Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist die Devise

Am 22. September diesen Jahres sind die Bürger aufgerufen, an die Wahlurne zu gehen. Auch im Kreis Siegen-Wittgenstein stellen sich Kandidaten der einzelnen Parteien wieder zur Bundestagswahl, um die Belange der Region in Berlin zu vertreten und die Umsetzung  ihrer politischen Ziele einzufordern. „wirSiegen“ wird in den kommenden Wochen nacheinander die zur Wahl stehenden Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien vorstellen. Heute lesen Sie über den Kandidaten der SPD:Willi Brase.

2013_6_10_18_56_21_106260_297 wS/rile -Siegen – Bodenständig, loyal und integer: Attribute, die den ganzen Mann beschreiben. Er ist Sympathieträger und Kämpfer. Vor allen Dingen ist er – und das zeichnet ihn aus – ein „alter Hase“ in der Politik. Willi Brase, ein eingeschworener Gewerkschafter und Sozialdemokrat hat bereits in vier Legislaturperioden im Deutschen Bundestag als Abgeordneter der SPD für die Belange in seinem Wahlkreis Siegen-Wittgenstein gekämpft. Und das erfolgreich. 1951 in Petershagen an der Weser in eine Arbeiterfamilie hinein geboren und mit zwei Geschwistern aufgewachsen, lernte Brase schon früh die Sorgen und Nöte kennen, die in jener Zeit in diesen Familien herrschte. Obwohl er vom Elternhaus keine finanzielle Unterstützung erwarten konnte, verlor er sein gestecktes Ziel niemals aus den Augen: Er wollte studieren. Nachdem er in Quenzen die Volksschule absolviert hatte, begann er 1966 eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel.

Seit 1998 vertritt Willi Brase die Belange des Kreises im  Bundestag

Nach erfolgreichem Abschluss folgten zwei Jahre Fachoberschule, drei Jahre Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Niederrhein, ein berufspraktisches Jahr beim Landschaftsverband Rheinland. Nach Wehrdienst und Ersatzdienst fand Willi Brase eine Anstellung als Sozialpädagoge beim Jugendamt der Stadt Mönchengladbach und wurde 1981  Jugendbildungsreferent beim DGB-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen. 1984 – 1988 wurde er zum Landesjugendsekretär bestellt und  ab 1989 DGB-Kreisvorsitzender in Siegen-Wittgenstein (und ab 1994 Siegen-Wittgenstein-Olpe). Mitglied in der ÖTV ist er seit 1976, Mitglied und alternierender Vorsitzender im Verwaltungsausschuss der Agentur für Arbeit Siegen und im Berufsbildungsausschuss der IHK Siegen, Mitglied im Wirtschaftsförderungsausschuss des Kreistages Siegen-Wittgenstein, im Vorstand der LAG Arbeit und Leben Nordrhein-Westfalen. Mitglied der SPD ist er seit 1981 und SPD-Unterbezirksvorsitzender Siegen-Wittgenstein. Seit 1998 vertritt er als Abgeordneter der Sozialdemokraten im Bundestag die Belange für den Kreis Siegen- Wittgenstein-Olpe. Gute Arbeit für alle. Das wünscht sich der „Sozialdemokrat mit Leib und Seele“ schon immer. Und dafür kämpft er in jeder Legislaturperiode aufs Neue. „Flächendeckender Mindestlohn, flexible Altersteilzeitregelungen und gleicher Lohn für gleiche Arbeit sind unverzichtbar für ein soziales Miteinander“, erklärt Willi Brase bei einem Besuch in der Redaktion von „wirSiegen“. „Gute Arbeit ist das Markenzeichen von Südwestfalen und Siegen-Wittgenstein. Deshalb muss es gleichen Lohn für gleiche Arbeit geben.“

Mit Schweiz Vorreiterstellung mit Dualem Ausbildungssystem 

“Zur Sicherung unseres Wirtschaftsstandes brauchen wir ein starkes duales Ausbildungssystem. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Abbruchquote bei den Studierenden weit über 25% liegt, die Abbruchquote beim dualen System jedoch nur bei 12%.  Die Schweiz und Deutschland haben mit diesem System eine Vorreiterstellung in der Welt. Wir brauchen dringend gute Facharbeiter. Das ist das „Flaggschiff“ unserer Wirtschaft nicht nur im Kreis sondern im ganzen Land. Bildung muss jedem zugänglich gemacht werden. Deshalb plädiere ich für eine gebührenfreie Bildung.“ Den zweiten Schwerpunkt seiner auch künftigen Arbeit im Bundestag (Zitat: „Wenn ich denn wiedergewählt werde!“), sieht der SPD-Mann in der Verbesserung der Pflege. Dabei geht es um die Mehrheit  der Bürger, sagt er. Vor allen Dingen aber auch einer spürbaren Verbesserung der Löhne in den Pflegediensten. Willi Brase bekennt sich offen zu einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes für die Wirtschaft. „Ich bin in vielen mittelständischen Unternehmen in der Region gewesen. Die Familienbetriebe, die genügend Eigenkapital in der Hinterhand haben, lehnen es ab, sich von den Banken vorschreiben lassen, welche Investitionen sie tätigen sollen. Das wollen sie selbst entscheiden. Deshalb darf die Substanz der Unternehmer nicht versteuert werden.“ Willi Brase2 Bei der jüngsten Haubergsknippverleihung, veranstaltet von der FDP des Kreises, hielt Willi Brase die Laudatio auf einen CDU-Mann . Foto: Rita Lehmann

Insbesondere für seinen Wahlkreis will Brase den Industriestandort Südwestfalen gestärkt sehen.In erster Linie sei, so der Politiker, dafür auch eine verbesserte Verkehrspolitik vonnöten. Dazu gehöre unter anderem die dringend notwendige Brückensanierung, es müssen vernünftige Routen gebaut werden (Route 57/ Südumgehung Kreuztal) und auch die Schienenstrecken (u.a. Ruhr-Sieg Strecke) müssen verbessert werden. „Da werden wir uns in einem Milliardenbereich befinden!“ Ein ebenso immens wichtiges Thema, das dem Bundestagsabgeordneten am Herzen liegt, ist die Breitbandversorgung. „Die Datenübertragung hier im Siegerland ist zu gering“, bemängelt er. „Zudem sollte Glasfaser benutzt werden statt Kupfer und zwar bis zum Kunden.“

„Auf jeden Fall gibt es  in den kommenden  Jahren  noch sehr viel zu tun“, erklärt der Vater von zwei Kindern, der in Kreuztal sein Zuhause gefunden hat.

Bericht: Rita Lehmann

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