Kommunales Integrationskonzept vorgelegt

wS/kr – Kreis Siegen- Wittgenstein- Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat jetzt ein Kommunales Integrationskonzept vorgelegt, über das der Kreissozialausschuss und der Kreistag im September beraten werden. Das Konzept umfasst die Handlungsfelder „Bildung und Erziehung“, „Ausbildung, Übergang Schule Beruf – Arbeitsmarktintegration“, „Gesundheit – Pflege und Wohnen im Alter“, „Bürgerschaftliches Engagement“, „Politische Partizipation“ sowie „Interkulturelle Sensibilität – Interkulturelle Öffnung“. Der Kreistag hatte die Verwaltung im September 2012 beauftragt in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden ein Integrationskonzept für den Kreis Siegen-Wittgenstein zu erarbeiten.

Das Integrationskonzept ist zugleich Grundlage der Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums, das der Kreis voraussichtlich zum 1. Februar 2014 einrichtet, wenn der Kreistag entsprechend entscheidet. Dem Mitarbeiterteam mit 5,5 Stellen werden zwei sozialpädagogische Fachkräfte angehören, zwei Lehrerkräfte, die vom Schulministerium abgeordnet werden, sowie 1,5 Stellen für Organisation und Verwaltung.

„Integration ist ein wesentliches Zukunftsthema für die Region“, unterstreicht Landrat Paul Breuer: „Letztlich geht es darum, allen Menschen,  unabhängig von ihrem Hintergrund, eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mit all seinen Facetten zu ermöglichen. Das ist auch im Interesse der Region“, unterstreich der Landrat: „Denn vor dem Hintergrund des demografischen Wandels können wir es uns gar nicht erlauben, einzelne Menschen mit ihren Fähigkeiten zurück zu lassen. Im Gegenteil: Wir müssen fordern und fördern. Wir sind gefordert, alle Potenziale, die die Region hat, zu heben und zu mobilisieren. Nur dann, wenn wir alle Potenziale heben, werden wir diese Menschen auch als Chance und Bereicherung begreifen.“

Dabei ist Bildung der Schlüssel für erfolgreiche Integrationsarbeit, macht Helge Klinkert,  Dezernentin für Jugend, Familie und Soziales, des Kreises deutlich und betont: „Deshalb werden bei der Intensivierung der Integrationsarbeit in der Region zunächst Aktivitäten zur Verbesserung der Sprachkompetenz im Mittelpunkt stehen! Hierzu gibt es gute landesweit und auch bereits im Kreis erprobte Programme und Projekte in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Unsere Aufgabe ist es, diese Förderinstrumente dort einzusetzen, wo sie erforderlich sind.“

Rahmen für die Integrationsarbeit ist das Teilhabe- und Integrationsgesetz, das der nordrhein-westfälische Landtag im Februar 2012 verabschiedet hat. Darin ist festgelegt, dass die Kommunalen Integrationszentren die bisherigen „Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA)“ ablösen. Bis zum Sommer dieses Jahres gab es auch in der Stadt Siegen eine RAA. „Die dort geleistete, erfolgreiche Arbeit ist für das zukünftige Mitarbeiterteam im Kommunalen Integrationszentrum ein wichtiger Anknüpfungspunkt, um Strukturen für Integrationsarbeit weit über die Stadtgrenzen hinaus weiterzuentwickeln“, so Helge Klinkert. Dabei verweist die Dezernentin darauf, dass Integrationsarbeit im Kreis Siegen-Wittgenstein nicht bei Null anfängt. In allen Städten und Gemeinden gebe es hierfür gute Beispiele.

Für die Landesförderung, die ein Mitarbeiterteam mit 5,5 Stellen vorsieht, ist Voraussetzung, dass das Integrationskonzept erstellt wurde. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Kreistag im vergangenen Jahr gefasst. Es folgte eine inhaltliche Abstimmung der Kreisverwaltung mit verschiedenen Partnern, beispielsweise den Städten und Gemeinden, den Wohlfahrtsverbänden und der Schulaufsicht.

Jetzt liegt das umfangreiche Rahmenkonzept für den Kreis Siegen-Wittgenstein vor. „Dieses Konzept wird sich durch die Arbeit des Fachteams im Kommunalen Integrationszentrum weiterentwickeln und verändern und sich den jeweiligen Erfordernissen und Bedürfnissen anpassen“, unterstreicht Landrat Paul Breuer. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die im Konzept benannten Handlungsfelder Schwerpunktthemen für die nächsten Jahre sind, erläutert Helge Klinkert. „Die Handlungsfelder schließen keine anderen Themen aus, weil Integration nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft.“

Im Rahmen des Integrationskonzeptes ist auch angedacht, eine Internet-Plattform einzurichten. Auf ihr könnten im Bereich der Integration aktive Vereine, Verbände, Initiativen oder die Kommunen ihre Angebote und Projekte darstellen. Dies könnte gleichzeitig andere zu eigenen Projekten anregen.

Die Beratung des Integrationskonzeptes steht am 9. September auf der Tagesordnung des Kreissozialausschusses. Am 13. September wird es dann vom Kreistag beraten. Neben dem Beschluss des Konzeptes sieht die Vorlage vor, dass die Verwaltung beauftragt wird, ab dem 1. Dezember 2013 alle personellen und organisatorischen Vorbereitungen zu treffen, damit die Arbeit im Kommunalen Integrationszentrum zum 1. Februar 2014 aufgenommen werden kann.

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