„Wir möchten mehr Frauen überzeugen“: Dr. Dieter Hebborn leitet Mammographie-Screening Siegen

wS/js Siegen – 1. Juli 2013 – Das Mammographie-Screening Siegen hat einen neuen Leiter: Ab heute übernimmt Dr. Dieter Hebborn die Funktion als programmverantwortlicher Arzt. Der 43-Jährige wechselt innerhalb des Medizinischen Versorgungszentrums Jung-Stilling (MVZ) vom stellvertretenden zum hauptverantwortlichen Arzt des Mammographie-Screenings Siegen. „Wir sind froh, dass wir mit Dr. Hebborn einen erfahrenen Mediziner aus den eigenen Reihen verpflichten konnten“, sagt Hubert Becher, Geschäftsführer des MVZ Jung-Stilling, zu dem auch das Mammographie-Screening Siegen gehört. Denn Hebborn kennt sich in der Diakonie aus, ist mit Abläufen und Strukturen von Klinik, MVZ und Mammographie-Screening vertraut. Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ist der Facharzt für Radiologie bei der Diakonie tätig. Im Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus Siegen absolvierte er einen Großteil seiner radiologischen Facharztausbildung, wechselte dann in das MVZ Jung-Stillling und spezialisierte sich auf Brustdiagnostik. Seit Beginn des Mammographie-Screenings Siegen 2008 führt er bildgesteuerte Röntgen- und MRT-Untersuchungen der Brust durch. Hierzu zählen unter anderem Tumormarkierungen vor einer Operation und die Entnahme von Tumorgewebe. Im sogenannten senologischen Schwerpunkt des Ev. Jung-Stilling-Krankenhauses (Fachdisziplin für Erkrankungen der Brust) bewertet Hebborn gemeinsam mit Gynäkologen und Radiologen die Befunde von Brustkrebspatientinnen, prüft Untersuchungsergebnisse und entscheidet über Therapieverfahren. Darüber hinaus besitzt er eine Zulassung für Mammographie-Untersuchungen sowie eine Zusatzausbildung als Befunder. Letztere ist Voraussetzung, um Screening-Aufnahmen beurteilen zu dürfen.

Als programmverantwortlichem Arzt obliegt Hebborn die gesamte medizinische Organisation des Mammographie-Screenings. Unter seiner Leitung werden Screening-Aufnahmen erstellt. Er verantwortet die Qualitätssicherung und die sogenannte Doppelbefundung, bei der zwei Mediziner jede Screening-Aufnahme unabhängig voneinander beurteilen. Darüber hinaus organisiert und leitet er medizinische Konferenzen, in denen auffällige Befunde ausgewertet werden. In der neuen Funktion löst Hebborn seine langjährige Vorgängerin Dr. Ursula Wilhelm ab. Von Beginn an leitete Wilhelm die Screeningeinheit. Unter ihrer Federführung wurde das bundesweite Programm zur Früherkennung von Brustkrebs im MVZ Jung-Stilling etabliert. Nun geht die 65-jährige Radiologin in den Vorruhestand, wird als Befunderin aber weiterhin im Mammographie-Screening Siegen tätig sein.

„Ich freue mich auf meinen neuen Verantwortungsbereich, sehe aber auch die Herausforderung, mehr Frauen von der Bedeutung des Mammographie-Screenings zu überzeugen“, bekundet Hebborn. Denn nur die Hälfte aller Frauen in Siegen-Wittgenstein nimmt das Mammographie-Screening wahr. Dabei ist die Zielgruppe klar definiert: Das Programm richtet sich an Frauen ohne Brustkrebs, die zwischen 50 und 69 Jahren alt sind. Sie werden von einer zentralen Stelle, der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, zu der Untersuchung eingeladen. Auch die Bedeutung der Vorsorgeuntersuchung ist nicht von der Hand zu weisen: „Die Screening-Aufnahmen sind so detailliert, dass selbst Krebsfrühformen erkannt werden können“, erklärt Dr. Jens Nawatny, Ärztlicher Leiter des MVZ Jung-Stilling. Diese Vorstufen seien mit wenigen Millimetern meist so klein, dass sie bei einem Abtasten der Brust im Regelfall nicht auffallen. Das attestiert auch Dr. Michael El-Sheik, Chefarzt des Radiologischen Zentrums im Diakonie Klinikum: „Kann man einen Befund durch Tasten erheben, so ist der Knoten meistens schon etwa zwei Zentimeter groß.“ Vielen Frauen sei das nicht bewusst. Dabei gilt auch für Brustkrebs: Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser sind die Behandlungsaussichten. „Ist ein Tumor kleiner als zwei Zentimeter, können 90 Prozent der betroffenen Frauen mit exzellenter Prognose behandelt werden“, erläutert Nawatny.

Trotzdem zögern vor allem Frauen, die erstmals zum Screening eingeladen werden: „Die Zahl der Erstteilnehmerinnen liegt zurzeit bei lediglich 30 Prozent“, verdeutlicht Hebborn. Hingegen nutzen die meisten Frauen das Mammographie-Screening nach der ersten Untersuchung regelmäßig. „Wer einmal da war, kommt zu 90 Prozent wieder“, sagt Karin Schnabl, Medizinisch-Technische Radiologieassistentin (MTRA) im Mammographie-Screening Siegen. Sie führt die Untersuchung durch und weiß, dass viele Frauen anschließend erleichtert sind. „Das Ergebnis liegt nach etwa einer Woche vor und bestätigt in den meisten Fällen, dass alles in Ordnung ist“, sagt Hebborn. Denn nur bei fünf Prozent der Frauen zeigen sich Veränderungen, die zusätzlich untersucht werden müssen. Auch dann können betroffene Frauen am Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus weiter begleitet werden: „Wir verfügen nicht nur über die nötige technische Infrastruktur, sondern sind auch Teil des zertifizierten Brustzentrums Siegen-Olpe“, erklärt Geschäftsführer Becher. Das Netzwerk zwischen MVZ und Klinik, ambulanter und stationärer Behandlung ermögliche, dass Patientinnen vom Screening über Folgeuntersuchungen bis hin zu einer möglichen Operation oder medikamentösen Therapie betreut werden können.

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Dr. Dieter Hebborn leitet ab heute das Mammographie-Screening Siegen. Der 43-jährige Radiologe wechselt vom stellvertretenden zum hauptverantwortlichen Arzt des Brustkrebs-Vorsorgeprogramms.

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