Mit Tempo 200 der Erde entgegen: Neunjähriger Christof sprang mit Bruder: "Ich bin doch kein Weichei!"

wS/jh -Bad-Berleburg-Wingeshausen/Breitscheid – Christof Treude ist ein aufgeweckter Bub‘ – und er kann ziemlich hartnäckig sein. Wenn sich der Neunjährige aus dem kleinen Berleburger Ortsteil Wingeshausen einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, ist es schwer, ihn wieder davon abzubringen. So auch in dem aktuellen Fall. Der Knabe hatte in der Zeitung von der Möglichkeit, in Breitscheid einen Passagiersprung wagen zu können, gelesen und für sich beschlossen: Das ist genau das Richtige für mich! Alle Versuche der Eltern, ihm den kühnen Plan auszureden, fruchteten nichts.

Der Filius beharrte auf seinem Wunsch. Ob dessen Erfüllung letztendlich seinen guten Zeugnisnoten geschuldet war, wissen wir nicht. Doch hatten Vater Markus und Mutter Nicole dabei die Rechnung ohne ihren Ältesten gemacht. Andrè (13) meldete nämlich sogleich auch erhöhten Bedarf nach einem solchen Adrenalinkick an. Und aus dieser (nicht ganz billigen) Nummer kamen die Eltern im Sinne der Gleichbehandlung nicht mehr heraus.

Mehrere Fahrten auf die Westerwälder „Hub“ waren allerdings notwendig. Zweimal durchkreuzte das Wetter alle hochfliegenden Pläne, aber dann, aller guten Dinge sind ja schließlich Drei, war es so weit. „Nein, ich habe keine Angst. Ich bin doch kein Weichei“, versicherte Christof auf mehrmaliges Nachfragen der Breitscheider Skydiver, ob er sich das denn wirklich auch gut überlegt hätte.  Ganz entspannt  kletterten er und sein Bruderherz sodann in das Absetzflugzeug, um sich anschließend, angegurtet an einen erfahrenen Tandemmaster, in 4000 Metern ins Bodenlose fallen zu lassen und mit Tempo 200 dem Erdboden entgegen zu rasen.

Und da war noch jemand, der das Durchschnittsalter der Passagiere ganz erheblich nach unten drückte. Mit dem 13-jährigen Dorian Käfer war das fidele Trio der jungen Hüpfer komplett.  Käfers „alter Herr“ Markus, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, ist selbst aktiver Fallschirmsportler bei „Skydive Westerwald“. Also dürfte es zumindest in seinem Fall irgendwie auch an den Genen gelegen haben. Gretchenfrage nach der Landung: Wie’s denn gewesen sei? „Boaahh! Cool!“ Für Christof Treude (und die beiden anderen) schien der Tag gerettet. Man habe schon überlegt,  ob man dem Junior das lang anhaltende Dauergrinsen nicht operativ entfernen müsse, berichtete Mutter Nicole.

Vorsprung

                                                                 oben: Kurz vor dem Sprung….unten: …und dann geht es abwärts mit dem Fallschirm

Sprung

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