übung Andre Sauerborn direkt vier Punkte abnahm. Jonas Rohleder, der zwar etwas aus seinem Rhythmus kam und improvisieren musste, legte gleich noch einmal sauber zu Ende geturnt einen Vierer hinterher. Im letzten Duell setzte sich dann Philipp Herder, nach einer Woche Lehrgang in Kienbaum zwar etwas ermüdet und daher mit einer um zwei Schwierigkeiten reduzierten Übung, gegen Kristof Schroe durch, der zwei Fehler an seinem starken Gerät hatte und so große Abzüge hinnehmen musste.

An den Ringen gelang es dann erneut dem stark aufturnenden Jonas Toeback mit guten Krafthalten einen deutlichen Vorsprung gegen Matthias Bramkamp heraus zu turnen. Sebastian Spies konnte sich aufgrund eines verunglückten Abgangs nicht gegen Kai Berner durchsetzen. In der Folge holte dann Philipp Herder mit einer sauberen Übung, nicht am Limit turnend, einen Vierer gegen Andre Sauerborn. Nico Ermert (TV Freudenberg), der hier Jonas Rohleder in der gesamten Saison aufgrund dessen anhaltender Schulterverletzung an diesem Gerät ersetzte, hat sich hier prächtig entwickelt und ist auf einem guten Weg. Er verlor zwar sein Duell gegen den leistungsstarken Jeffrey Wammes und musste immerhin keine fünf Punkte abgeben. Mit knappem 8:6 Vorsprung sicherten sich die Siegerländer den Gerätegewinn.

Nico Ermert (TV Freudenberg) verlor zwar sein Duell an den Ringen, hat sich beim Siegerländer Kunstturnverein aber gut entwickelt.

Mit einer sicheren 30:13-Führung gingen die Gastgeber in die Pause und konnten sich dann am Sprungtisch mit drei gewonnenen Duellen weiter in Richtung Sieg fortbewegen. Philipp Herder und Jonas Toeback, beide mit einem hohen Ausgangswert von 6,2, sowie Daniel Uhlig und Jonas Rohleder mit Kasamatsu-Sprüngen sicherten gemeinsam den 6:2-Gerätsieg. Jonas Toeback wurde im Duell gegen Jeffrey Wammes vom Trainer-/Betreuerteam Burinca/Rohleder taktisch klug eingesetzt und konnte den Abstand in der Endnote gering halten.

Am Barren waren die Siegerländer in der ersten Übung auf einem tollen Weg, als Jonas Rohleder, in dieser Saison sonst die Zuverlässigkeit in Person, der Abgang misslang und er einen Sturz hinnehmen musste. Dies nutzte Matthias Bramkamp mit einer nicht ganz so schwierigen Übung mit gleichem Abgang, fast in den Stand geturnt, aus und heimste einen Score-Punkt ein. Jonas Toeback passierte das gleiche Missgeschick wie seinem Namensvetter, auch er stürzte beim Abgang und musste sein Duell abgeben. Die Rheinländer witterten nun Morgenluft und wollten dieses Gerät nun doch gewinnen. Sebastian Spies profitierte von einem gravierenden Fehler seines Gegners Mirco Osting, der einmal auf den Holmen saß, und stellte den Gleichstand wieder her. Die letzte Paarung musste die Entscheidung bringen.

Philipp Herder zeigte sich nervenstark, turnte nach einem leichten Problem bei seiner Höchstschwierigkeit am Anfang sicher weiter und setzte den Abgang in den sicheren Stand. Kristof Schroe, ebenfalls ein technisch brillanter Turner in der Holmengasse, hatte allerdings Pech beim Abgang und musste durch eine zu starke Vorlage zumindest mit beiden Händen abstützen. Somit ging dieses Duell auf Augenhöhe an Herder und der 7:3-Gerätesieg an die SKV.

Daniel Uhlig zeigte als letzter Turner am Reck sein Potzenzial auf.

Am Reck ließen die Siegerländer dann nichts mehr anbrennen. Die ersten drei Paarungen gewannen sie deutlich und heimsten 13 Punkte ein. Nico Ermert verzichtete hier noch auf seinen neuen Abgang mit Doppelschraube. Jonas Toeback präsentierte eine neue Verbindung bei seinem Flugteil, und auch Philipp Herder turnte sauber durch. Als letzter Turner erhielt dann Daniel Uhlig die Chance, seine Übung zu präsentieren. Mit seiner Tkatchev-Grätsche, hoch geturnt, aber dann leider den fast schon sicheren Griff verloren, zeigte er bereits sein Potenzial und lässt auch hier auf die nächste Saison und Zukunft hoffen. So konnte sich Kristof Schroe deutlich mit fünf Punkten durchsetzen und die letzte Paarung für die KTT Oberhausen entscheiden.

Die Score-Wertung gewann Philipp Herder mit 21 Punkten vor Jonas Toeback (13) und Jeffrey Wammes (10). Mit diesem Wettkampf boten beide Teams eine echte Werbung für das Kunstturnen, und die Siegerländer haben ihrem Publikum noch einmal gezeigt, dass die Niederlage gegen den diesjährigen Meister, TuS Leopoldshöhe, zu Beginn der Saison ein Ausrutscher war. Der erfolgreiche Einsatz der jungen heimischen Turner, bei denen die SKV mit Linus Hof einen weiteren Aspiranten in der Hinterhand hat, lässt für die kommenden Jahre hoffen.

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